Wir hatten mit unseren schwedischen Nachbarn bereits die Position getauscht. Da wir am nächsten Tag um 5 Uhr los wollten, wechselten sie an den Kai und wir legten uns an ihr Boot. Am späten Nachmittag kam noch ein großes Boot aus den Niederlanden dazu - und schon lagen wir zu dritt im Päckchen.
Das Zweierpäckchen neben uns wuchs bis zum Abend auch noch auf drei Boote an.
Wir gaben unseren neuen niederländischen Nachbarn rechtzeitig Bescheid, dass wir am folgenden Morgen gegen 5 Uhr den Hafen verlassen wollen. Kurz geschluckt, gegrinst - klar, sie stehen mit uns auf und legen nach unserer Abfahrt an unserer bisherigen Position wieder an.
Rechtzeitig ins Bett zu gehen war schwierig. Also - ins Bett konnte man sich schon legen, aber nicht schlafen. Der ganze Hafen war eine einzige, große Midsommar-Party. In vielen Booten wurde gemeinsam gegessen, gesungen, sich unterhalten, Musik abgespielt. Eine schöne Atmosphäre - wenn man nicht um 4 Uhr aufstehen muss/will. Wir begnügten uns von vornherein mit 6 Stunden Schlaf und genossen die Hafenstimmung bis kurz nach 22 Uhr. Zum Glück bereitete das gegen Mitternacht aufkommende Gewitter samt folgendem Dauerregen das laute Treiben.
Im völlig windstillen Hafen war das Auflösen des Päckchens keine große Sache. Die Niederläner legten ab, fuhren beiseite; wir legten ab und fuhren aus dem Hafen. Start: 4.55 Uhr.
Der frühe Morgen begrüßte uns mit fantastischer Lichtstimmung
Allerdings hatte die Sonne mehr und mehr zu tun, sich gegen den dichten Nebel durchzusetzen
Und der Nebel wurde dichter. Kein Wunder:die ganze Nacht Regen, morgens kein Wind, warm ... die Nebelwand stand.
Vorne nichts zu sehen...
... hinten raus war es nicht besser.
Mitten in dieser Nebelwelt entwickelte sich auch noch ein Gewitter. Ein richtiges(!) Gewitter.
Nicht besonders viel Blitz (der Blitz war im dichten Nebel ja kaum zu sehen), aber besonders viel Donner und Regen. Starkregen. Schön, ich stand zu dieser Zeit am Steuer.
Duschparty ...
Ansonsten plagte uns die anhaltende Flaute. Der Wind wollte nicht aus dem Knick kommen. Immerhin hatte damit einer der drei studierten Wetterdienste wenigstens recht behalten.Erst nach gut 40 sm wurden wir erlöst. Wir setzten den Blister (bauchig geschnittenes Gennaker) zum Großsegel und ab ging die Post

So düsten wir gut 20 sm bis zum Fahrwasser an der Westseite der Insel Hiddensee. Purer Spaß - für Harry. Ich stehe diesem großen Lappen nach schlechten Erfahrungen auf der Mariner immer noch etwas skeptisch gegenüber. Aber dieser hier (wir bekamen ihn mit beim Bootskauf einfach mit) ist nicht so gifitg; eher eine gemütliche Ausgabe.
Mittig Hiddensee kam der Blister runter und das normale Vorsegel wieder raus. Der Wind hatte gut aufgefrischt; die 5 Bft jagten uns durch die engen Fahrwasser um Hiddensee herum bis nach Stralsund.
Hier verpassten wir die Brückenöffnung um 15:20 Uhr um ca. 15 Minuten. Mit etwas Mühe legten wir Ari bei Böen bis 6 Bft an die Spundwand vor dem Yachthafen Stralsunds. Dort saßen wir die Zeit ab, bis die Brücke um 17:20 Uhr wieder öffnete.
Bei der Anfahrt zur Brücke sahen wir über unserem (nur noch 5 sm entfernten ) Heimathafen sehr dunkle Wolken. Was für eine Wand! Durch die Brücke ging es noch trocken und mit gemäßigtem Wind. Aber auf halber Stecke ging es los. Der Wind holte nochmal richtig tief Luft und gab sein Letztes. Dazu - mal wieder - Starkregen, der keine Wünsche offen ließ. Das einzig Gute: Harry stand diesmal am Steuer :)
Zum Glück bietet unser Hafen bei Wind aus Nordost bis Ost beste Landabdeckung. Bei viel Getöse und Regen und Welle rauschten wir die Hafenanfahrt hinunter und befanden uns kurz vor der Einfahrt plötzlich komplett in der Windstille. Das fühlte sich vielleicht komisch an. Eine fast gespenstige Stille nach dem Brüllen des Windes draußen. Der Regen fühlte sich gleich viel wärmer an. Jetzt noch Ari in die Box gebracht und ... fertig. 25.06.2016, 18:10 Uhr.
Urlaubsende - ojee.
Nun hängen die nassen Segelsachen zum Trocknen im Bad, der Bauch ist voll mit Nudeln an "alles-was-weg-muss" und wir sitzen mit Segelfreund Karsten unter Deck und kümmern uns um den einen oder anderen "Restalkohol", der sich noch an Bord befindet.
Unser heutiger, leider letzter Törn
Ich werde mich in den kommenden Tagen noch an ein ordentliches Fazit dieser Reise setzen und es hier veröffentlichen. Jetzt falle ich in die Koje. Morgen muss das Boot noch aufgeräumt werden, bevor es zurück nach Berlin und in den Alltag geht.









Welcome back ihr Lieben!! schöne Reise, kann mir gut vorstellen wie ihr noch voll der Eindrücke vor sich hin im zufriedenen und befriedigten Segelzustand schwebt ;))
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