Die Lautstärke im Hafen ebbte Stück für Stück ab. Mit einer Ausnahme - mit etwas Abstand lag vor uns eines dieser großen Motorboote. Darauf lief schon seit dem frühen Abend eine Party, Die Musik war gut, aber irgendwann einfach zu laut. Wir verkrochen uns gegen Mitternacht müde unter Deck und schlossen die Luken - so ging es. Irgendwann wurde es aber wieder lauter. Gequieke von Frauen, brüllende Männer ... ?? .... aahh - platsch!
Was sich erst wie ein Streit anhörte, war letzten Endes eine Truppe von Abiturienten, die anscheinend ihren Abschluss feierten. Gut zu erkennen an den Schirmmützen; ähnlich einer weißen Uniformmütze mit kleinem schwarzen Schirm. Das war bei einigen von ihnen auch das einzige Kleidungsstück. Müde aber amüsiert sah ich das morgendliche Bad der Männertruppe direkt hinter unserem Boot. Die Mädels waren irgendwo in der Nähe am Kreischen zu hören ....
Wir hatten uns den Wecker auf 8 Uhr gestellt. Der heutige kurze Törn nach Skanör war zwar nur gut 20 sm lang, geht aber Richtung Südost - dahin, wo der Wind heute herkam. Morgens noch schwach, sollte der Wind ab Mittag immer mehr auffrischen, weshalb ich den Törn gern auf den Vormittag gelegt hätte.
So halb haben wir dies auch geschafft. Viertel neun standen wir etwas zerschlagen auf und belebten uns erstmal mit einem Kaffee im Cockpit. Kurz nach neun legten wir schon ab und tuckerten unter Motor raus aus Kopenhagen. Die Sonne schien, der Südwind war noch schwach, die meiste Arbeit erledigte der Autopilot. Nach dreieinhalb Stunden und 21 sm legten wir in Skanör an.
Nicht zu früh. Der Hafen ist nicht besonders groß und hat für Boote ab 10 m nicht mehr als eine handvoll Liegeplätze. Am von uns favorisierten Steg war der zweite Platz noch frei und wir machten längsseits fest. Nach uns kamen ca. im Viertelstundentakt immer mehr Boote rein.
Harry kam in die Koje, ich ging den Liegeplatz am Automaten bezahlen und von dort sofort rüber zum Strand:
Nach seinem Mittagstief zerrte ich Harry nochmal zum Wasser - es war einfach zu herrlich.
Er ist zwar nicht der große Bader, dafür machte er sich gut als Kleiderhalter :)
Später experimentierte ich ein wenig mit dem wasserdichten Fotoapparat
Hier würde ich es noch eine ganze Weile aushalten ...
Gegen 15 Uhr war der Hafen voll. Ein schwedischer Einhandsegler (das heißt, er ist allein an Bord) suchte im mittlerweile kräftigen Wind verzweifelt nach einer Möglichkeit, anlegen zu können. Da wir an unserer freien Seite noch Fender hängen hatten wusste er, dass er auch bei uns festmachen darf. Ich saß unter Deck am PC, da sah ich durch das Fenster seinen Bug zum dritten Mal vorbeifahren - diesmal ganz dicht. Ah, er will bei uns anlegen. Schnell flitze ich hoch und half ihm beim Festmachen. Nun liegen wir das erste Mal im "Päckchen". Da wir erst am Sonnabend wieder weiter wollen, ist das überhaupt kein Problem.
Bis jetzt kamen immer wieder Boote rein und drehten im Hafen ihre Kreise auf der Suche nach einem Liegeplatz. Mittlerweile sieht es regelrecht vollgestopft aus - aber so fand jeder einen Platz:
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| Wir liegen im Zweier-Päckchen |
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| Die Boote vor uns liegen auch im Zweier-Päckchen, zwei Boote liegen in der Hafeneinfahrt |
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| In der einen Gasse liegt ein Boot an den Dalben, ein zweites daneben im Päckchen |
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| In der zweiten Gasse liegt man am Kai im Dreierpack, davor ein Boot an den Dalben |
Wir befinden uns hier in Warteposition für den richtigen Wind gen Heimathafen. Am Samstagfrüh soll er von Süd auf Nord drehen - unsere Chance.
Bis dahin kümmern wir uns ein wenig um das Boot und uns (alle drei müssen wir duschen), der nahe Strand von Skanör ruft einladend zum Baden, noch ein bisschen Schlaf nachholen, lecker kochen und durch die Gegend stromern. Programm genug, eh es am Sonnabend ganz früh auf den letzten langen Törn (rund 90 sm) nach Hause geht.
Und so waren wir heute unterwegs - inklusive dem kleinen Hopser innerhalb Kopenhagens:











eine gute Heimfahrt Euch Lieben und keine steinige Überraschungen!! :)) Lg
AntwortenLöschenKommt gut nach Hause morgen! :) Genießt die Zeit dort noch so gut es geht, ich hoffe das Wetter ist besser als bei uns
AntwortenLöschenKeine Sorge, Harry wird "diesen Stein hier" so schnell nicht wieder vergessen. Danke nochmal für den Tipp mit Telia - ich schwelge in Datenanbindung ;)
AntwortenLöschenFür schwedische Verhältnisse ist es schon recht warm hier. Selbst das Wasser hat locker 20 °C. Aber wenn das zu Hause so eklig warm ist, bleiben wir besser hier - der heutige Wind passt super, um sofort wieder gen Norden abzuhauen.