
In einem der nächsten Regenschauer eilte ich durch den Hafen, brachte die Guthabenkarte zurück zum Automaten und saugte mit dem Tablet auf dem Weg noch schnell die aktuellen Wetterdaten aus dem Hafen-WLAN. Natürlich nicht im Regen! Ich gesellte mich zu zwei anderen Seglern, die im Schutze der Dächer der Sanitärgebäude ebenfalls im Internet surften.
Da es nicht kalt war, war dieses Schmuddelwetter auch auf dem 20 sm langen Weg erträglich. Draußen frischte der Wind ordentlich auf und wir flogen mit 7-8 ktn gen Süden.
Je näher wir Kopenhagen kamen, desto mehr schoben sich die Wolken auseinander und die Sonne kam durch. Schön, wir fühlten uns nett empfangen.
Da wir keine Lust hatten, uns in das Getümmel mitten in der Stadt zu stürzen, gingen wir in einen uns bekannten Hafen im Norden der Stadt, 2 km vom Stadtzentrum entfernt.
Kalkbraenderihavn:

Wir räumten das Boot auf, legten Strom, bezahlten (am endlich funktionierenden Automaten) Liegegeld und machten uns auf den Weg in die Stadt. Das Motto des Tages:
Die 2 km, die auf der Karte noch so kurz aussahen, zogen sich ganz schön hin. Die Wolken wurden immer weniger, die Wärme umso mehr. Vorbei am großen Passagier- und Güterhafen und einer Unmenge von Baustellen für Wohngebäude an ehemaligen Hafenbecken wurde der Weg immer länger.
Irgendwann kamen auch wir an und liefen an der kleinen Meerjungfrau, dem Kastell und den schönen Straßen mit den vielen kleinen bunten Läden Richtung Nyhavn.
Während wir Frauen uns gerne die kleine Arielle ansehen, standen die Männer mit Sabber auf der Lippe vor diesem luftigen Traum in rot-weiß. Dazu passend lag noch eine Art Jetski am Steg.

Nyhavn - hier strandeten wir schon bei unserem ersten Aufenthalt mit der Mariner.
Schöne bunte, uralte Häuser, in deren Erdgeschoss dicht an dicht die Restaurants mit großen Freianlagen. Fast alle Restaurants haben einen Ausschank für Getränke zum Mitnehmen.
Wir holten uns was "Einheimisches" und setzten uns an den Kai. Beine baumeln lassen, Bier und Wetter genießen, Touristen gucken und den Straßenmusikern zuhören.


Irgendwann kam Hunger auf und wir gönnten uns ein leckeres Essen in einem der Restaurants. Wir suchten eine Weile, bis wir das richtige für uns fanden. Fast genau an der Stelle, wo wir vorher am Wasser saßen :)
Während wir auf unser Essen warteten, baute sich der nächste Straßenmusikant auf, schaltete seinen Player ein und spielte mit der Klarinette zu Soul-Jazzmusik. Toll! "Yesterday", "New York, New York" und so weiter. Gut ausgewählte Klassiker, richtig gut gespielt - der Tag war perfekt.
Natürlich gab es ein ordentliches Trinkgeld für den Musiker.
Wir bleiben bis spät in den Abend in der Stadt. Immerhin ist Midsommer, da können wir nicht schon wieder so früh ins Bett fallen.
Spät abends machten wir uns auf unseren langen Heimweg. Ich sah zwar die Autos von DriveNow und dachte sehnsüchtig daran, meine Kundenkarte einzusetzen - aber dafür hatten wir beide zuviel Alkohol im Blut.
Auf dem langen Rückweg wurden wir mit einer wunderschönen Lichtstimmung unterhalten. Die Sonne war schon untergegangen und tauchte die Stadt in wunderschöne Farben.
Überall saßen noch Leute in den Gärten der Restaurants oder gingen spazieren.

Am In unserem Hafen angekommen, gönnten wir uns noch ein paar der mitgebrachten Fertig-Cocktails im Cockpit und genossen die laue Sommernacht. Es herrschte totale Windstille, das Wasser im Hafen war spiegelglatt, der ganze Hafen still - einfach schön.

22.06.2016 Mittendrin
Irgendwie scheuten wir den langen Fußweg rein nach Kopenhagen. Nochmal Wandertag - darauf hatte keiner von uns beiden große Lust.
Uns war gestern schon aufgefallen, dass in Nyhavn auch private Boote u.a. auch aus Deutschland lagen. Wie offiziell und ob mit Wasser- und Stromanschluss war uns eigentlich egal - der Plan stand schnell fest: Ari gehört nach Nyhavn.
Noch schnell duschen gehen, gemütlich frühstücken und ablegen.
Eine Stunde später und 6 sm weiter südlich hatten wir tatsächlich Glück. Es war noch viel Platz vor der ersten Brücke, die uns die Weiterfahrt versperrte. Ari wurde sachte an den Kai gelegt, direkt an der Strom- und Wasserzapfstelle. Mittendrin statt nur dabei - besser kann man diesen Liegeplatz nicht bezeichnen.
Es herrscht zwar eine unheimliche Menschendichte hier im Hafen, aber diese tummeln sich hauptsächlich in dem Bereich hinter der Brücke (links im Bild).
Nach einem kurzen Einkauf im nahen Supermarkt (kein Käse mehr an Bord!!!) lümmeln wir Eis essend im Cockpit, noch ein Käffchen dazu ... hach, das Leben geht gerade so ....
Morgen Vormittag nutzen wir die annähernde Windstille (Wind aus Süd mit 1-2 m/s) und schleichen uns unter Motor ein Stück weiter südlich. Wir müssen noch bis zum Sonnabend warten. Dann dreht der Wind von Süd auf West und lässt uns angenehmer nach Hause segeln. Obwohl - ob der schwache Wind zum Segeln reicht, werden wir noch sehen.




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