Das uns kein Super-Segeltag vorstand verriet uns schon die Wetterprognose: Wind mit max. 3 Bft. aus Nordost, leicht bewölkt und am Nachmittag örtliche Gewitter. Niederschlag in Göteborg (unser heutiges Ziel) aber nur 1,8mm/Tag. OK, ein Minigewitter gegen 14 Uhr - das bekommen wir gebacken.
Ab Varberg beginnt an der Westküste Schwedens so langsam die Welt der Schären.
Nach leider nur kurzem Segelgenuss schlief der Wind auf 2 Bft ein und wir kamen nur noch mit Motor und ein wenig Unterstützung des Großsegels voran. Zeit zum Rumalbern, denn motoren ist sehr langweilig.
Lilleland - eine etwas größere, sehr flache Schäre. Bisher sind wir immer weit draußen vorbeigefahren. Heute mal auf der Seite zum Festland hin. Die Nähe zum Festland bezahlt aber leider damit: dem "Bälleparadies". Bojen und Fähnchen, die die Krebs- und Hummerreusen der Fischer markieren. Slalom fahren war angesagt.

Die Schären wurden häufiger, mal größer mal kleiner, und so hangelten wir uns von Leuchtfeuer zu Leuchtfeuer, um unseren Weg hindurch zu finden.
Ab Beginn des südlichen Schärengartens von Göteborg wurde es immer diesiger.
Aha, das sieht doch sehr nach Gewitter aus. Nun ging auch endgültig das Großsegel runter, nur der Motor blieb als Antrieb. Wir zogen die wetterfesten Segelsachen an und verstauten alles nässeempfindliche unter Deck. Zu guter Letzt kamen Handys, Tablet und Laptop in den Backofen. Kein Scherz - wir haben diesen Tipp aus einem Buch über Gewittersegeln. Das soll (eventuell) helfen, bei Bitzeinschlag die Geräte vor Zerstörung durch induktive Einwirkung zu schützen.
Punkt 14 Uhr - wie vom Norgweger (www.yr.no) vorhergesagt, krachte der erste Blitz vom Himmel. Kurz darauf fielen die ersten Tropfen. Allerdings waren diese so groß, dass schon die ersten die 1,8mm/Tag allein erfüllten.
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| Alles, was an Elektronik an Deck gebraucht wurde, musste in regenfeste Taschen. |



Zwischendurch gab es immer wieder mal kurze, territorial eng begrenzte, Regenpausen. Während es bei uns in Strömen goss, schien nicht weit entfernt die Sonne.
Das Licht und die teilweise Windstille sorgten für eine schöne Stimmung in den Regenpausen:
Aber nach dem Regen hieß vor dem Regen. Dieses nächste, vorerst letzte, dafür aber sehr heftige Schauergebiet war im Anmarsch - wieder begleitet von seinem eigenen kleinen Gewitter. Zum Glück fanden nur wenige Blitze ihren Weg nach unten - das Meiste spielte sich in den Wolken ab.
Dieses Feld kam nicht nur mit Regen, sondern auch heftigem Wind. Dieser nahm von jetzt auf gleich von 5 auf 23 Knoten zu. Die Sicht im Regen war schlecht, keine 200 m meldete mir der Steuermann.
Und so sah das mittenrin aus:
... und so hinterher:

Nach gut zwei Stunden Waschen ohne Schleudern hatten wir es geschafft. Wir waren durch den südlichen Schärengarten durch ...
.... und hatten unseren Hafen (Öckerö) im nördlichen Schärengarten erreicht.
Wir fanden ein beschauliches Plätzchen direkt vor dem Büro des Hafenmeisters und den dahinter liegenden nagelneuen Sanitärgebäuden. Wir schafften gerade noch ein kleines Anlegebierchen im Cockpit inklusive Trocknung der nassen Sachen, da kam schon das nächste Gewitter durch.
Nach dem x-ten Regenguss ist es jetzt ruhiger geworden. Mehr Boote kamen auch nicht mehr in den Gästehafen, so dass sich die vielen Ohrenquallen um uns herum sorglos treiben lassen konnten:
Die Sonne geht langsam unter - und wir in die Koje
Hier noch unser heutiger Törn - morgen geht es richtig in die Schären. Tjörn, Orust, Hamburgsund - wir werden eine nach der anderen besuchen.

























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