Das unbeständige Wetter lässt uns momentan nicht viel Spielraum.
Bevor am Montagabend der Wind hier oben auf Süd dreht, sollten wir im Sund sein. Danach folgen - nach aktueller Prognose - auch nur noch gehauchte Windstärken aus eher südlichen Richtungen.
So machten wir uns heute morgen zusammen mit der Crew der Hasardeur auf den Weg. Nach einem schönen Abend ging wieder jeder seiner Wege - ein Wiedersehen gibt es erst wieder in Deutschland.
Für die beiden ging es wieder südlicher, Richtung Göteborg, für uns Richtung Südwest.
Wir wollten heute etwas Raum herausfahren, solange es der momentane Westwind zuließ. Schon am Abend rutscht er auf Südwest und unser segelbarer Winkel würde immer kleiner, wenn wir an Schwedens Westküste blieben.
Unser heutiges Ziel war die 50 sm entfernte, dänische Insel Læsø, mitten im Kattegatt. Die Wetterprognose hatte sehr sportlichen Charakter: 5-6 Bft aus West, die Welle im Durchnitt 1,20 m, zweitweise Schauer. Ja .... keine Kaffeefahrt.
Kaum raus aus den Schären bekamen wir einen ersten Eindruck, was uns heute erwartete. Die Wellen platschten die Klippen der äußeren Schären hoch, der bereits kräftige Wind kam uns direkt auf die Nase - die ersten 5 sm stampfte Ari unter Motor tapfer durch die Wellen.
Auf dem Kattegatt war ordentlich was los. Für die dicken Pötte ist das noch Wohlfühlwetter. Sie kamen von allen Seiten. An Segelbooten konnten wir nur eines außer unseres sichten.
Einer kam uns ordentlich nahe. Gut, anhand unseres AIS-Signals konnte er wohl ganz gut abschätzen, ob der Abstand beim Kreuzen unserer Linie reicht ... aber ich stand schon Funkgerät in der Hand im Cockpit um zu fragen, ob der uns überhaupt sieht. War aber alles nicht notwendig - der Abstand beim Passieren war knapp aber ausreichend
Der Törn war anstrengend. Wir hatten ordentlich Schräglage, was jede Bewegung an Bord zur Kraftübung werden lässt. Das Großsegel meist im zweiten Reff, das Vorsegel komplett offen. So erreichten wir gut 7 ktn Durchschnittsgeschwindigkeit. Harry hatte seinen Spaß:
Während wir noch im Regen duschen, fährt der Dicke bereits raus aus dem Regenfeld:
Nach 7:10 h kamen wir im Zielhafen an. Leider waren die schönen Liegeplätze für den heutigen Wind alle schon belegt. So liegt Ari nun mit dem Wind am Steg, ganz alleine auf dieser Seite (im Foto unten der rechte Steg). Naja, wer lässt sein Boot auch schon gern gegen den Steg schieben. Aber keine Probleme - die Fender halten das ohne großes Leiden gut ab.
Auch im Hafen hinterlässt der kräftige Wind seine Spuren und drückt den feinen Sand vom Strand permanent durch den Holzzaun
Morgen erwartet uns dann ein richtig ansrengender Törn. Auf nach Helsingør, im nördlichen Eingang des Sundes. 94 sm entfernt, bei Windstärke um 6 Bft, Welle um 1,20 m im Durchschnitt.
Der restliche Westwind gibt nochmal alles, bevor er (hoffentlich erst) am späten Abend nach Süden zusammenfällt. Begeistert bin ich nicht, aber es geht einfach nicht anders.
Damit wir noch im hellen ankommen, werden wir gegen 6 Uhr in der Früh hier starten. Den nächsten Blogeintrag werde ich erst übermorgen einstellen können.
Unser heutiger Törn:









...und ich dachte auf dem zweiten Bild ist ein U-Boot zu sehen! o.O
AntwortenLöschen*grins* stimmt. Das hätte mich da aber auch nicht überrascht
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