Freitag, 17. Juni 2016

16./17.06.216 Völlig verTjörnt

Bis auf die Tatsache, dass wir in zwei Tagen dreimal den Liegeplatz wechseln mussten, haben wir hier auf Tjörn eine angenehm lahme Zeit.
Vielleicht hatte sich der Hafenmeister diese Wechsel auch extra als Fitnessprogramm einfallen lassen, damit wir nicht völlig verfaulen.

Zuerst lagen wir an der Mooringboje, mit schönem Blick auf die immer wieder schönen Sonnenuntergänge hier.



Am nächsten Morgen mussten wir hier weg, weil in diesem Hafenbecken Bauarbeiten stattfanden. Also andere Stegseite - längsseits wurde gerade etwas frei.

Später am Tag kam der Hafenmeister und bat uns, Ari an die Grundleine (und damit wieder im 90°-Winkel zum Steg) umzuverlegen, da der Hafen zum Wochenende gewohnheitsmäßig voll wird. Diese Grundleinen sind weit vor dem Steg am Boden verankert und gehen dann, fast am Boden liegend, lose bis zum Steg, wo sie wiederum befestigt sind. Will man anlegen, fährt man an den Steg, der Vormann macht so schnell wie möglich die vorderen Leinen am Steg fest und der Rudergänger muss ebenfalls nach vorn und sich die unter Wasser schwimmende Grundleine mit dem Bootshaken angeln. Er hebt sie hoch und führt die glitschige, manchmal schon von Muscheln besetzte Leine bis zum Heck und macht sie dort fest.
Wir hassen das!
Echt!
Nicht nur, weil die Leinen so eklig sind, sondern weil das nur bei absoluter Windstille oder Wind direkt von vorn gut geht. Sobald man Seitenwind hat, wandert einem das Heck zu schnell aus - die Vorleinen allein können das Boot nicht abfangen. Wir konnten es bisher vermeiden, so anzulegen - haben aber das allabendliche Anlege-Hafenkino, was man hier regelmäßig hat, genossen.

Da wir das Boot am Steg nur um 90 ° drehen mussten, sollte das nicht so schwierig werden wie beim Anlegen. Die stegseitigen Leinen konnten ja schon vorm Drehen belegt werden.
Allerdings verfing sich erstmal beim Drehen die eine Grundleine an unserem Ruderblatt - der Leinenabstand war geringer als unsere Bootsbreite, so rutschten wir über die zweite beim Drehen des Bootes drüber. Wir griffen uns also die nachfolgende Leine und belegten diese am Boot. Was für ein Gezerre. Die Leinen waren definitiv zu kurz für Ari's 12 m Länge. Während Harry tobte, weil die Leinen nun lustig am Bootsrumpf scheuerten, ging ich zum Hafenmeister und klärte mit ihm (mithilfe meines fantastischen Hafen-Englisch) die Situation. Er entschuldigte sich, dass er das nicht bedacht hatte und entließ uns wieder auf unseren ersten Liegeplatz an der Mooringboje. Bis zum Ende der Woche waren keine Bauarbeiten mehr geplant.
Als Harry abends beim Abkassieren der Liegegebühr immer noch ein bisschen knurrte, erließ uns der Hafenmeister 60 Kronen (rund 6 Euro) Hafengebühr als Wiedergutmachung für unsere "Unannehmlichkeiten".

Die restliche Zeit hier vor Ort verbrachten wir mit Lebensmitteleinkäufen, ausruhen und Wäsche waschen. Da kein großer Andrang bestand, hatte ich beide Waschmaschinen und beide Trockner für mich - und das auch noch kostenlos. Ich musste nur ab und zu die 100 m zum Waschhaus laufen, die Wäsche in die Wachmaschine oder den Trockner legen und anschließend (bei viel Platz in dieser Waschküche) zusammenlegen. Jetzt können wir gleich nochmal für 4 Wochen los - die Kleidung reicht :)

Am Nachmittag erwarten wir unsere Freunde, die aus Göteborg hochkommen. Wir überraschen sie mit einem leckeren Grillabend.
Morgen wird definitiv unsere Heimreise eingeläutet. Wir werden die 250 - 300 sm (je nach Route) in mehreren kleinen und großen Etappen nach Hause fahren. Die Wetterprognosen sind nicht gerade günstig. Wir bekommen Südwind und/oder Schwachwindphasen. Wir müssen also alles nutzen, was sich als segelbar anbietet.
Bis dahin genießen wir noch den Abend mit Kenneth und Ira und bei hoffentlich schönem Sonnenuntergang


2 Kommentare:

  1. Ach, das war ja schöne Grill-Überraschung!! Wenn man sich nicht in Berlin trifft, dann schon mal in Schweden ;)

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  2. Ach das ist doch nochmal gut gegangen! :)

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