Wir waren gestern viel zu früh ins Bett gefallen. Zu früh, weil wir uns so sehr auf die langen hellen Nächte hier im Norden gefreut haben. Aber wenn man so früh todmüde ins Bett fällt, hat man nicht sehr viel davon. Wir trödeln uns beim kleinen Frühstück aus und machen das Boot fertig. Kurz nach halb neun lag die Seilfähre gerade wieder an ihrer Anlegestelle und wir nutzten die Gelegenheit, schnell über ihre jetzt tief liegenden Stahlseile zu kommen.
Hej-hej, Hamburgsund. Dich werden wir so schnell nicht vergessen.
Bei der letzten Fahrt durch den Ort war ich weiterhin auf "Haussuche". Schweden zieht mich seit dem ersten Tag in seinen Bann.
Das "Angebot" an Häusern ist groß, alle haben so ihre Besonderheiten:
Hier eines mit Bootslift. Schick, schick ...
Die Steigerung: Bootsgarage mit Bootslift und sowas von direkter Wasserlage ...

Das hier war ein ganz verrücktes Haus. Es steckte voll mit Schiffsdekoration. Von der Krombacher Zapfanlage bis zur Galionsfigur inklusive Anker ... ein kleines Schiffsmuseum.
Oder so - ganz versteckt, abgelegen, garantiert sehr ruhige Lage, eigener Badestrand und Bootssteg.
Davon gibt es natürlich noch eine Steigerung: jwd (janz weit draußen), auf einer der äußersten Schären, kam diese kleine Siedlung in Sicht.
3 oder 4 Häuser, eng aneinandergedrängt auf dieser kleinen Schäre. Es mutete ein wenig wie ein militärischer Vorposten an. Egal, der ideale Ort zum Entspannen, Ausschlafen und nur noch Dinge tun, die Spaß machen :)
In diesem diesigen Wetter sah der äußerste Schärengürtel ziemlich unwirtlich aus.
Ein letzter kleiner Orientierungspunkt, daran ein letzter Kurswechsel zwischen den Schären, dann wurden wir ins Skagerrak entlassen.
Wir hatten ideale Windbedingungen für unseren heutigen Törn nach Norwegen.
Da es in den nächsten Tagen ständig nur "vor sich hin krümelt", keine Windrichtung länger als 6 Stunden hält und der Wind eher auf Sparflamme kocht, musste es heute sein - der Absprung von Schweden nach Norwegen.
Die heutige Wetterprognose (ein Mix aus 3 Wetterdiensten): Wind mit 15-17 ktn (= 4-5 Bft) aus Südwest, die Welle im Schnitt 1 m hoch und aus derselben Richtung.
Wir hatten unser heutiges Ziel entweder in Verdens Ende oder Stavern. Wäre der Winddreher auf West am Mittag gekommen, hätten wir nach Verdens Ende abgedreht. Da der Wind stabil auf Südwest blieb, konnten wir Stavern ansteuern und nach 50 sm in 6:59(!) Stunden erreichen. Der Durchschnittswert von 7,1 ktn kommt uns fast noch zu langsam vor. Wir hatten eine schöne Rauschefahrt mit 7-8 ktn in den teilweise bis zu 2 m hohen Wellen.
Ich diskutierte bereits seit der Abfahrt mit meinem Frühstück über seinen weiteren Verbleib. Als Harry sich gegen Mittag eine Suppe warm machte, lehnte ich dankend ab. Ich wollte die interne Diskussion nicht wegen zu vieler Teilnehmer "hochkochen" lassen. Letzten Endes blieb alles da, wo es hin gehörte. Am Steuer stehen half dabei ungemein.
Wegen der schlechten Sicht kam die Küste Norwegen erst spät ins Sicht.
Wie nun schon gewohnt begrüßten uns als erstes ein paar karge Schären mit Leuchtfeuern
Die Suche nach einem ersten Anlaufhafen gestaltete sich in der Vorbereitung etwas schwierig. Wir sind von Deutschland und Schweden mehr Häfen gewohnt. Hier in Norwegen gibt es viele Ankerbuchten und winzig kleine "Anlegestellen", aber Häfen mit etwas Versorgung wie Wasser, Strom und Toiletten/Duschen sind nicht all zu häufig.
Stavern ist schon der größte Hafen hier im absoluten Süden Norwegens. Zum Glück sind wir noch außerhalb der Hochsaison ab Mitte Juni - da ist hier kein Platz mehr zu bekommen.
Schon von weitem war dieses pyramidenähnliche Gebäude zu sehen. Es handelt sich hierbei um eine Gedenkstätte für die Gefallenen im 1.Weltkrieg (haben wir heute von der Hafenmeisterin gelernt).
Und das bekommt man zu sehen, wenn man vor dem Hafen kreist, um die Segel einzuholen. Sieht auch etwas militärisch aus.
Da liegen wir nun (links am Steg, das einzige Boot mit der deutschen Flagge). Als wir zur Hafenmeisterin kamen, begrüßte sie uns auch sofort mit "ah, the germans". Viel deutschen Besuch scheint es zur Zeit wohl nicht zu geben.
Die Zufahrt zum Hafen (im Hintergrund, zwischen den Felsen) sieht von dieser Seite doch sehr breit aus ... wenn man aber vom offenen Meer her im spitzen Winkel darauf zufährt, sieht man diese Passage nicht so einfach. Wir sind gefühlt ewig auf eine optisch geschlossene Wand zugefahren, bis - schon fast im vorbeifahren - diese Einfahrt zu sehen war.
Über diese Holzbrücke kommt man von den Stegen zu den Sanitärgebäuden, dem Hafenmeister und in die Stadt.
Morgen werden wir hierbleiben und uns die Stadt ansehen. Ich war noch nie in Norwegen und bin ganz gespannt auf Land und Leute.
Fast vergessen - unser heutiger Track übers Skagerrak



















velkommen i Norge !! Cool gemacht!! und echt schön die Strecke in Bildern zu sehen , da kommen die Erringung hoch :) Freue mich auf die "unbekannte" norwegische Landschaften! Viel Spass Euch und geniesst die Zeit!
AntwortenLöschenNa erstmal sehen, wie weit wir hier nooh kommen. Bis auf deine Unterlagen habe ich nichts :)))
AntwortenLöschenWerde morgen mal sehen, ob ich hier einen Laden finde, der den Hafenführer bis nach Christiansand hat (Havneguiden Nr.2). Mit dem gehts beim richtigen Wetter noch ein Stück weiter westlich Wenn nicht - ich träume eher davon, mich auf VesterØy bis KirkØy umzusehen.
Bis zum WE 18./19. in Göteborg haben wir ja noch ein wenig Zeit. Ich freue mich schon auf euch ....
Oh ja! Das Wochenende 18/19 wird lustig - der Kleene HASARDEUR und die schicke raser ARI ;)) Freuen uns schon!
LöschenPS. Bin gespannt für welchen Hafen (oder doch Ankern??? *grins*) Du Dich für morgen entscheidest !
na, wo hat euch der wind hingeweht, ihr norwegischer dream-team ;)) ?
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