Der Tag fing schon so komisch an. Unsere Chemie konnte nicht unterschiedlicher sein. Einer wollte bummeln, der andere wollte los. Der eine wollte es mit dem Segeln probieren, der andere wollte lieber gleich motoren. So ging das seit dem Aufstehen; die Bombe tickte, ging aber nicht hoch.
Das Wetter passte gut zu dieser Stimmung. Morgens gegen 8 Uhr stand der dichte Dunst über dem Wasser.
Als sich der Dunst in der Sonne auflöste, war es schon fast 10 Uhr. Und irgendwas fehlte noch ...
Statt der angesagten 3-4 Bft aus Ost labberte eine saubere 2 (Bft) über die lahme Welle. Und wo kam eigentlich diese Welle her??? Knapp 0,5 m hoch und äußerst nervig, wenn man keinen ordentlichen Vortrieb hat.

Nach 14 sm unter Motor - seit dem Ablegen - kam etwas Wind auf.
Er steigerte sich kurz bis auf 7 ktn - eine ganz schwache Windstärke 3.
Der Versuch unter Vollzeug (Großsegel und Vorsegel) verlief kläglich. Die Wellen sorgten dafür, dass das bisschen Druck aus dem Großsegel regelrecht rausgeschüttelt wurde; es schlackerte bei den größeren Wellen wie ein nasser Sack am Mast. Dagegen hielt sich die Genua recht wacker, brachte aber auch nicht viel zustande . Die Bootsgeschwindigkeit sank gegen Null.
Irgendwann hatten wir die Nase voll, holten beide Segel ein und setzten das Gennaker pur.
Naaaja ... wir kamen immerhin auf gute 3 ktn Fahrt. Besser als motoren, beschlossen wir und waren überrascht, wie gut sich der "kleine Dicke" bei wenig Wind und oller Welle machte.
Dank des wolkenlosen Himmels begann nun endgültig der Röstvorgang ... wir saßen das ganze 9 sm (=3 h Fahrt) lang aus.
Dann schlief der Wind fast ein und sackte unter die 5 ktn (magere 2 Bft); wir gaben uns geschlagen. Die restlichen 8 sm brachten wir unter Motor hinter uns und erreichten gut gegart Ystad.
Nun liegen wir wieder an "unserem" Steg und rufen mit unseren Bootsnachbarn einen deutsch-polnischen Kleinstaat aus. Die Schweden scheinen definitiv das Saisonende eingeläutet zu haben - ungeachtet des warmen Wetters. Nur selten sieht man noch ein schwedisches Boot auf Urlaubsfahrt.
In den Häfen sind fast überall die Restaurants oder Eisläden geschlossen und öffnen maximal noch am Wochenende.
Morgen werden wir wohl oder übel einen weiteren Hafen-Gammeltag einlegen müssen. Es gibt definitiv noch weniger Wind als heute. Dafür sieht es am Freitag schon etwas freundlicher aus.
Sollte die Vorhersage eintreffen (was an ein Wunder grenzen würde), dürfen wir mit 4 Bft, in Böen 5 Bft, Richtung Heimathafen sausen. Aber ... wer glaubt schon noch an Wunder?!





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