Sonntag, 11. September 2016

11.09.2016 Nochmal zurück ...

Der Wind hat uns mal wieder ziemlich im Griff. Denn eigentlich wollte Harry heute nach Karlskrona segeln - außerhalb der Schären, ein wenig Strecke machen, bei moderatem Wind.
Aber ...

So schön, wie es wieder auf Tjärö war, so voll wurde es zum Wochenende auch. Waren es am Freitag Nachmittag mit uns vielleicht fünf Boote, so waren es am Sonnabendabend locker 30. Durch das Umlegen auf Bug- oder Heckanker entstand genügend Platz für alle.



Zum Glück waren wir den halben Tag in der abgelegenen Wildnis der Insel unterwegs. Somit waren wir entspannt genug für den schwedischen Wochenendtrubel.









Die Schweden sind ein begnadetes Partyvolk. Schon am Sonnabendnachmittag wummerten bei einem der großen Motorboote die Boxen. Und das waren keine Jugendlichen, sondern eher so die wilden 30 - 40+ :-) Über den Steg hopsten viele Kinder, deren Mütter und Väter sich entweder um den Grill auf dem Steg kümmerten oder mit einer Dose/einem Glas in der Hand auf dem Steg flanierten.
... und niemand regte sich auf. Nicht über die laute (vielleicht weil gute) Musik, nicht über die spielenden Kinder, nicht über das laute Rufen irgendwelcher Späße quer über die Boote hinweg  ... Momente, in welchen mir dieses ständig vergnatzte Deutschland überhaupt nicht fehlt!
Und trotz allem Spaß war gegen 22 Uhr Ruhe im Hafen. Das klappt wiederum in Deutschland eher selten.

Zurück zum heutigen Tag.
Wir legten so elegant wie möglich aus dem ungewohnten Liegeplatz mit Steg und Anker ab und freuten uns auf einen schönen Segeltag. Vorausgesagt war Wind aus Südwest, auf West drehend in 3-4 Bft. Genau richtig, um mit schönem Tempo nach Karlskrona zu segeln. Noch in den Schären bekamen wir jedoch ein ganz anderes Wetterbild präsentiert. Wind aus Süd (das ginge ja noch) mit 2 Bft - in "Böen" 3 Bft. Also kaum Wind, dafür aber eine schöne alte Dünung aus Südsüdost, die unserem Boot das letzte Quentchen Schwung nahm. Ari stand in den Wellen und wir schauten uns entgeistert an. Wat nu? Unter Motor nach Karlskrona? Das fiel aus, da schon für Montag sehr wenig Wind angesagt war; da wollten wir zurück nach Hanö. Und zweimal unter Motor? Nö!!

Nach verärgertem Grübeln einigten wir uns darauf, bereits heute nach Hanö zu gehen. Ich war nicht sehr traurig darüber - mir war nicht so nach "Stadt".




Also neuen Kurs gesteckt und ab. Najaaa, ... und ab ging aber auch nicht.
Der Wind kam aus Süd, Hanö lag in Richtung Südsüdost - unsegelbar. Da wir viel Zeit hatten und der Wind etwas auffrischte, kreuzten wir in langen Schlägen und kreisten Hanö regelrecht ein.



Nach 26 sm und 5 Stunden Fahrt insgesamt kamen wir im völlig leeren Hafen an. Bis auf ein paar Einheimische lag niemand an den Stegen.
Schön, das habe ich gebraucht ...


Wir werden den morgigen Tag hierbleiben und uns den noch nicht erkundeten Teil der Insel erlaufen.
Kein Wind - kein Segeln. Basta!


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