Deshalb der Plan, mit dem Sonnenaufgang aufzustehen, ... was auch fast geklappt hat.
Letzten Endes fanden wir um 6 Uhr aus der Koje und legten 6:45 Uhr in Lohme ab.
Ziel: irgendwas in Südostschweden. Wetter: locker bewölkt, bis 19°C, Wind 3-4 Bft.
Mhm. Is ja nich viel. Bloß nicht motoren!
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| Und tschüss, Lohme ... |
Die Fahrt an sich war fast schon langweilig. Die Sonne brutzelte vom Himmel, der Wind meinte es gut mit uns und blieb oberhalb der 4 Bft-Marke und kam beständig aus Südwest.
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| Langeweile an Bord sorgt für interessante Fotos - hier: mein Frühstück in Großaufnahme :-)) |
Wir befanden uns nicht gerade im Geschwindigkeitsrausch, aber 5-6 ktn reichen als Reisegeschwindigkeit - wenn um einen herum der "Berufsverkehr" tobt.
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| Hohe Schiffsdichte nordöstlich von Rügen. Hier entsteht ein Windpark. |
Und das wurde auch nicht besser. Bis auf kleine Pausen, wo wir mal wirklich auf Sichtweite allein waren, waren wir ständig von großen Schiffen umgeben. Besonders natürlich an den vielen zu überquerenden Verkehrstrennnungsgebieten (VTG; so eine Art Autobahn-Teilstück auf dem Meer) reiten sich die großen Fähren, Containerschiffe und Frachter wie auf einer Perlenschnur.
Und wir mussten queren. Da wir nur einen Bruchteil der Geschwindigkeit dieser großen Schiffe erreichen, mussten wir schon ordentlich taktieren. Als der Wind in Höhe Bornholm auf 3 Bft absackte, setzten wir den Gennaker und flitzen mit sechs bis gut acht Knoten weiter. Dabei hörten wir über Funk die Warnung, das im Schießgebiet südöstlich von Ystad die Übungen beginnen. Man wurde aufgefordert, das Gebiet zu räumen. Kurzer Blick auf die Karte ... uuupps, wir waren mittendrin. Allerdings würde ich dieses Gebiet nicht gerade als südöstlich von Ystad bezeichnen; eher direkt südlich. Aber das war keine Situation, wo Frau vom Boot mit Mann im Gefechtsleitstand anfängt über Funk zu diskutieren ... :)
Harry änderte etwas die Richtung, ging auf Halbwindkurs und Ari flog aus der vermeintlichen Gefahrenzone. Am Ende des letzten VTG des Tages bogen wir im rechten Winkel ab, um auf dem Weg Richtung Simreshamn nicht in ein - auf der Seekarte nicht näher bezeichnetes - Sperrgebiet zu fahren.
Wir fuhren parallel zu seinen Grenzen und dümpelten deshalb etwas ungünstig in Wind und Welle. Auf einmal war sehr deutlich das Abfeuern mehrerer Salven eines vermutlich großen Maschinengewehrs zu hören. Oha, die schießen HIER! Ja gut, DAS ist auch wirklich südöstlch von Ystad. Wir hielten uns schön weit ab der Grenzlinie und bestaunten unter anderem einen sehr tief fliegenden Kampfjet der schwedischen Luftwaffe. Holla die Waldfee, hier ging die Post ab.
Aber nicht lange - nach gut drei Stunden wurde das Ende der Übung über Funk bekannt gegeben.
Da waren wir schon auf dem Weg nach Nord. Unser Zielhafen änderte sich noch schnell von Simreshamn auf Skillinge. Den ganzen Tag in der Sonne, die schaukelnde Welle von schräg hinten bewegte das ganze Boot über alle Achsen und die vielen Segelmanöver (Vorsegel raus, Vorsegel ausbaumen, Ausbaumer wieder raus, Vorsegel rein, Gennaker vorbeireiten und setzen, Gennaker wieder runter, Vorsegel raus ....usw) waren gut in den Muskeln zu spüren. Wir waren schlichtweg müde. Nach 11 Stunden und 65 sm im Kielwasser legten wir an.
Skillinge, 6 sm südlich von Simreshamn, kannten wir nur von Berichten anderer Segler und wollte besichtigt werden. Nichts außergewöhnliches, aber durchgehend 3,50 m tief, großes Hafenbecken, nicht überlaufen und alles vor Ort, was man brauchen könnte (Bank, Supermarkt, Dieseltankstelle, Segelmacher und Bootsausrüster). Wir brauchen zwar nichts, aber wer weiß das schon sicher ...
Nach dem Anlegen und dem Zahlen des Liegegeldes warf ich ein paar Hähnchenbrüste in die Pfanne, später kamen Zwiebeln, Ingwer, rote Paprika, Chili. Schmand und Sahne dazu. Abgerundet mit etwas Couscous ein schnelles und leckeres Essen, welches von ein paar Gläschen Wein begleitet wurde.
Jetzt noch schnell den Blog rausgeschickt (während Harry den Abwasch erledigt) und dann in die Koje fallen.






Irgendwie machen Deine Posts nicht nur Lust auf Urlaub und Segeln, sondern auch HUNGER!!!
AntwortenLöschenGute Fahrt!
Gruß von zu Hause.
Jan Q.
LöschenNa dann, ab in die Küche Jan :-) Ich koche zu gerne hier an Bord. Ein Blick in die Vorräte (was muss als nächstes weg?) und sich daraus was Schönes gekocht. Wasser und frische Lust machen hungrig ...
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