Die Sonne brennt bereits vom Himmel und das ist gut so. Das Meerwasser ist wärmer als die Nachtluft und hat unser Boot mal wieder komplett bedampft. Das ist momentan der einzige Hinweis darauf, dass es langsam Herbst wird. Kühle Nächte und noch relativ warmes Wasser. Na gut, und die Massen an ziehenden Gänsen am Himmel ....
Ein wenig wehmütig verließ ich Hanö. Eine wirklich schöne, kleine Insel, die garantiert noch einiges zu bieten hat, was wir in den zwei Tagen hier noch nicht entdeckt haben. Vor allem aber Ruhe ...
Auf Wiedersehen, Hanö
Die Wetterdienste meldeten für heute Wind aus West mit 3-4 Bft. Supi - auf nach Bornholm.
Von dort wollen wir zurück zur schwedischen Südküste und beim besten Wind der Woche am Donnerstag oder Freitag nach Rügen.
Es fing so schön an: der nette Ostwind blies mit dauerhaft 9-11 ktn (Ende der 3 Bft, noch nicht ganz 4 Bft), die Welle war klein, der Himmel blau. Schönstes Segel-Wander-Wetter.
Wir ließen aus lauter Faulheit den Autopiloten machen. Auf Höhe Bornholm sollte es auf die 4-5 Bft gehen, dann macht auch steuern wieder richtig Spaß.
Aber ... nix da. Ich hatte mich für eine "Schlafübung" (ich kann während der Fahrt so schlecht entspannen, muss da noch üben) in der Koje verkrochen und war tief eingemumelt eingedöst, da stand Harry am Bett und weckte mich ganz vorsichtig.
Der Wind hatte stark nachgelassen und wir dümpelten nur noch mit maximal 4 ktn vor uns hin. Die neue geschätzte Ankunftszeit für Hasle oder Rønne (beides Häfen auf Bornholm, rund 25 sm entfernt) - 20 Uhr. Oh nee. es war gerade mal irgendwas nach 14 Uhr.
Harry schlug vor, direkt nach Simrishamn abzubiegen, auf dessen Höhe wir gerade lagen. Da wollten wir zwar erst morgen hin, aber gut ... bis dahin sind es nur 13 sm. Selbst diese zogen sich dann noch über 2 Stunden hin, weil wir - jetzt unter Motor - die Welle eklig von schräg hinten hatten, dazu kaum Wind und somit über alle möglichen Achsen durchgeschaukelt wurden. Harry verkroch sich brummig in die Koje und ich übernahm den Rest Ruderwache.
Nun liegen wir hier im leeren Hafen und haben mit anderen deutsche Booten am Steg E eine zufällige, kleine deutsche Kolonie gebildet.
Jetzt sitzen wir über den Wetterdaten für die Woche und grübeln. Der Ostwind lässt uns nicht viel Spielraum. Viel weiter östlich sollten wir nicht, sonst wird das für mich knapp - Montag sollte ich wieder am Arbietsplatz sein. Der Wind bleibt bis Ende der Woche auf dieser Richtung.
Vielleicht nach Ystad und dort schauen, wann nochmal richtig Wind aufkommt? Zum Wochenende sieht es ja ganz gut aus. Bloß nicht noch viel motoren, das nervt.
Wir haben definitiv zu schönes Wetter - Mist!
Hier noch unser heutiger Track mit der deutkichen Abbiege gen West nach Simrishamn




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