Samstag, 10. September 2016

09./10.09.2016 Kleine Inselwelt

Der Abschied aus Hanö fiel mir tatsächlich etwas schwer. Zu viel gab es hier noch zu erkunden. Ein erneuter Anleger auf dieser Insel ist eigentlich unumgänglich.

Leider hatten wir mit der allgemeinen Windvoraussage etwas Pech. Er kam nicht aus Südost, sondern Ost. Das ist zwar generell sehr schön, ... aber nicht, wenn der Plan war, genau in dieser Richtung noch etwas vor dem Schärengarten zu segeln und dann senkecht nach Nord einzutauchen.
Na gut, stellen wir halt die Tagesroute um. Wir segelten gleich nördlich hoch Richtung Karlshamn und fuhren dann unter Motor die Route in den Innenschären.









Die Insel Tjärö liegt im westlichen Teil des Schärengartens. Wir legten am Steg in der Bucht mit dem Namen Maren an (siehe Karte):



Da es sehr leer war, legten wir wie alle anderen längsseits an - obwohl die Hinweisschilder an den Dalben darum baten, im rechten Winkel zum Steg - siehe kleines gelbes Motorboot - fesrtzumachen.


Nach dem Bezahlen der Liegegebühr (160 Kronen/ca. 16 € inkl. Strom, Wasser, Duschen und Toilette) gönnten wir uns noch ein Eis. Ich hatte ein Vanille-Eis mit Salmiaküberzug. Hmmm, ich liebe die Schweden für ihre Lakritzideen :)



Auf der Insel wird neben dem Hafen auch ein Hotel mit Ferienwohnungen und -häusern betrieben.

Glasklares Wasser - auch im Hafen ...



Die Oberfläche eines dieser Steinriesen. Rosenquarz und Flechte



Noch liegen alle längsseits ... 


Als es später immer voller wurde, bat das Hafenpersonal darum, nun doch per Heckanker festzumachen. Das heißt, man macht mit dem Bug am Steg fest und wirft für den Halt des Hecks einen Anker hinten aus. Das mag noch gut gehen, während man anlegt. Wenn man erstmal längsseits liegt, wird das nachträgliche Auslegen des Ankers komplizierter. Und natürlich stand gerade unsere Abendessen warm auf dem Tisch ... kein Problem, es eilt nicht. Gut. Wir aßen trotzdem etwas zügiger und besprachen dann das Manöver. Im Gegensatz zu den Schweden drehten wir unser Boot ohne Motorkraft. Wir belegten am Heck beide Leinen, setzten die Fender um, lösten die Vorleine am Bug und zogen uns mit dem Heck zum Steg. Ich zog an den Leinen, Harry schob mit dem großen Bootshaken den Bug vom Steg. Neun Tonnen auf dem Wasser zu bewegen kann so leicht sein, wenn kein Wind weht. Zusätzlich zu den beiden Heckleinen setzten wir noch Springs (längere Leinen) von der Bootsmitte zum Steg, um die Seitenbewegung des Bugs einzuschränken.
Das zusätzliche Ausbringen eines kleineren 7 kg-Ankers vorne am Bug per Handwurf  ging nicht so gut. Da boten uns die Mitarbeiter des Hafens an, auch unseren Anker (wie schon bei anderen Segelbooten auch) mit Hilfe ihres kleinen Versorgungsmotorbootes auszubringen. Gesagt, getan - und schon lagen wir sehr schwedisch ...


... und konnten den restlichen Abend bis zum Eintreffen der Mückenarmee im Cockpit genießen.


Wir flohen mit Einbruch der Dunkelheit unter Deck, sichteten die Fotos des Tages und besprachen anhand der Wetterdaten (freies Hafen-WLAN!) die kommenden Tage.
Wir werden noch einen Tag hierbleiben und die wilde Schönheit dieser Schäreninsel genießen.
Am Sonntag fahren wir noch weiter bis Karlskrona, aber nur des Segelns wegen. Danach wird es wohl wieder zurück in die Natur gehen.



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