Sonntag, 28. Mai 2017

28.05.2017 Nur um die Ecke / Farsund (NO)

Um sieben Uhr erinnerte mich der Wecker daran, dass ich eigentlich etwas früher aufstehen wollte.
Wollte ich? Nicht wirklich! Ausgemacht und wieder umgedreht.
Gegen acht und nach natürlichem Wachwerden fiel es mir wieder ein - die günstigen Windbedingungen blieben heute nicht lange. Naja, auch egal. Wir haben Urlaub.
Das Wetter passte zu diesem Gedanken ganz gut - blauer Himmel, Sonnenschein, laues Lüftchen und herrliche Ruhe im Hafen. Die Ruhe kam allerdings daher, dass alle auf unserer Stegseite bereits abgelegt hatten .... die Streber.
Nach einem nicht sehr ausgedehnten Frühstück machten wir Ari und uns startklar und legten ab.

ha det bra (machs gut), Mandal
Irgendwie schade, Mandal wäre eine tiefere Erkundung wert gewesen.

Die Sonne hatte sich mittlerweile hinter den schon bekannten Nebel verzogen. Da es aber noch leidlich mild war (13°C), störte uns dies nicht weiter. Mal einen Tag ohne Sonnenbrand im Gesicht zu überstehen ist ja auch ganz nett.


Trotz der späten Abfahrt zeigte sich der Wind mal gnädig und blies noch in geeigneter Stärke (3 Bft) aus der richtigen Richtung (Westsüdwest-WSW). So konnten wir wenigstens den gesamten Seeweg und einen Großteil der Außenschären vor Farsund unter Segeln bewältigen.
Je näher wir allerdings wieder dem Festland kamen, desto dichter wurde der Nebel. Und feuchter - es fiel leichter Sprüh-Nebel-Nieselregen - bah!


Das machte die Fahrt durch Schären  sehr ... ähm ... spannend. Um den richtigen Weg zu finden, ist man normalerweise auf die ausgelegten Seezeichen angewiesen. 
Wenn man diese nicht sieht, basiert die ganze Navigation nur noch auf der elektronischen Seekarte und dem GPS-Signal. In diesem Gebiet mit sehr wiederstandsfähigem Untergrund und unter Segeln kann ich sehr gut auf solche Experimente verzichten. Aber egal, wir waren drin und wollten auch da durch. 
Jeder bekam eine Bootsseite unter seine Verantwortung und meldete jedes gesichtete Seezeichen, jeden Felsen, jedes bunte Bällchen im Wasser, an dem immer eine Hummerreuse hing. 
Und so sah das aus: 

"... ne Spiere, warte ... eine ... grüne? Spiere ... glaube ich ...an Steuerbord "

"...da kommt uns ein Segelboot entgegen - nee, warte ... kein Boot .... hihi, ist ein Seezeichen"
Hier mal ein Vergleich:
elektronische Seekarte auf dem Tablet ...

... und die Realität (das sind die beiden Seezeichen rechts von Wegpunkt 15 im oberen Foto)

Spaß ohne Ende. Wir sind schadenfrei durchgekommen und liegen nun im Gästehafen von Farsund.

Mal ein Wort zu den Gästehäfen in Dänemark und Norwegen:
Bisher waren alle sehr liebevoll eingerichtet. Man wird mit allen notwendigen Informationen zugeschüttet, ohne lang suchen zu müssen. In Dänemark gab es immer ein kleines Seglerheim mit PC-Plätzen und Internetzugang, Informationsmaterial zum Ort, eine Sitzecke mit Stromanschluss für den mitgebrachten Laptop inkl. freiem WLAN und, und, und.
Die Norweger trumpfen mit gut gekennzeichneten Gästeplätzen auf, auch hier Informationsmaterial zum Ort und zum Entrichten der Liegegebühr. Strom, Wasser, Internetzugang (WLAN im gesamten Hafen), Duschen und manschmal sogar die Nutzung von Waschmaschine und Trockner sind meistens in der Liegegebühr enthalten. Man fühlt sich sehr willkommen. Wenn ich da an so manche deutschen Häfen denke - ojee!
Folgend mal die Gästeinformation in diesem Hafen:

Direkt hier am Steg von vorn ...
... und die Rückseite.


Aushang am Häuschen des Hafenmeisters.


Ein paar Bilder vom Hafen und seiner Umgebung:











Weil der Wind die Frechheit besitzt, morgen schon wieder mit 5-6 Bft aus Nordwest zu kommen (da wollen wir doch hin), kämpfen wir uns morgen wiedermal mit Aufkreuzen weiter nach Norden.

Zur Weiterfahrt nutzen wir dann - mittlerweile nicht anders gewohnt - den etwas schwächer gestalteten Dienstag, um unter Motor und mit etwas Glück auch unter Segeln bis nach Tananger, ganz nah bei Stavanger, zu kommen. 
So der Plan ... mal sehen, was das Wetter daraus macht.


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