Dienstag, 23. Mai 2017

22.05.2017 ...dann eben Anholt (DK)

Die etwas sehr spontane Entscheidung, am Sonntagmittag loszufahren, war die beste, die wir hätten treffen können.
Von der Ausfahrt südwestlich Hiddensees an hatten wir lange Zeit besten Wind, um zum Start des Urlaubstörns ordentlich Meilen zu machen.
Der Stromgenerator war zwar eingebaut, aber noch nicht ins Stromnetz des Bootes eingebunden. Diese Arbeiten hatte sich Harry für den einen oder anderen Hafentag aufgehoben. Die Wetterberichte verkünden für die nächsten Tage alle Wetter, die es gibt: Starkwind, Flaute, Sonnenbruzeln und Regen. Da wird sich schon ein ungewollter Tag im Hafen ergeben.

Aufgrund des herrschenden Nordwest-Windes war uns klar, dass wir den Sund bis zum Fahrwasser Hiddensee nur unter Motor bewältigen können. Weit gefehlt - ab Brücke Stralsund bis zur Abfahrt nach Barhöft (Hafen südl. von Hiddensee) fuhren wir knuffig unter Genua und genossen das unkomplizierte Segeln. Der Tag würde noch lang werden - nur nicht gleich zuviel.
Ari düste später bei nur 3 Bft mit 7 Knoten an Hiddensees Westseite Richtung Norden. Wir wollten den Sund hoch und möglichst auch durchfahren. Dabei hatten wir weder einen Zielhafen noch eine Dauer des ersten Törns in den Norden festgemacht. Ganz nach Lust und Laune und Kondition wollten wir mal sehen, wie lange wir das durchhalten. Dass das Wetter dabei noch ein Wörtchen bis ganze Sätze mitzureden hat, schmorte dabei natürlich im Hinterkopf.

Auf Höhe der Insel Møn blieb dem Wind das erste Mal die Puste weg. Von jetzt *schnipp* auf gleich.
Nach ein paar Minuten kam er fast unmerklich wieder. Dieses Spiel machten Petrus mit uns noch ein paar mal, ehe uns die Landabdeckung der dänischen Küste das letzte bisschen Wind nahm.
Ab da lief der Motor. Das wusste ich nach Recherche aller Wetterdienste schon vorher und so waren wir darauf eingestellt. Allerdings sollte der Wind nach Meinung einiger Wetterfrösche im Kattegat wiederkommen. Kam er aber nicht. Nicht mal ein bisschen. Unser Plan, noch eine zweite Nacht auf dem Wasser ranzuhängen und bis zum Dienstagabend bis Skagen durchzuziehen, schlief mit dem Wind ein.

Apropos schlafen :-)
So einen richtigen Wachrhythmus hatten wir für uns zwei Stück Mannschaft nicht. Wir kennen unsere unterschiedlichen Typen im Schlafverhalten und setzten das einfach anstelle eines Wachplans.
Harry ist die Nachteule, er kann gut lange wach bleiben und bekam somit die Zeit über Mitternacht. Ich bin eher so die früh-ins-Bett-Plumpse und durfte dafür die Hundewache ab 1 Uhr früh übernehmen. Im Großen und Ganzen kamen wir zwei damit zurecht. Nur: mit jedem Mal nach unser zwei- bis dreistündigen Schlafzeit sahen wir zerknautschter aus. Erst bei der ewigen Motorfahrt auf dem Kattegat kamen wir (natürlich abwechselnd!) dazu, uns so richtig auszuschlafen.

Uns war bald klar, dass der Wind uns heute nicht mehr dienen wird und so drehten wir frühzeitig nach Anholt ab.
 ... und haben auch dies nicht bereut. Anholt ist ein kleines Juwel, jedenfalls außerhalb der Hochsaison Juli/August. Ein übersichtlicher Hafen, ein schöner Sandstrand direkt nebenan und uriges Inselleben schon auf dem Weg zum Hafenmeister.
Nach dem Anlegen stießen wir auf die letzten 31 Stunden und 178 Seemeilen an.

Folgend ein paar Fotos aus den letzten 2 Tagen, die noch nicht Erwähntes erzählen:

Die Ziegelsteinbrücke in Stralsund ist geöffnet; wir warten auf Erlaubnis zur Durchfahrt

Tschüss, Stralsund

Nicht gut getroffen, aber bizarr genug zum Zeigen - zwischen Rügen und Hiddensee

Unser Lieblingsplatz bei der Ruderwache

Ungemütliche Nähe 




Wir haben es sogar mal geschafft, unterwegs eine richtige warme Mahlzeit zu essen.

Es gab zwar nur Nudeln mit Butter und Parmesan, aber es waren die leckersten (Vollkorn-)Nudeln auf der Welt.
Mitten auf der Ostsee, das Boot unter Segeln, schönes Wetter und gute Laune - die besten Zutaten für eine Mahlzeit.
Harry nutzt die Zeit unter Motor, um den Generator ins Stromnetz des Bootes zu bringen

Sonnenuntergang mitten auf der Ostsee - ohne Worte 


der Mond geht - kurz vor der Sonne - über Malmö auf


Schloss Kronburg in Hesingør - gleich fahren wir ins Kattegat

Die große Heckwelle dieses Riesen hat Harry in der Koje aus dem Schlaf geschüttelt

Einfahrt nach Anholt


Der elektronische Hafenmeister kassiert die Liegegebühr

Blick vom Seglerheim über den Hafen Anholt

Weg am Hafenbecken entlang - Urlaubsfeeling pur

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage versprechen zu wenig Wind aus der falschen Richtung.
Wir sehen trotzdem zu, dass wir weiterkommen. Irgendwie nördlich, gen Skagen, um zum Wochenenden den Absprung nach Norwegen zu schaffen.




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