Bei schönstem Wetter legen wir im Vasahamnen ab und tuckern langsam los. Wir verlassen Stockholm südlich von Södermalm. Auf unserem heutigen Weg bis Södertälje erwarten uns vier Klappbrücken und zwei Schleusen, die unsere besondere Aufmerksamkeit benötigen. Alle anderen Brücken in Stockholm sind mit 25 m lichter Höhe hoch genug, um uns den Mast nicht vom Deck zu reißen. Normalerweise macht man vor einer Brücke ohne feste Öffnungszeiten an einem Steg davor fest und meldet per Funk, das man gerne durchfahren möchte. Das muss nicht immer sofort geschehen. Manchmal wartet der Brückenwart noch auf weitere Boote, damit sich die Unterbrechung des Verkehrs oben auf der Brücke auch lohnt.
Die erste Brücke des Tages, keine Seemeile vom Hafen entfernt, öffnet am Tag immer 38 Minuten nach der vollen Stunde (9:38 Uhr, 10:38 Uhr, usw). Wir kommen an, sind ein wenig früh, halten uns an praktisch verlegten Leinen am Wartesteg fest ...
... und genießen die Morgensonne. Pünktlich öffnet sich die Brücke. Erst ändert sich das Lichtsignal von dauerhaft rot auf rotes Blinklicht, dann ist die Brücke hochgeklappt, das Lichtsignal wechselt auf grün und wir rauschen durch.
![]() |
| Na, das war ja einfach. |
Neubau, aber schön. Und praktisch!
Die Schweden sind weltführend im umweltverträglichen Wohnungsbau.
Als nächstes kommt eine Schleuse mit Brücke davor:
Hier wird "auf Verlangen" geöffnet. Verfahren siehe oben. aber simsalabim - kaum kommen wir vor der Brücke an, signalisiert man uns (durch Änderung des Lichtsignals) , dass die Brücke geöffnet wird und damit auch in die Schleuse eingefahren werden darf. Schwupps, rein, schön bis nach vorne fahren (Quatsch eigentlich, kommt eh keiner weiter) und das Boot festmachen. Nein, das brauchen wir auch nicht. Von der Schleusenwand hängen in kurzen Abständen blaue Leinen herab. Daran kann man sich gut festhalten und das Boot damit gegen ein Vertreiben sichern:
Schleusentür hinter uns zu, vor uns schon mal einen Spalt auf und das Süßwasser des nun folgenden Mälarensees in großen Schlucken eingelassen. Ab hier wird es ein wenig anstrengender, das Boot am Patz zu halten - das Wasser strudelt ordentlich in die Schleusenkammer. Nach ca. 0,5 m höheren Wasserstands geht das Tor ganz auf und wir tuckern weiter. So geht das den ganzen Tag über. Bis auf zwei Brücken klappte alles, ohne das wir uns vorher anmelden müssen. Man sieht uns. Bei einer Brücke haben wir ein bisschen Wartezeit, eh sie geöffnet wird, aber kein Problem - wir haben ja Urlaub. Der Tag verplätschert als beschauliche Fahrt unter Motor durch die Außenbezirke von Stockholm, ...
![]() |
| Warten vor der nächsten Brücke ... |

... dann westlich durch den ländlichen Teil des Mälarensees ...
![]() |
| Auch hier gibt es intensiven Fährenverkehr |
![]() |
| So ein Angeber :-) |
![]() |
| Der See hat endlos viele kleine und große Inseln |
![]() |
| Das lädt zu vielem ein, nur nicht zum Segeln. |
![]() |
| Na, dann malen wir halt Wellen in das Wasser. |
![]() |
| Bleibt bloß weg. Ja, wir blieben verschont. |
... und von dort wieder nach Süden, über den Södertälje-Kanal nach Södertälje. Hier ist es nicht mehr ganz so schön - Kanal halt, dazu noch in Schleusennähe als eine einzige Baustelle.
![]() |
| Warten vor der letzten Brücke , im Södertäljekanal |
Hier dann das große Finale mit einer Schleuse und kleiner Brücke am Ausgang. Gleich dahinter fahren wir in den Gästehafen des Ortes ein ....
... ähm, ja ... fassen wir ihn einfach mal mit "ganz praktisch" zusammen. Leider haben wir bis in den Abend Schwierigkeiten, das Liegegeld zu bezahlen. Kein Hafenmeister, kein Automat, kein Briefkasten (zum Einwerfen des Geldes). Eine im Internet gefundene Rufnummer wird am anderen Ende auch nicht bedient. Mehr können wir nicht tun, auch wenn mir das wie Schnorrerei vorkommt. Immerhin nutzen wir den Steg und haben sogar noch Saft auf dem Stromkasten. Aber unsere Möglichkeiten, uns ehrlich zu machen, sind damit leider erschöpft. Das Saisonende in Schweden macht sich wohl bemerkbar.
Morgen geht es weiter, nun immer südlich, um am Ende des Tages hoffentlich wieder in einer schönen Ankerbucht zu liegen. Von dort arbeiten wir uns Stück für Stück die Küste herunter. Am 11.09. wollen wir am Zwischenziel Kalmar ankommen. Mal sehen, was Wind und Wetter dazu sagen.




















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen