Dienstag, 22. Mai 2018

21.05.18_Endlich Segeln

Sehr schweren Herzens trennten wir uns heute von Christiansø. Wie die Trennung von einem guten Freund - um ein Haar wären wir geblieben.

Aber heute, zum ersten Mal seit unserer Abfahrt aus dem Heimathafen Neuhof, haben wir segelbaren Wind. So ging es unter Motor raus aus der Doppelinsel, rum um das südliche Ende und beim Einlenken nach Norden kamen die Segel raus. Yippieayee! Bei erst schwachen drei Beaufort, später  knappen vier Beaufort rauschte Ari mit bis zu 8 ktn durchs Ostseewasser. Allerdings kam der Wind nördlicher als noch vorausgesagt. Der direkte Absprung nach Karlskrona oder dessen Nähe klappte nicht.


Algenblüte
Zwischendurch ein Funkruf: "Sailingvessel Ari, Sailingvessel Ari. Callsign DJ5934. Sailingvessel Ari for Lingby Radio" (Segelschiff Ari, Segelschiff Ari, Rufzeichen DJ5934 (unsere Funkkennung). Segelschiff Ari gerufen von Lingby Radio). Lingby Radio ist die schwedische Ausgabe von Rescue Bremen, die Seenotretter. Verdutzt meldete ich mich am Funkgerät. Eine freundliche Frauenstimme fragte mich, ob an Bord alles in Ordnung wäre. Öhm ... ja. Dann kam die Aufklärung: unser AIS-Gerät, welches weltweit unsere Daten wie Name, Funkkennung, Position, Kurs und Geschwindigkeit ausstrahlt, hatte Pan-Pan gesendet. Pan-Pan ist eine Stufe unter Mayday. Man meldet Pan-Pan, wenn man zum Beispiel manövrierunfähig ist (Motorschaden, defekte Ruderanlage oder ein Verletzter an Bord). Ich bestätigte unsere aller Unversertheit und bedankte mich in "bestem Touri-Englisch". Danach ging nach unten, um mir das AIS-Gerät anzusehen. Na toll. Von den zwei Drähten, welche für diese Alarmierung benötigt werden, hat sich einer aus der Klemme gelöst und irgendwo Kontakt bzw. Erdung gefunden. Mistvieh! Schnell eine neue Klemme geholt und das ungehörige Stück Draht wieder eingefangen. Leider sendeten wir seitdem keine Daten mehr.

Damit wir beim Nordost-Wind nicht völlig verhungern, ließen wir uns noch etwas abfallen, denn nordwestlich unseres Kurses lag ja noch so ein Inselschatz - Hanö.

Da das Segeln bei drei Beaufort und Halbwind (Wind direkt von der Seite) sehr entspannt ist, konnte jeweils einer von uns für einige Zeit unter Deck und bei Wellenrauschen in der Koje entspannen. Lange blieb man dabei nicht wach. Das Schaukeln des Bootes und das Rauschen am Rumpf haben dieselbe Wirkung wie der Motor eines fahrendes Autos ... zack, schon biste weg.



Und zack, biste da. Nach 48 sm in 7 Stunden kamen wir im gut gefüllten Hafen von Hanö an.
Hanö liegt in der gleichnamigen Hanöbucht, südlich von Karlshamn und südwestlich von Karlskrona.

Der Hafen von der Meerseite aus. Im Hintergrund das Festland Südostschwedens.



Disput mit einem bettelnden Schwan

Kaum sind die Leinen draußen, werden sie auch schon genutzt


Eine kleine deutsche Kolonie :-) ... und wo die Deutschen festmachen, herrrrscht Ordnung


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