Freitag, 11. September 2015

10.09.2015 Fast angekommen

Ob wir nun wollten oder nicht - wir mussten. Urlaubsende, Heimfahrt, .... all diese bösen Worte waberten durch den frühen Morgen.
Und dann noch diese Un-Uhrzeit - 6 Uhr schrie der Wecker nach uns. Aber ein Sonnenaufgang wie der heutige - ein bisschen wolkenverhangen und dadurch dramatisch -  ist immer wieder ein schöner Anblick und entschädigt für den frühen Rausschmiss.



Kurz nach sieben Uhr verließen wir den Hafen von Skanör. Vor uns lagen ca.70 sm Strecke bei (angesagtem) Wind mit 4 Bft, aus Ost-Nordost auf Ost drehend, und bis zu 1m Welle. Na, dann lassen wir uns mal überraschen.
Kurz vor uns verließ ein weiteres Boot aus Deutschland den Hafen:


Nach anfänglicher Schwäche dreht der Wind auf die versprochene Windstärke auf, Ari kam in Schwung und rauschte über die sich mehr und mehr aufbauende Welle. Auf dem freien Wasser zwischen Deutschland, Dänemark, Schweden kamen wir auf unserem Halbwindkurs auf dauerhaft 7-8 ktn Geschwindigkeit und ordentlich Schräglage und Gischtspritzer. Jeder Schritt unter Deck wollte gut überlegt und vor allem hinter sich gebracht sein :-)
Während meiner Freiwache hatte ich es mir im Salon mit einem Buch gemütlich gemacht. Während Harry am Steuer mit dem Wind um die Wette tobte, konnte ich vor dem kleinen Fenster die Auswirkungen der Rumtoberei sehen:

Normalzustand bei etwas Krängung (Schräglage) des Bootes

Eine Böe erfasst das Boot; wir bekommen mehr Krängung und die Wellen lecken übers Glas

Wenn jetzt noch eine höhere Welle dazukommt, ist der U-Boot-Effekt komplett :-)  - Fensterwäsche unter Wasser
Unterwegs kreuzen wir zweimal die Hauptfahrwege der Großen. Neben den schon bekannten Fähren, Tankern und Containerschiffen kam ein neues Gesicht hinzu: eine Fähre aus Petersburg.



Schaut ein bisschen aus wie ein Jumbo-Jet, oder?!

Knapp 10 Stunden nach dem Start in Skanör bogen wir westlich von Hiddensee in das Fahrwasser ein, welches uns durch die dortigen Flachwasserbereiche südlich um Hiddensee herum nach Stralsund führte. Bei Wind mit kräftigen 4 Bft und Böen mit 5 Bft ist und bleibt das nicht gerade unser Lieblings-Segelgebiet. Gänsehaut kommt auf, wenn du mit 7-8 Ktn Geschwindigkeit unter Vollzeug (alle Segel ganz gesetzt) unterwegs bist und gefühlt 5 m neben dir stehen die Möwen im Gras - brrrr.




Nach insgesamt 11 Stunden hatten wir guten Blick auf unser heutiges Ziel: Stralsund.
Wir hatten 70 sm (über Grund, durch das Wasser sogar 77 sm) in 11 Stunden hinter uns gebracht.


Hier, im City-Hafen, machten wir fest und gingen im Hafen schnell etwas essen. Hunger! Schnitzel und Pommes - schnöde und doch so heiß ersehnt. Man, sind wir deutsch :-)
Mit dem letzten Schluck vom Roggenweizen kam der Mann mit dem  (Schlaf-)Hammer. Wir trotteten zurück zum Boot und fielen komatös in den Schlaf.

Wir werden erst am Wochenende die restlichen 5 sm nach Neuhof fahren.
Noch sind wir nicht im Heimathafen, also ist auch der Urlaub noch nicht wirklich zu Ende - ganz einfach. Noch einmal gammeln und lesen, ein wenig spazieren gehen, kochen, schlafen - all die kleinen Freiheiten genießen, die kommende Woche ganz schnell wieder verloren gehen.

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