Mittwoch, 9. September 2015

09.09.2015 Eine richtige Entscheidung

Für eine gute Entscheidung muss man erstmal wach werden. Dafür sorgte der Wecker - 6:20 Uhr schmiss er mich, wie vereinbart, aus dem Schlaf. Müde - aber wir hatten ja was vor: Skanör - Ystad, 52 sm, bei lauem Wind. Wie immer, vor einem Törn, schaute ich, noch im Bett liegend, in die Seewetter-App am Handy. Mhm, .... das ist ja .... blöd.
Erstmal Kaffee machen - nein, als Erstes die Heizung anschalten. Verdammt, ist das kalt. Das Außenthermometer zeigt 9 °C an - super. Jetzt Kaffee ... und denken. Das Wetter passt mir nicht, passt uns nicht in den Kram. Als Harry angetapst kam, wurde er mit einem Kaffee wachgespült.
Das Seewetter für den Weg nach Ystad gab nur noch im Schnitt 3 Bft her. Der Wind dreht zu früh auf Ost, so dass wir gut die Hälfte der Fahrt motoren müssten. Blöd! Mein Vorschlag: heute hier bleiben und morgen, am Donnerstag, nach Ystad. Dann, am Freitag, mit 6-7 Bft und stetem Ostwind nach Stralsund brettern. Das ginge auch bei Wind aus Ost-Südost.
Zum Glück reagierte Harry so, wie ich mich innerlich schon entschieden hatte - keine Lust auf neuerliches Starkwindsegeln und das noch über gut 75 sm.
Unsere Entscheidung: Kaffee austrinken, wieder hinlegen, Urlaub machen und morgen bei lauen 3-4 Bft irgendwie Richtung Mecklenburgische Küste.

Für uns beide eine gute Wahl, denn:
Harry zog gleich nochmal eine gute Mütze Schlaf durch. Das kann er gut ...





Ich versuchte es kurz mit erneutem Einschlafen, ließ es bleiben und verabschiedete mich artig. Kann ja sein, dass ich vermisst werde :-)


Es war so herrlich am Strand.
Ich hatte ihn erst ganz für mich allein. Die Sonne glitzerte in den kleinen Wellen und wärmte, der Wind war recht kalt, hatte jedoch gegen die Sonne keine Chance. In kurzen Hosen, T-Shirt und Fleecejacke war ich genau richtig gekleidet. Mein Strand!



Ich entdeckte eine kleine, nur knapp überspülte Sandbank, ca. 15/20 m vom Strand entfernt. Da musste ich hin. Das Wasser war wirklich ar...kalt, bestimmt keine 16°C und es reichte mir auf dem Weg zur Sandbank bis über die Knie - brrrr. Aber dann, da auf meiner eigenen kleinen Insel, war alles toll. Die Füße spürte ich eh´ nicht mehr, so konnte ich eine Weile da draußen stehen bleiben, zum Strand zurückblicken und mich dann ganz langsam im Kreis drehen und die kleine perfekte Welt ein paar Augenblicke genießen. 



Auf dem Weg zurück, dem Hafen entgegen, sprach mich ein Schwede an, der anscheinend von einem längeren Strandspaziergang zurück kam. Zum Glück war sein Englisch genauso "hervorragend" wie meins - bestes Touristenenglisch. Wir verstanden uns prima :-) ... und so kam ich zu ein paar Insidertipps für diese Gegend für unseren nächsten Aufenthalt hier.  Die Wassertemperatur schätzte er übrigens genauso auf 15/16 °C - und stufte dies ebenso als "not good for swimming" ein.


Nach meiner Rückkehr war auch Harry "schon" wach. Wir stiefelten nach einem weiteren Kaffee gemeinsam in den Ort und holten uns lecker frischen Salat beim ortsansässigen ICA. 


Ich kenne ja den Ausdruck "schwarzes Schaf der Herde", aber das das auch bei Kühen passt .... :-)
Dabei wurde gleich noch ein wichtiger Auftrag erledigt:
Meine Eltern orderten vor unserer Abfahrt schwedische Punschrollen. Die Lieferung von unserem letzten Urlaub im Juni diesen Jahres war so gut angekommen, dass man nach Nachschub fragte. Natürlich, gerne doch. Da, meine Besten, eine Großpackung - nur für euch:



Der Rest des Tages wurde in der Sonne im Cockpit des Bootes oder (weil kurz vor dem Verdampfen) unter Deck verbracht. Lesen, Internet, ein wenig wegduseln ... perfekt.

Der letzte Punkt des Tages war das späte Mittagessen:
selbst gemachte Burger. Die fertigen Hacksteaks sind hier in Schweden echt lecker. Dazu noch ein Teil des Salates, schwedischer Gouda, sonnengereifte Tomaten, ´ne olle Zwiebel, Brötchen von Pågen, für mich schwedischen Leichtbier ... eine leckere Völlerei.



Morgen geht es definitiv weiter.
Keine Ausreden mehr - außer Starkregen oder Sturm.
Da dies aber garantiert nicht eintreffen wird, melde ich mich das nächste Mal garantiert aus einem deutschen Hafen... - ... schade aber auch ....


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