Gegen halb sieben sah die Welt schon etwas trockener aus. Ari dümpelte in seinen Leinen. Kaum ein Lüftchen wehte. Der Himmel sah zwar noch wild aus, aber es war ja auch kein schöner Sommertag wie gestern angesagt. Eher das Gegenteil: nasser Weltuntergang mit kräftigem Wind und hohen Wellen. Also - raus aufs Wasser. Der Ableger kurz vor 8 Uhr geriet bei dieser Windarmut natürlich butterweich.
![]() |
| Da zieht ordentlich was auf ... |
Schon von weitem waren die Regenschauer zu sehen. Eine ganze Zeit hatten wir Glück - der Regen zog durch, bevor wir in seine Nähe kamen. Einzig die Schauerböen packten uns und tobten mit bis zu 20 ktn durch die Segel. Da uns der Segeltrimm heute sehr gut gelungen war, ließen sich diese Böen sehr gut und weich aussteuern.
![]() |
| Große Regenlotterie: welches Schauergebiet wird wohl auf uns treffen? |
![]() |
| Wellentanz |
Aber dann kam, was kommen musste: eine dickes fettes Wettergebiet zog uns vor den Bug. Erst gab es die üblichen Böen und dann eine Schütte wie aus Badewannen.
Gestern, als ich die Genua (das Vorsegel) im Hafen in der Sonne trockenen ließ, meinte Harry, dass wir eigentlich die Segel entsalzen müssten. Zu viel Gischt war an ihnen hochgespritzt. Diese Randbemerkung muss direkt und sehr tief in Petrus´s Gehörgang gedrungen sein.
Wir bekamen eine Megadusche ab; eine unbestellte Bootswäsche - und eiskalt. Die Regentropfen patschten einem hart und eiskalt ins Gesicht und auf die ungeschützten Hände. Loslassen ging nicht, ich stand ja am Steuer. Dazu kamen Böen mit bis zu 22 Ktn (= knappe 6 Bft). Aufgund des guten Segeltrimms blieb es aber ein kalt-feuchter Segelspaß. Ari zeigte des Öfteren eine Gechwindigkeit von 9-10 ktn im Halbwindkurs (Wind von der Seite) an. Unser Wohnschiff im Turbogang :-)
Und so arbeiteten wir uns von Wettergebiet zu Wettergebiet - es waren ja genug unterwegs. Unser Glück, relativ trocken durchzukommen, verließ uns völlig. Meine Segelsachen trockneten gar nicht mehr und ich fror langsam durch. Als Harry am Steuer stand, wechselte ich die Jacke, um wenigsten bis zum Hafen (noch eine Stunde entfernt) durchzuhalten. 13°C sind keine Wohlfühltemperatur mehr - auch nicht in Schweden.
![]() |
| Zwischendurch spielte das Wetter "Besserung" - aber nur ganz kurz ... bis ... |
![]() |
| ... bis das nächste fette Regengebiet aufzog. Mit Erfolg: Boot und Crew sind vorerst salzfrei. |
![]() |
| Aber die Farben waren schon beeindruckend |
![]() |
| Ein Regenbogen als Querschläger?! |
![]() |
| Kurz vor Torekov zog das Wetter nochmal alle Register: Ihr kommt nicht trocken rein!!! |
Bereits um 14:30 Uhr liefen wir bei starken Böen um 5-6 Bft und Regen nach 41,8 sm in den Hafen von Torekov ein. Hier waren wir schon im Oktober letzten Jahres mit Ira und Kenneth. Diesmal verzogen wir uns wegen des rauen Wetters ganz nach hinten in den Gästehafen. Bis auf ein/zwei Schweden liegen wir hier ganz allein im Hafenbecken.
Morgen werden wir hier "Kalle", das Sturmtief abwettern.
Ausschlafen, Eisessen, rumgammeln, lesen, weiterschlafen, Stadt angucken, lecker Kochen - was man halt so an einem Hafentag alles macht.
![]() |
| Bewacht vom kleinen Leuchtfeuer liegt Ari im Gästehafen von Torekov. |
Gute Nacht!














Man kann das Grinsen an deinem Gesicht trotz des Ölzeugs erkennen :)) * grins * und die Nationale fest? ;)) Hammer Geschwinigkeiten ihr Zwei!
AntwortenLöschenIch habe Petrus mal die Meinung gegeigt. Anfang September und so ein sch.... Wetter. Er gelobt Besserung für die Geburtstagswoche und schickt ein paar Sonnenstrahlen. Passt auf euch auf LG
AntwortenLöschenDas ist meine große Schwester!!! Armer Petrus, die Mecker kenne ich :-))) ... und weiß - jetzt wird alles gut. Danke, meine Große :-*
AntwortenLöschen