Montag, 8. Juni 2015

08.06.2015 Bornholm express

Liest Petrus Segelblogs? Hat er meinen Post etwa gelesen?
Haben wir ihm diesen schönen Tag zu verdanken? Egal - aber Dankeschön!

Schon beim Aufstehen war Harry anzusehen und anzuhören - er hat sich ´ne Erkältung eingefangen. Nichts schweres, aber nervig genug. Der Fund von Nasenspray in der Bordapotheke zauberte aber schon wieder ein Lächeln in sein Schniefgesicht.
Zur Belohung gabs zum Frühstück "Bildungsfernsehen". Ich hatte auf youtube  einen interessanten Film über Aerodynamik beim Segeln gefunden. Wir hatten teilweise das Essen dabei vergessen.



Nach dem üblichen Morgenprogramm starteten wir gegen 9 Uhr. Ablegen und - auf wenig Wind mental vorbereitet - raus aus dem Hafen. Zum Eingewöhnen sind 3 Bft und eine verschwindend kleine Welle ja nicht schlecht. Die Segel raus und gemütlich mit 5 ktn Geschwindigkeit das Boot Richtung Süd-Südost gelenkt. Kaum waren wir aus der Landabdeckung raus, pfiff uns ein lustiger Halbwind mit satten 15 Knoten (4 Bft) um die Ohren.


Oha, das machte schon mehr Spaß. Unser Boot setzte sofort an und richtete sich bei 6,5 - 7 ktn häuslich ein. Die 13°C Außentemperatur hätten gerne auch verdoppelt werden können, aber jetzt bloß nicht meckern. Sonst drückt Petrus noch auf den dunklen großen Schwamm da über uns und wir kriegen ´ne kalte Dusche.


Unsere (neuen) Bekannten aus Köln starteten kurz nach uns und holten uns nach und nach ein. Naja, sind ja auch "etwas größer" unterwegs.



Über dem VTG (Verkehrstrennungsgebiet = Autobahn für die großen Pötte) hing eine tiefschwarze Wolke. Wie eine zusätzliche Warnung: Achtung, ich bin 6 sm breit. Seht zu, dass ihr hier schnell rüber kommt.




Aber bis dahin hatten wir noch ein wenig Zeit. Da ich heute irgendwie schlecht ans Steuer kam, suchte ich mir andere Beschäftigungen. Festmacher reparieren zum Beispiel. Wir haben auch hier die Ausstattung des Vorbesitzers übernommen. Leider sind die Leinen schon arg ramponiert und zeigen an manchem Ende ordentliche Schwachstellen. Bevor man diese abschneidet (die Leinen sind noch lang genug), muss das neue Ende getakelt werden.
Bei Wikipedia wird das gut erklärt: der Takling .



Pünktlich bei Einfahrt in das VTG kam nochmal richtig Wind auf, zu den mittlerweile kräftigen 4 Bft kamen nun Böen in 5 Bft. Das passte ganz gut, denn der eine "Dicke" kam ziemlich schnell in unsere Richtung.



Immer wieder schön anzusehen: ein Fly-in für Möwen, auch Fischkutter genannt ...

Der Wind nahm noch etwas zu und Harry brauchte endlich mal ´ne Pause. Meine Chance, bevor die Klein-klein-Navigation vor dem Hafen wieder meine volle Aufmerksamkeit benötigt:




Leider macht unsere Ruderanlagen uns hin und wieder Sorgen. Harry vermutet einen Schaden an einem der Ruderlager. Noch wirkt nichts bedrohlich, aber das muss im Heimathafen umgehend repariert werden. Zum Glück haben wir dort alle Gewerke im Hafen parat.

Nun liegen wir neben unseren Bekannten im Hafen Rønne-Nørrekås, nördlich des großen Fährhafens.
Harry pflegt seine Erkältung und ich pflege ihn. Zeit für ein leckeres Softeis blieb leider nicht; muss ich halt nochmal herkommen.
Immerhin wollen wir morgen (eigentlich) weiter. Irgendwie Richtung Rügen. Ob Lohme im Norden oder gleich die große Tour bis in den Bodden nach Lauterbach - mhm, das entscheidet morgen das bisschen Wind, das uns noch geboten wird.

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