Samstag, 6. Juni 2015

06.06.2015 Reingefegt

Der Tag versprach viel; begann der doch  mit diesem schönen Sonnenaufgang


Unser Start war heute erst gegen Mittag geplant. Wir mussten noch warten, bis der Wind von Südwest auf Südost drehte, damit er zu unserem heutigen Törn passt. Wir wollten die restliche Südküste Schwedens östlich entlang und dann nördlich hoch, bis Simrishamn. Das mit dem Südostdreh kam sogar vorzeitig, so dass wir schon eine Stunde früher ablegen konnten. Also anziehen und .... stopp.
WAS IST DENN DAS?:


Nö, wir haben heute Zeit und sitzen das aus. Ein paar Minuten und wir konnten los. Raus aus dem Hafen ist in Ystad kein Problem - solange man auf die ein- und ausfahrenden Polen- und Bornholm-Fähren achtete. Die sind nicht nur sehr groß, sondern auch ordentlich schnell. Machen wir bloß, dass wir hier aus dem Fahrwasser des großen Hafens kommen ...













Was für ein schöner Segeltag. Halber Wind mit 12 - 17 Knoten (ktn) brachten uns mit 5-6 ktn Bootsgeschwindigkeit gut voran. Die Welle war klein, die Sonne kam wieder durch - hach!


Hinter dem südöstlichen Zipfel ging uns leider der Wind aus. Erst starteten wir den Motor zur Unterstützung, dann holten wir die Segel komplett ein. Bei unter 10 ktn Wind schlugen sie in der aufgekommenen Welle wie ein paar Jammerlappen herum. Zum Glück dauerte dieser Spuk nur eine dreiviertel Stunde, dann kam wieder Wind auf. Richtiger Wind! Harrys Mundwinkel strebten gen Himmel. Bei raumen Wind (von schräg hinten) mit um die 20 ktn düsten wir mit bis zu 8,3 ktn übers Wasser. Kamen wir gut auf eine der von hinten auflaufenden Wellen, surften wir in den Böen (mit bis zu 28 ktn) in Spitzengeschwindigkeiten mit bis zu 12,8 ktn auf ihnen herab. Mir wurde langsam Bange, Harry strahlte am Steuer  wie ein Honigkuchenpferd. OK, wer am Ruder steht, kann es am besten einschätzen. Immerhin saß ich bereit, sollte uns eine Welle in die falsche Richtung drehen (für die Nichtsegler: kommen Wind und Welle eher von hinten besteht die Gefahr, das das Boot von einer größeren Welle so gedreht wird, dass das Heck durch den Wind geht. Das Großsegel bekommt dann den Wind plötzlich von der anderen Seite und schlägt samt Baum einmal quer  übers Cockpit und reißt das Boot mit sich herum - in einer Affengeschwindigkeit. Hierbei droht Beschädigung von Baum und Mast, mindestens jedoch derbe Beulen und blaue Flecken bei den herumwirbelnden Segler. Sehr unschön!). Aber nichts dergleichen geschah. Wir düsten die restlichen 10 sm die Küste entlang und holten dicht vor dem Hafen Simrishamn die Segel ein. Das war bei diesen Windverhältnissen schon eine ordentliche Plackerei.
Der Hafen war, obwohl erst kurz vor 16 Uhr, schon recht gut gefüllt. Wir mussten in eine der Boxen (Steg in Bildmitte), weil am großen Steg schon alles besetzt war. Bei Seitenwind mit gut 20 ktn brauchten wir 2 Anläufe, ehe wir mit Hilfe unserer neuen Nachbarn in der Box am Schwimmsteg lagen.





Puh, warm hier, 22 °C und Sonne. 
Schnell die Segelsachen aus und das erste mal die kleine Badeplattform benutzt - nein, nur zum Füße baden und Anlegebier trinken. 
Ein bisschen müde sahen wir schon aus - und schon wieder verbrannt. Da hilft wohl die 50+-Sonnencreme nicht mehr. 
Es wird wohl Sommer ...








Anschließend ging es - nach dem Aufräumen des Bootes natürlich - Liegegeld bezahlen. Leider gehen immer mehr große Marinas dazu über, den Hafenmeister durch einen Automaten zu ersetzen:








Funktioniert wie ein Automat im Parkhaus.




Jetzt aber schnell in die Stadt - keine 5 min Weg - unsere Lieblingspizzaria wartet schon; der Magen hängt in den Kniekehlen.

Wir wissen noch nicht, ob es morgen weitergeht oder wir uns noch einen Tag hier gönnen.
Wenn, dann heißt weiter, den Rückweg zu starten. Man weiß nie, was der Wind in den nächsten Tagen vorhat ...

















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