Montag, 1. Juni 2015

01.06.2015 Windfrei

Was hatten wir uns heute auf das Segeln gefreut!
Angesagt war ein eher böiger Morgen mit 5-6 Bft, übergehend in gemächliche 4-5 Bft und am Nachmittag gemütliche 3-4 Bft zum Anlegen in Klintholm auf der Insel Møn.
So der Plan. Da es morgens noch sehr ruppig sein sollte, wollten wir nicht vor 8 Uhr ablegen. Hätten wir mal ... denn als wir rauskamen war der Wind schon alle. Weg! Bis auf ein paar Krümelchen nix mehr da. Aber wenn schon kein Wind, dann doch wenigstens Welle - klar. Davon war noch (schon?) genug da. Und so ein Boot ohne die rechte Geschwindigkeit eiert wunderbar von Welle zu Welle. 




Aber der Anblick der Fehmarnsund-Brücke war schon toll. Der Wind war zwar schon am Schwächeln, aber die Wellen hielten sich noch in Grenzen. Zeit für eine Momentaufnahme.

Ob wir denn auch durchpassen? Ja, gute 22m, da haben wir noch 3,5m Platz über der Antenne.




Wenn wir uns schon in dänischen Gewässern rumtreiben, sollten wir auch die Gastflagge rechts unter der Saling tragen. Also wurde ein bisschen gebastelt, denn der Vorbesitzer des Bootes hatte nur links des Mastes eine Leine für Flaggen eingezogen. Hier kommen aber die Vereinflaggen u.ä. hin. Schnell wurde ein passendes Fall gefunden die dänische Flagge angeknüppert und feierlich gehisst.
Wir waren einreisebereit.
































Das sich das Wetter in den nächsten 12 Stunden verschlechtern sollte, war mir bekannt, aber was war das?! Sieht ja übel aus. Schnell ein Foto gemacht und an meine kleine Wetterhexe Ira geschickt - mit der Bitte um Aufklärung. Da sich Ira aber gerade selbst im Skagerag mit dem Schwerpunkt dieser komischen Wolken rumschlug, kam die Antwort nicht gleich. Zeit, sich die Gebilde schön zu reden. Hat geklappt, is nix passiert.
Da sich windtechnisch nichts mehr tat, schalteten wir den Autopiloten ein - soll der doch den Kurs halten. Dadurch musste nur noch einer von uns ab und zu den Kurs überprüfen und die Umgebung nach eventuellen "Kollisionspartnern" absuchen und der zweite konnte komplett abschalten, essen machen, Logbuch schreiben, lesen, schlafen - kurzum, einer faulte immer mächtig rum. Nach knapp 70 sm in 11 Stunden legten wir in Klintholm Haven an. Dieser Hafen ist immer wieder schön und heute noch so wunderbar leer:







Nach ein paar schnellen Nudeln schnappten wir uns Kissen und "alkoholhaltige Entspannungshilfen" und setzten uns aufs Vordeck, um den traumhaften Sonnenuntergang in vollen Zügen zu genießen.
Wie Kino, nur schöner!

































Morgen sitzen wir hier die Ausläufer eines Sturmtiefs aus. 
Es soll im Laufe des Tages mit 5-7 Bft schon recht ungemütlich werden. Am Abend erwartet man 7 - 9 Windstärken. Wir werden frühestens Mittwoch weiterkommen.

Zeit zum Lesen, ein wenig basteln und einer ausgiebige Duschzeremonie! Haven Klintholm hat nach Neuaufbau eines der schönsten Samitärgebäude weit und breit. Dort werde ich mich morgen mal ein/zwei Stunden austoben .... 

Gute Nacht!

2 Kommentare:

  1. ach ihr glücklichen! sommersegeln ohne wind ist manchmal auch toll! das vermissen wir gerade , eingeweht von Sturm im Skagen... bei uns geht erst donnerstag los. Spektakulär genug war ja schon die Einfahrt hierher, da haben wir euch wirklich den Wind mal weggenommen ;)) last euch gut gehen und geniesst den sommer!! und die Ari natürlich! es ist doch weiblich, richtig?? lg!!

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    1. Lass mal, unser Sommer (wie auf den Fotos) dauerte auch nur eine knappe Stunde, dann zog diese hässliche Störung ohne Wind aber dafür mit kalter Luft durch. Aber das Wind-Teilen sollten wir noch üben, liebe Hassardeure :-)
      Ja, egal wie männlich der Name klingt, das Boot bleibt ein Weib!

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