Der Wecker kam pünktlich um 3:15 Uhr - Frühaufsteher-Rekord. Nein, das ist nicht lustig ...
Aber bevor uns der Restwind vom Sturmtief ausgeht, legen wir lieber los. Noch einen schweigsamen Kaffee/Tee, dann in die Sachen, das Boot leise (!) klargemacht und ebenso leise abgelegt. Was für eine schöne Stimmung, schon im Hafen:
Jetzt waren wir endgültig wach. Es gibt tatsächlich nichts Schöneres, als vor der Sonne aufzustehen und sie dann unter Segeln auf dem Meer zu begrüßen. Schaut mal:

Unser Kurs 50° - direkt der Sonne entgegen.
Auch wenn es den Augen nicht gut tat - wir mussten immer wieder hinsehen.
Was für ein Naturschauspiel!

Die Kreidefelsen waren noch weithin zu sehen. Abschied von Klintholm auf der Insel Møn.
Auf nach Ystad.
Das hieß aber auch hej (tschüss) Dänemark, hej-hej (hallo) Schweden. Und das ruft einem einem Wechsel der Gastlandsflagge:
Dänemark runter, Schweden rauf.
Der Wind war uns holt. Nach anfänglichen Schwächeln in der Abdeckung der Kreidefelsen von Møn kamen wir bei 4-5 Bft ganz gut voran. Weit draußen, südlich von Trelleborg schlief er uns kurz ein und kränkelte mit 2-3 Bft, um uns dann mit satten stabilen 4 Bft weiter nach Ystad zu treiben.
Die Windrichtung entsprach fast auf das Grad genau unserer Route Richtung Hafeneinfahrt, wir fuhren "platt vorm Laken". So konnten wir knapp zwei Stunden im Schmetterling entspannt auf Ystad zuhalten.


Das hat großen Spaß gemacht; das Großsegel auf der einen, das Vorsegel auf der anderen Seite - die gesamte Segelfläche strahlte in der Sonne und brachte uns mit 6 ktn gut vorwärts.
Nach knapp 10 Stunden Fahrt wurden wir mit der Ansicht von Ystad im Sonnenschein belohnt:
Eine Bornholm-Fähre fuhr gerade aus der Hafenausfahrt und bretterte los, kaum, dass sie aufs freie Wasser kam.


Nun liegen wir, nach einem Sahne-Anleger, im Hafen, genießen die Sonne und das Anlegebier. Müde sind wir, aber hält uns die Begeisterung über diesen schönen Segeltag wach. Aber bestimmt nicht lange - noch etwas schnelles zum Essen kochen und dann können wir getrost satt umfallen.
Morgen wurschtelt uns der Wind zuviel rum; laue Lüftchen aus allen Richtungen. Also gönnen wir uns uns erneut einen entspannten Tag an Land, um ein wenig Frisches einzukaufen, Eis zu essen, die Stadt zu genießen. Ich kenne da ein ganz nettes Café mit leckeren Kuchen und Torten ... hmmm.
Noch planen wir, das Ystad nicht das einzige Ziel in Schweden bleibt - wenn das Wetter mitspielt, geht es noch ein kleines Stück "um die Ecke".








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