Sonntag, 26. August 2018

25./26.08.2018 Das Ziel vor Augen

25.08. Hökö - Nynäshamn
Kein schöner Tag - für mich. Irgendwie geht's mir nicht gut. Trotz sonniger 21 °C friere ich wie ein Schneider, bin trotz langem Schlaf müde - der völlige Schlaffi.
Das Wetter zeigt sich wieder von der schönen Seite. Noch ein paar Restwolken, aber es sieht schon wieder freundlicher aus. Nach Frühstück und Boot vorbereiten gehen wir kurz nach 10 Uhr noch gemeinsam Anker auf, danach verkrieche ich mich unter Deck. Eingemummelt in eine dicke Kuscheldecke und einem großen Topf Tee in der Hand hadere ich damit, eventuell krank zu werden. Das geht jetzt nicht!
Harry lenkt Ari derweil mal durch freie See und dann wieder durch verwinkeltes Fahrwasser in den Schären. Wir fahren hauptsächlich von West nach Ost, am Ende hoch nach Nord, um in den Südwesten von Stockholm zu gelangen. Vom heutigen Zielhafen aus gelangt man nach knapp halbstündiger Zugfahrt bereits ins Zentrum von Stockholm.
Nach dreineinhalb Stunden und 20 sm können wir den Hafen schon sehen. Bereits das Vorland ist schön und stark geprägt von der Bäderarchtektur vergangener Zeiten:



Anfahrt auf den Hafen, links Sportboot-, rechts Fährhafen

Der Hafen Nynäshamn ist groß. Und leer. Kein langes Suchen nach einem freien Platz. Die Stege mit den Gastliegeplätzen sind gut markiert ("Gästhamn"). Wir schnappen uns eine der vielen freien Heckbojen und legen geschmeidig am Steg an. Och - nett hier. Obwohl so riesig hat der Hafen trotzdem Charme.


Platz ohne Ende
Wir so oft geraten wir unverhofft in eine Festivität. Was genau hier gefeiert wird wissen wir nicht, aber es ist richtig was los. Bühnen mit Livemusik, Stände mit Trödel, Handwerk, irgendwelchen Politikern, Essen und Trinken und ordentlich Feierlaune.
Schon kurz nach dem Anlegen und Boot Klarieren gehen wir an Land, um das Liegegeld zu bezahlen, den nächsten Supermarkt zu entern (1,5 km entfernt) und uns das lustige Treiben ein wenig näher anzusehen. Lange halte ich das nicht durch - Harry zieht irgendwann nochmal alleine los, um ein paar Fotos zu machen.

Ein Restaurant-Schiff direkt bei uns am Steg
Den Abend lassen wir im Cockpit bei einem Bier ausklingen, dazu Livemusik einer richtig guten Coverband und ... keine Mücken :-)
Der Track des Tages:



26.08. Nynäshamn - Ornö
12 Stunden Schlaf können Wunder bewirken. Nach langer Nacht mit viel Schlaf und zwei Decken (zum Auftauen) geht es mir schon viel besser. Und das, obwohl die Liveband mitten in der Nacht (als wir dachten, alle haben schon eingepackt) für 3-4 Lieder nochmal richtig voll aufdrehte und kurz vor dem Morgengrauen ein brummeliges Gewitter durchzog.

Wir lassen uns Zeit, da wir auch heute keine lange Strecke vor uns haben und keine Gewitter oder Regenfälle angedroht wurden. Zwanzig vor elf starten wir den Motor, machen alle Leinen los (natürlich schön nacheinander) und tuckern unter schönstem Sonnenschein aus dem Hafen, vorbei an den großen Dickschiffen im Fährhafen:





Der Wind ist, wie fast immer bisher, gnädig mit uns. Wir haben wie fast jeden Tag anfangs 3-4 Beaufort, später 4 Beaufort mit Böen in 5 - alles aus Südwest. Wir sind auf Kurs Nordost und lassen uns gemütlich vom Wind die Mysingen hochschieben. So nennt sich der Sund hier südlich von Stockholm. Die Fahrt hat was von Kaffeefahrt; nicht zu langsam aber auch nicht wirklich schnell schippern wir übers Wasser, nur das Großsegeln hat Dienst und wir genug Zeit, die Inselwelt links und rechts von uns zu beschauen.



Der Anker muss noch vorbereitet werden ... 
Nach vier Stunden ist die Ankerbucht erreicht. Im Revierführer steht: " ... eine unter den einheimischen Wassersportlern beliebte Bucht.." - ja, können wir bestätigen. Mehrere kleine Motorboote und 4 oder 5 Segler liegen hier bereits vor Anker bzw. am kleinen Holzsteg. Hey, es ist Sonntagabend....müsst ihr nicht nach Hause?! Mhm, anscheinend keiner. Kein Problem, die Bucht ist groß und bietet uns sowie noch weiteren anderen Booten nach uns genügend Platz. Hach, ist das wieder schön hier. Man kann sich kaum vorstellen, dass man keinen Steinwurf entfernt einer Großstadt liegt.



Zum Abend brutzel ich uns was Leckeres: eine große Portion Thymian-Bratkartoffeln mit krossen Speckstreifen und Spiegelei an süßen Minitomaten und Petersiliensträußchen. Schön, wenn "Mann" sich ums Kartoffel- und Zwiebelschälen und Schnippeln kümmert.


Morgen geht es nochmal in einen Hafen, wenn auch nur einen kleinen. Wir treffen uns mit noch einem weiteren Pärchen aus unserem Heimathafen. Neuhof hat dieses Jahr anscheinend Ostschweden für sich gepachtet. Mit uns waren noch vor einer Woche gleich vier Boote unseres Hafens hier in der Ecke. Zwei auf richtig langem Törn (die Glücklichen) und zwei Boote im "normalen" Urlaub.
Dafür müssen wir morgen ganze drei Seemeilen auf die andere Seite der Mysingen - wat'n Stress :-)

Unser heutiger Track plus der lustigen Suche nach dem perfekten Ankerplatz:



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