Freitag, 24. August 2018

23./24.08.2018 Inselbummelei

... oder " Ich kaufe ein Ö"

23.08.18 Håskö - Ekö
Weiter durch die Schären ... was sonst. Wir genießen das Fahren zwischen den großen und kleinen Inseln, fast alle sind bewaldet, nur wenige - eher große - sind bewohnt. Beschauliche Ferienhäuschen, oft versteckt zwischen den Bäumen, aber fast immer am Wasser, finden sich dagegen oft. Ich habe mir schon so einige ausgesucht. Zu gerne würde ich hier viel länger bleiben und das Leben in den Schären richtig kennen lernen.



Heute haben wir uns wieder eine Strecke von rund 20 Seemeilen (knapp 40 km) zurechtgelegt und ein paar Ankermöglichkeiten in der Karte markiert. Gegen halb elf geht es nach einem gemütlichen Frühstück los. Die Sonne scheint (noch), wird sich aber im Laufe des Tages immer mehr hinter den Wolken verstecken. Es wird wechselhaft und mit kleinen Nieselschauern sollte man rechnen.
Wir bummeln bei Windstärke 3 so vor uns hin, genießen die wechselhafte Landschaft und fotografieren uns 'nen Wolf. Vier Knoten (keine 8 km/h) Bootsgeschwindigkeit grenzen schon fast an Raserei. Nach drei Stunden geht uns der Wind aus und so fahren wir die restlichen 8 Meilen unter Motor. Das hat auch den Vorteil, dass am Ende des Weges die Batterie voll geladen und der Boiler voll mit 20 l heißem Wasser ist.
Wir steuern Håskö an , nachdem uns der erste Ankerplatz an Lilla Käringskär nicht so recht gefallen hat. Da für den Abend mit Böen bis 28 Knoten (Windstärke 7) aus Südwest zu rechnen ist, suchen wir eine hohe, stark bewaldete Insel mit einem geschützten Ankerplatz. Auch wenn der Wind aus Südwest kommt, weht er durch den Kapeffekt auf der Rückseite gerne noch herum und kommt dann dort aus West oder Ost herumgewedelt. Das alles sollte beim Suchen der perfekten Ankerstelle berücksichtigt werden.
Auf der Nordseite von Håskö werden wir (nach einiger Diskussion unter der Besatzung) fündig.
Da wir das erste mal auch einen Anker am Heck des Bootes (hinten) ausbringen werden, sprechen wir alle erforderlichen Manöver gründlich durch. Das Setzen des Bugankers (vorne am Boot) funktioniert nicht. Da wir nah an der Insel sind, kratzen wir nur Unmengen von Wasserpflanzen vom steinigen Grund und finden keinen Halt. Plan B: wir bringen mit dem Board eine Leine vom Boot an Land, ziehen diese dort durch eine der (dafür vorgesehenen) Ösen im Fels und bringen zusätzlich den Heckanker aus. Gesagt, getan. Der Heckanker hält wesentlich besser. Wir liegen fest.





Harry macht sich auf, die Insel ein wenig zu erkunden, ich geh paddeln.

Leider nur ein Handyfoto...


Danach genießen wir den Abend bis zu den ersten Sternen im Cockpit - dann ruft schon die Koje.

Hier der heutige Track vom Donnerstag - und die Suche nach einem geeigneten Ankerplatz:











24.08.2018 Ekö - Hökö
Was wären die Schweden nur ohne "Ö"? :-)
Heute geht es etwas früher los - für den Nachmittag sind Regen und Gewitter angesagt.
So starten wir bereits um halb neun. Die Leine zum Land ist schnell eingeholt, danach hievt Harry den 16 kg schweren Heckanker mit 5 m Kette an der Ankerleine zurück ins Boot. Mangels Wind laufen wir unter Motor hoch zum Festland südlich Oxelösund. Eine gute Gelegenheit, um unterwegs Frühstück zu essen. Die geschmierten Semmeln kommen fertig ins Cockpit, der Autopilot steuert und wir beide passen auf ihn und die Umgebung auf. Vor dem Land lässt uns der Südwestwind schön segeln.



Und wieder schöne Häuser auf den Inseln

Knuffig

Mit 5-6 Knoten Geschwindigkeit bei 4 Beaufort Wind kommen wir bereits gegen 14 Uhr im Zielgebiet an. Da regnet es schon leicht. Mist - angesagt war das erst ab 15 - 16 Uhr. Die erste Insel taugt nichts: zu flach, zu offen, zu ungeschützt. Die Böen mit anfänglicher Windstärke 6 schießen hier kräftig in die Buchten. Fahren wir zur nächsten Insel rüber. Hier gefällt es uns schon besser. Von drei Seiten geschützt (Ost, Süd, West), etwas höher und gut bewaldet. Wir lassen den Anker fallen und graben ihn mit dem Rückwärtsgang tief in den tonartigen Seegrund - so hoffen wir jedenfalls.

Das kleine gelbe ist unser Ankerball - ein am Anker befestigter Gummiball zum Markieren der Position des Ankers

Das Wetter ist grau, es nieselt immer mal wieder, dann kommt die Sonne ein wenig durch - wir bleiben heute mal unter Deck. Gegen 20 Uhr sieht es Harry draussen blitzen, dann folgt schon der Donner. Sofort räumen wir Laptops, Tablets, Handys und Fotoapparate zusammen und packen sie in den kleinen Backofen - mit etwas "Tetris" passt alles rein. Wir hoffen, dass die Geräte dort bei Blitzeinschlag in den Mast etwas geschützt sind (Prinzip des Faradayscher Käfig).
Mit dem Gewitter kommen kräftig Böen rein, trotz der sonst gut geschützten Lage. Da draußen muss es ordentlich toben.

Da kommt das Gewitter angerollt


Ari wird am Anker ordentlich herumgeweht - der Anker hält, puh. Nach ca. 20 Minuten ist der Spuk vorbei und die Bucht wieder totenstill. OK, bis auf eine laute Ente und einen krächzenden Raben.
Wir telefonieren noch mit Freunden aus dem Heimathafen, welche sich Stockholm gerade per Boot vom Norden aus nähern. Das Treffen kommende Woche wird ein großes Hallo.

Hier in der Navi-Ecke schreibe ich den Post 
Morgen fahren wir, südlich von Stockholm bleibend, mal wieder in einen Hafen. Wir brauchen ein paar frische Lebensmittel und wollen die Wassertanks auffüllen. Noch ist das nicht dringend, es bietet sich nur gerade so an. Wir sind nun die fünfte Nacht hintereinander vor Anker. Meinetwegen könnte das noch ewig so weitergehen .... das Wasser im Tank reicht noch locker für weitere fünf Tage.

Der heutige Track - und wieder mit der Suche nach dem besten Platz zum Ankern:







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