Samstag, 23. Mai 2015

23.05.2015 Hin und her und weg

Acht Uhr morgens. Ich konnte durch dieses Durcheinander im gestrigen Tagesablauf nicht schlafen. Schlag 6 Uhr war ich wach und gleichzeitig hundemüde. Was tun,  ohne den Herrn neben mir zu wecken?
Erstmal Wetterbeobachtung bei "Windfinder" (eine ganz gute App für alle Wassersportarten weltweit). Für den langen Weg von den Westfriesischen Inseln bis nach Cuxhaven brauchen wir zwei Tage,  also auch 48 Stunden möglichst ruhiges Wetter,  möglichst Südwestwind und gerne Stärke 4-5. Ach ja,  wenig Welle wäre auch nett. Im Großen und Ganzen passt das nächste Woche.  Nur am Donnerstag gibt es einen Ausreißer mit Starkregen und Windstärke 6-7. Zuviel für uns Neulinge -  was Boot und Nordsee betrifft.  Das kann ja noch spannend werden.... sind aber auch noch ein paar Tage bis dahin.  Abwarten und beobachten.
Und nun? Ich kann immer noch nicht schlafen und lasse jegliche Versuche sein.  Langeweile kommt auf. Also leise raus aus der Koje,  anziehen und Katzenwäsche und ab nach Stralsund.  Wir brauchen noch eine deutsche Flagge für die Bavaria und Frühstück. Mit bester Beute komme ich zurück,  werfe den Skipper aus der Koje und rufe Frühstück aus.
Danach beginnt das große Packen. Um Himmels Willen  -  was ist denn bloß alles auf diesen 24Fuß/7m untergebracht?! 
Wir finden beim Ausräumen keinerlei unnützen Kram, trotzdem ist das Auto am Ende komplett voll.




Gegen 15 Uhr sind wir fertig ....  und mich beschleicht ein ganz doofes Gefühl. So ein bisschen wie Grabräuber.  Da hat uns dieses Boot seit 2011 jeden noch so dämlichen Segelfehler mit großer Gelassenheit verziehen,  hat unsere verrücktesten Törnideen mitgemacht und wird nun wie ein ungeliebter Gegenstand ausgeräumt und nächste Woche aus dem Wasser genommen.  Wir wollen uns nicht den Luxus von zwei Liegeplätzen leisten und werden sie vor dem Verkauf auch noch etwas aufpolieren. Irgendwie wirkt das auf mich gerade sehr schäbig.  Ich weiß, das ist Quatsch.  Trotzdem stehen mir die Tränen in den Augen,  als wir aus dem Hafen abfahren.
Der letzte Törn mit der Mariner war am langen Wochenende 1. Mai.  und ging rund Rügen -  gemächlich in drei Tagen. Bei idealem Wind hatten wir schöne Segeltörns,  aber auch die Faszination Windstille vor den sich im Wasser spiegelnden Kreidefelsen.
Dieser Abschied tut verdammt weh; trotz der Freude über das neue, viel größere Boot. 

Sonnenuntergang über der Wattenzee vor dem Ijsselmeer
Zurück in Andijk verbringen wir noch am Abend beim restlichen Tageslicht die riesige Fuhre unter Deck. Bis auf ein paar wichtige Sachen wird das Einräumen auf morgen verlegt.  Das große Boot bietet im Vergleich zur Mariner scheinbar unendlich Platz -  man muss gar nicht mehr so artig aufräumen. 
Und jetzt  heißt das erste Mal auf diesem Boot: ab in die Koje. Wir sind platt.  In den letzten eineinhalb Tagen sind wir gut 2100 km mit dem Auto gefahren, um alles in kürzester Zeit erledigen zu können.
Die kommenden zwei Tage wollen wir hauptsächlich für das Einüben von Segelmanövern und dem Proben von Anlegen und Ablegen in Box und  längsseits nutzen.  Bis zum langen Törn sollten auch die wichtigsten Handgriffe an Bord sitzen und das möglichst blind.

Gute Nacht!

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