Wir stehen zwei Tage vor Übernahme einer Bavaria 39-3! Baujahr 2005!
Die Vorgeschichte:
Wachgerüttelt wurden wir durch ein verlockendes Angebot für diese Bootsgröße. Eignerboot, gehegt, gepflegt, liebevoll durch die Jahre gebracht, verlockend in der Ausstattung und im Preis. Leider war die Anzeige veraltet und das Boot schon verkauft. Da wir nun schon angefüttert waren, begaben wir uns mit Nachdruck auf die Suche. Was uns da teilweise angeboten wurde, war erschreckend. Runtergewirtschaftete Charteryachten mit alter, vernachlässigter Ausstattung, diversen heftigen Vorschäden und - bäh - total verdreckten Matratzen und Sitzpolstern. Wie viele Verkäufer sich auf Anfragen gar nicht meldeten, war fast noch erschreckender.
Im Zustand von genervt und zu oft enttäuscht entschlossen wir uns, das Thema "Vergrößerung" bis nach unserem 3-wöchigen Urlaub zu verschieben und noch einmal mit der Mariner rauszufahren.
Aber natürlich jetzt kommt das nächste gute Angebot rein. Die Kurzfassung davon: innerhalb von 10 Tagen haben wir verhandelt, am Ijsselmeer besichtigt, Probegesegelt, Geld lockergemacht und das Vertragliche geregelt. Der reinste "Wild-Wechsel". Das ist sie:
Schnell fiel mir ein, dass zwischen Ijsselmeer und Ostsee ein großes Stück Nordsee liegt.
Nordsee? Das Wasser da/Wasser weg-Gebiet? Tide, Strömung, Wattenmeer?! Ojee.
Miss Navigatore bekam ihren ersten Panikanfall. Davon haben wir doch kaum Ahnung; nur ein bisschen Theorieunterricht beim Seeschein. Keine Papierkarten. Keine Gezeitenkalender. Keine Praxis. Keine Ahnung. Keine ruhige Nacht mehr!
Aber danke der Hilfe einiger Mitglieder der Facebookgruppe "Segeln" und der besten Freunde der Welt - Ira und Kenneth - bin ich bestens mit Fachwissen und Reviertipps versorgt. Karten und Gezeitenkalender wurden für teuer Geld erworben, einen Teil der nötigen Literatur konnte ich mir ausborgen . Erst gestern übten Kenneth und Ira mit mir die notwendigsten Sachen. Mein Stundenplan: Nothäfen in den friesischen Inseln aussuchen und die Anfahrt durchsprechen, Berechnung von Start und Ende des langen Törns von den westfriesischen Inseln bis nach Cuxhafen, Umgang mit dem Gezeitenkalender und den Angaben in den Navionics-Karten, Verhalten am/im Nord-Ostsee-Kanal usw. Währenddessen schlug sich Harry mit Kaufverhandlung, der Bank, der ersten Bastelei (Anschluss fürs Tab am Navigationstisch) und der Versicherung herum. Gefühlt hunderte Mails und Telefonate, welche aber immerhin den Erfolg brachten.
Dank Ira´s Kontakt zum Revier- und Technikexperten Alexander W. wurden mir die letzten Zweifel genommen. Alles, was ich an Berechnungen bei der Törnplanung mutig entwerfe, werde ich mir von ihm nochmal bestätigen lassen.
Die Ruhe ist wieder da ... und damit auch der nächtliche Schlaf.
Am Freitag, 22.05.2015, um 5 Uhr in der Frühe starten wir in Berlin, Ziel Ijsselmeer und Bootsübernahme. Danach mehr in diesem Blog ...

Ach Du, ihr seid so lieb!! Danke für den Dank, ihr beide Verrückten! ;)) Man erlebt noch Sachen an Eure Seite - so quasi wie kombiniere ich alles: Boot Kauf, Nordsee, zu Zweit auf Dickschiff und gleich durch die Nacht durch - ihr macht Dinge!! Na gut, noch heisst es "ihr plant Dinge"! Aber, so verrückt es klingen mag - alles wird gut! Das passt alles , das Boot passt zu Euch wie als wäre es für Euch mal gekauft gewesen! Und den Trip packt ihr loka hin - ihr habt schon verrückteres abgesegelt ;)) Good Luck bei Übernahme und letzten Schritten ,
AntwortenLöschenviele gruesse
ira & kenneth
Da wird das panische Kartenkaufen im schönsten Bremen einfach unterschlagen :P
AntwortenLöschenWir drücken euch ganz doll die Daumen, sind uns aber sicher: Ihr schafft das!
Bisschen mehr Vertrauen in die eigenen Segelfähigkeiten bitte! ;)