Sonntag, 22. Mai
Der neue Tag begrüßt uns mit Nordwind bei 12°C, dafür ohne Regen. Ab Mittag soll es aufklaren und ab spätestens 15:00 die Sonne scheinen. Warten wir´s ab. Daher haben wir für den Nachmittag eine Stadtbesichtigung geplant.
Bis dahin arbeiten wir noch an einem Plan, wie wir unter den gegebenen Wetterbedingungen irgendwie nach Norwegen, unserem eigentlichen Urlaubsziel kommen. Das gestaltet sich im Augenblick schwierig.
Katrin liegt in der Sitzecke des Salons und schreibt kleine Zettel auf der Suche nach einem passenden Zeitfenster in welchem Windrichtung und Windstärke irgendwie in Einklang mit einem nördlich gelegenen Tagesziel zu bringen sind. Das Ganze sieht dann so aus ...
Und wenn sich dann nach der Aktualisierung der Wetterdaten auf Windy (WindyApp) wieder alles geändert hat, dann sieht Katrin so ...
... und der Zettel so aus ...
Heute nehme ich mich bei diesem Spiel einfach mal zurück, bevor ich einen Herzinfarkt erleide. Es ist in der Tat aktuell so, dass sich Sturm und Flauten abwechseln und in der Regel nur sehr kurze Zeiträume dazwischen die Möglichkeit des Segelns bieten. Dabei achten wir schon seit Tagen nicht mal mehr auf sonstige Wetterkriterien, wie etwa Regen, Gewitter, Treibeiswarnungen und dergleichen. Alles egal, Hauptsache ein Wind bläst aus irgendeiner Richtung mit wenigstens 3 Bft und möglichst nicht mehr als 7 Bft.
Gegen Mittag machen wir uns dann schon auf den Weg durch Helsingborg, bevor uns eine Art Lagerkoller ereilt.
Die Hafeneinfahrt zeigt ein Bild, dass wir auch gestern aufgenommen haben könnten. Eigentlich sollten jetzt laut Vorhersage bereits erste Sonnenstrahlen sichtbar sein (also hier unten am Boden und nicht nur oberhalb der Wolkendecke).
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| Strandrestaurant im Eisenbahnwagon |
Ein Stück den Strand entlang Richtung Norden lockert es dann tatsächlich ein klein wenig auf.
Dann ist sie aber auch schon wieder weg, die Sonne ...
Wie gewohnt, treffen wir hier in Schweden auf gepflegte Standanlagen. Die Stege sind so sauber, dass man sich an jeder Stelle direkt auf die Holzplanken setzen kann. Es gibt Umkleiden, einsatzfähige Rettungsmittel und alle 100 bis 150 Meter einen Kiosk mit Toilette. Es gibt Badestellen an denen Menschen, die an den Rollstuhl gebunden sind, über eine Rampe direkt ins Meer fahren können.
... und es gibt einen Minigolfplatz im wahrsten Sinne des Wortes. Hier hat man tatsächlich einen Golfplatz im Miniaturformat mit Kunstrasen nachempfungen.
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| Katrin in der Umkleide |
Wir sind uns inzwischen beide einig, dass wir Glück hatten, dass uns der Zufall hierher verschlagen hat.
Und dann, wir können es kaum fassen, finden wir in einem ICA Supermarkt, der zudem heute am Sonntag geöffnet hat, auch noch einige Kardamonknut, die wir natürlich mitnehmen. Wer braucht da noch Sonne? Und die ist dann auch kurz darauf für die nächsten Stunden verschwunden (entgegen der Wettervorhersage).
Doch wenigstens mit einem Teil unserer Fotos sind wir noch gerade schnell genug ...
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| Rathaus |
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| Der 35 Meter hohe Kärnan der mittelalterlichen Burg |
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| Über den Dächern von Helsingborg |
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| ... und überall richt es nach Flieder |
Das gute Wetter hat Verspätung ...
Gegen Abend haben wir dann doch noch Gelegenheit mit einem "Entspannungs-Leichtbier" (Schöfferhofer Weizen-Grapefruit Mix) den sonnigen Tagesausklang einzuläuten.
Im Anschluss drehen wir noch eine kleine Runde durch den Hafen ...
Morgen früh geht es weiter nach Skärhamn, wenn der Wind uns läßt. Auf dem direkten Weg 126 sm. Wir rechnen mit 20 Stunden Fahrzeit +/-. Demnach müssten wir Dienstag im Morgengrauen dort einlaufen. Wir sind genauso gespannt wie Ihr.
Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig. Danke für´s Lesen.
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| Harry & Katrin |







































Hallo Ihr zwei Seebären, ja, ihr müsst ganz schön flexibel sein und sicher bleiben. Zwischen Frust und Euphorie ist ein weites Feld. Wir drücken euch die Daumen,dass Euch das weiterhin gelingt. Wir genießen aus der Ferne eure Abenteuer, die Du, Harald ja sehr eindrücklich und detailliert beschreibst. Als wären wir dabei !! Zum Glück gab's ja auch schon einen Kardamonknut. Da ist doch die Welt wieder im Gleichgewicht, oder ? Ganz liebe Grüße von den Trockenseglern Gerd und Christine
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