Donnerstag, 19. Mai 2022
Es ist kurz vor zwölf, als ich mich an den Laptop setze und dies hier schreibe. Um 15:20 Uhr öffnet die Ziegelgrabenbrücke in Stralsund - unser Tor in die westliche Ostsee. Diese Durchfahrtszeit wollen wir heute nehmen, denn sie passt am besten zu unserer heutigen Törnplanung und die beruht auf dem aktuellen Wetterbericht.
Noch schwächelt der Wind und so haben wir entschieden, erst am Nachmittag zu starten und die Nacht hindurch zu fahren, wenn der Wind mit 4 Beaufort, in Böen 6 Beaufort, aus Westen bläst. Zunächst werden wir am frühen Abend die Insel Hiddensee auf der Westseite passieren. Später geht es mit Kurs 340° (Nordwest) Richtung Kopenhagen, wo wir in etwa Morgenvormittag sein sollten. So der grobe Plan.
Es ist Punkt 12:00, High Noon. Noch nie waren wir am Abfahrtstag vor dem Ablegen mit unseren Vorbereitungen fertig. Heute schon. Oder haben wir doch etwas vergessen? Wir schauen immer wieder unsere Erledigungslisten durch. Wir haben alles abgehakt. Dann überlegen wir tatsächlich noch, ob unsere Erledigungslisten unvollständig sein könnten. Uns fällt aber nichts ein, was wir noch vorbereitend für unseren Törn tun könnten und so warten wir entspannt ab, bis wir gegen 14:00 Richtung Stralsund ablegen werden.
Ein kurzer Ausschweif zum Thema Wetter.
Das jeweils bevorstehende „Reisewetter“, insbesondere die Windprognosen, sind für den Segler von zentraler Bedeutung, da die zu erwartenden Windstärken und die vorherrschenden Windrichtungen maßgeblich die Dauer beeinflussen, die zum Erreichen unseres jeweiligen Tagesziels nötig sein wird. Genauer gesagt, geben Windstärke und Windrichtung nicht nur Auskunft über unsere geschätzte Reisegeschwindigkeit, sondern vielmehr auch darüber, auf welchem Weg wir unser Ziel ansteuern sollten, um die Windverhältnisse möglichst effizient für unser Vorankommen zu nutzen. Gegebenenfalls muss auch mal gegen den Wind aufgekreuzt werden, was den Weg zum direkten Ziel, wenigstens um die Hälfte länger werden lässt.
Führt einen der Törn über mehrere ´zig Meilen einem Ziel entgegen, durchsegelt man unter Umständen auch mehrere Wettergebiete. Das führt dazu, dass die in die Törnvorbereitung einfließende Wetteranalyse so komplex wird, dass es sich anbietet, sie in Form einer Tabelle zu erstellt. Man muss dann anhand der Prognose einschätzen, wann man bezogen auf die Möglichkeiten des eigenen Bootes, zu welcher Uhrzeit in etwa wo sein wird, um dann das Wetter zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort zu berücksichtigen. Stellt man dann fest, dass der Törn aufgrund der Wetterverhältnisse an einem dieser Orte so nicht praktikabel ist, beginnt die Planung von vorne indem man den fiktiven Törnbeginn um einige Stunden, manchmal auch Tage, verschiebt. Gegebenenfalls so oft, bis das Puzzle von Start bis Ziel aufgeht. Manchmal haben wir deswegen sogar unser Törnziel geändert, weil es in absehbarer Zeit keinen seglerisch sinnvollen Weg dorthin gab.
Des Weiteren gibt es ja nicht nur die eine Wetterprognose. Alle Wetterprognosen basieren bekanntlich auf Modellrechnungen, die Computer anhand von Algorithmen errechnen die auf Grundlage der Wettererfahrungen der Historie ermittelt wurden. Es existieren folglich verschiedene Wetterprognosemodelle, die jeweils zu unterschiedlichen Prognosen kommen können. Wir entscheiden uns in der Regel das Wettermodell für unsere Törnplanung anzuwenden, welches in den letzten Tagen „die beste Trefferquote“ in der Richtigkeit der Vorhersage hatte.
Wir sind also beide gerade in der Euphorie, dass es bald losgeht und wir die Vorbereitungen abgeschlossen haben, als Katrin plötzlich feststellt: „Der Wetterbericht hat sich schon wieder geändert!“ Es ist gerade kurz nach Zwölf.
Ungläubig schaue ich sie an, während ich mich an das Wechselbad der Gefühle in den letzten Tagen erinnere. Immer wieder schmulten wir in den Tagen vor der Abreise in die Wetterapp, wohlwissend, dass die Prognosen selten über mehrere Tage hinweg richtig liegen. Manchmal kam Euphorie in Anbetracht der zu erwartenden Winde auf, beim nächsten Mal sah es schon wieder ganz anders aus. Nun, da wir uns sicher waren, es würde nicht einfach – aber möglich, unser Ziel zu erreichen, war insbesondere bei mir, die Enttäuschung groß.
Zusammen studieren wir erneut die Wetterapp und vergleichen die für uns relevantesten Wettermodelle GFS (Globales Wettervorhersagemodell des US Wetterdienstes) und ECMWF (Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen)
Erfahrungsgemäß halten sich die Unterschiede zwischen diesen Modellrechnungen in Grenzen. Heute ist die Beschreibung der Wetterverhältnisse für das Seegebiet zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden so verschoben, dass wir im Ergebnis nur feststellen können: „Ein Wetter wird stattfinden“ und „Wir werden zumindest in keinen Sturm kommen“ scherze ich noch – ich sollte mich irren.
Wir sehen uns nicht in der Lage, die Wetterrubrik unseres Logbuchs auszufüllen, da egal, was wir dokumentieren, es dem anderen Wettermodell widerspräche. Zum ersten Mal vor einem Törn lassen wir die „Wetterfrage“ unbeantwortet.
Wir sind uns nach einigen Überlegungen einig: „Wir starten wie geplant!“
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| Kurz vor dem Ablegen |
Neuhof, 13:52 Uhr. Wir starten die Maschine, lösen unsere vier Festmacher und steuern das Boot mit kleinster Fahrt aus dem Hafen. Nach 200 Metern entscheiden wir uns aufgrund des günstigen Südwestwindes bereits kurz hinter der Hafenausfahrt die Segel zu setzen. 13:58 Uhr: Maschine aus! Bei sieben Knoten Wind (3 Bft) fahren wir gemächlich aber überglücklich den Strelasund entlang. Wir haben es auch nicht eilig, denn die Ziegelgrabenbrücke in Stralsund öffnet plangemäß erst um 15:20. Der Wind steht so günstig für uns, dass wir mit wenig kreuzen bis nach Stralsund kommen. Da wir sogar noch zu schnell waren, wenden wir einfach vor der Brücke und segeln wieder ein ganzes Ende zurück, um uns die Zeit zu vertreiben. Eigentlich wollten wir vor Anker auf die Brückenöffnung warten, aber das Segelfieber hat uns gepackt. Wir rechnen kurz durch, wie weit wir uns von der Brücke entfernen können, um rechtzeitig zur Öffnung wieder dort zu sein. Dann die vorerst letzte Wende und wir segeln auf die Ziegelgrabenbrücke zu. Aus Sicherheitsgründen dürfen Segelboote die Durchfahrt nicht unter Segeln vornehmen. Wenige hundert Meter vor der Brücke nehmen wir daher die Segel wieder runter und lassen uns treiben.
Das doppelte rote Lichtsignal leuchtet noch und zeigt an, dass die Brücke in kürze öffnen wird. Pünktlich um 15:20 beginnt der erste Brückenkopf sich zu heben. Wenig später können wir unter Motor fahrend passieren. Um 15:37 schreiben wir in unser Logbuch: „Groß+Genua“ gesetzt, Motor aus. Mit 2,8 Knoten Fahrt, rund 5 km/h, segeln wir kurz hinter Stralsund zunächst der Insel Hiddensee entgegen, die wir später südlich umfahren wollen.
In mein Notizbuch schreibe ich: „Wir sind so langsam, dass nicht einmal die vor uns im Wasser schwimmenden Möwen Notiz von uns nehmen“. Das macht auch nichts, denn es geht uns beiden gerade richtig gut dabei und wir genießen den Augenblick zusammen mit einer Handvoll anderer Segler, die die Brückendurchfahrt mit uns genommen haben.
An Steuerbord (in Fahrtrichtung rechts) liegt wenige hundert Meter entfernt die Küste Süd-West-Rügens. Die Rapsfelder sind in voller Blüte und leuchten in grellem Gelb. Die Sonne scheint am leicht bewölkten Himmel und 27° C im Schatten. Es könnte schlimmer sein – denke ich mir und schmunzele in mich hinein.
16.25: Es brist ein wenig auf, 13 Knoten Wind (4 Bft). Einen Teil der Zeit vertreiben sich Katrin und ich mit Fotografieren und Filmen.
17.06: Der achterliche (von schräg hinten kommende) Wind dreht im Uhrzeigersinn, kommt plötzlich von vorne und ist dann Sekunden später so gut wie weg. Wir starten den Diesel.
Unter Motor geht es vorbei am Hafen von Barhöft und kurz darauf sind wir schon auf dem schmalen Fahrweg südlich Hiddensee, wo wir in nördlicher Richtung an der Insel entlangfahren. Wir hatten uns vorgenommen jetzt zu entscheiden, wie es auf diesem Törn weitergeht.
Option A) Wir haben keinen segelbaren Wind und gehen westlich von Hiddensee vor Anker, bis der Westwind laut Prognose so gegen 22.00 kommt.
Option B) Wir haben segelbaren Wind, auch wenn er nur schwach ist, und gehen auf Kurs 340° (Nordwesten), um später Kopenhagen zu passieren.
Gemäß einem der beiden Wettermodelle haben wir etwas Wind. 6 Knoten (2Bft) – doch statt aus Südlicher Richtung kommt er aus Nordost. Wir haben „Glück“, denn mit 6 Knoten „Rückenwind“ kann Ari praktisch nicht segeln. Kommen 6 Knoten von schräg vorne und die See ist spiegelglatt, wie heute, kann man, wenn man Katrin an Bord hat, daraus immerhin 5 Knoten Fahrt machen. Wir sind glücklich, überhaupt segeln zu können und wissen gleichzeitig, dass es bei diesem Tempo eine sehr lange Fahrt nach Kopenhagen wird.
Es gibt bei einem so gemächlichen Törn natürlich auch Vorteile. Man kann zu Beispiel in Ruhe unter Deck kochen und das ganze später entspannt an Deck in schönster Atmosphäre genießen. Es gibt Paprika-Rindergulasch mit Frischkäseflocken und frischen Spätze.
Zeitweise sinkt unsere Fahrt auf unter drei Knoten Geschwindigkeit, während Hiddensee einfach nicht hinter dem Horizont verschwinden will. Es kommt eine Phase von Segel runter – Motor an – Manövern, gefolgt vom Motor aus – Segel rauf – Manöver. Bis uns, bzw. Katrin die Hände glühen, denn sie möchte sich das nicht nehmen lassen. Also Segelhandschuhe anziehen und weitermachen.
Schon während des Abendessens trübt sich der Himmel ein und Wolken machen sich breit. Gegen 20.00 ist auch das letzte Blau vom Himmel verschwunden.
| Ein Schlepper zieht mit 3 Knoten Fahrt eine Schwimmplattform von der aus ein Kabel verlegt wird. |
Einer der beiden Wetterdienste hatte noch örtliche Gewitter für dieses Seegebiet gemeldet. Auf der letzten Wettermeldung, die wir gegen Mittag analysierten, waren diese Gewitter verschwunden. Jetzt sieht es so aus, als wären sie gleich da. Gegen neun Uhr am Abend hören wir in der Ferne bereits ein leichtes grollen. Gegen halbzehn geht es dann los. Vor einer halben Stunde ging die Sonne unter. In der Dämmerung kann man in den nördlichen Breiten aber noch vergleichsweise lange gut sehen. Es blitzt am südwestlichen Himmel, es blitzt am nordwestlichen Himmel, es blitzt im Nordosten in einer Art Halbkreis um uns herum und wir sind so circa in der Mitte zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden auf der freien See. Inzwischen ist auch Hiddensee nicht mehr zu sehen. Weil wir zuletzt keinen segelbaren Wind mehr hatten, fahren wir gerade unter Maschine. Es regnet. Fast minütlich blitzt es an verschiedenen Enden des Himmels und zu unserem Trost auch nur in ordentlicher Entfernung. Dennoch verstauen wir Handys, Tablets und Laptops vorsichtshalber im Backofen. Das soll im Falle eines Blitzeinschlages am Boot verhindern, dass die sensible Mikroelektronik durch die Überspannung zerstört wird. Der Backofen spielt dabei die Rolle eines sogenannten Faraday’schen Käfigs. Ob das letztendlich auch in der Praxis funktioniert, ist uns nicht bekannt, aber zumindest den Versuch wert.
Nur eine kleine Auswahl unser rund 40 Blitzfotos ...
Zufällig hatte ich gerade die GoPro angeschaltet und hoffte, während des Filmens einen schönen Blitz zu erwischen, da erfasst uns eine gewaltige Böe, die Ari, derzeit ohne Segel, dennoch einen ordentlichen Schubs von schräg hinten gibt. Die See ist mit geschätzten 20 cm noch immer fast glatt. Kurz darauf stellt sich ein scheinbar gleichmäßiger Wind aus südlicher Richtung mit knapp 20 Knoten ein. Lass‘ uns schnell ein Segel setzen rufe ich Katrin zu. Kurz überlegen wir, ob das Großsegel oder die Genua die bessere Wahl ist. Wir entscheiden uns, die Genua zu setzen, während die GoPro läuft. Von den 44 Quadratmetern Vorsegel setzen wir geschätzt die Hälfte, was ich bei rund 20 Knoten Wind für eine sichere Entscheidung halte.
Wir machen gut Fahrt in die immer dunkler werdende Umgebung. Wenige Minuten später beginnt es böig zu werden. Der Grundwind steigt auf um die 28 Knoten, die stärkste Böe, die ich am Windmesser ablese hat 34,5 Knoten (Truewind). Und jetzt passiert das fast Unglaubliche. Der Südsüdostwind dreht mit der Geschwindigkeit eines Sekundenzeigers auf der Uhr auf Nordnordwest und kommt uns plötzlich entgegen und nimmt kurz darauf wieder stark ab, als wir bereits den Kurs nach einer Wende nach West abgesetzt haben. Wir machen also einen Holebug und steuern dabei Møns Klint, das dänische Pendant zur Rügener Kreide-Steilküste, an. Kurz darauf ist der Wind fast weg, so dass wir die Segel wieder einholen, die Maschine starten und wieder direkten Kurs Richtung Kopenhagen nehmen. Es regnet wieder.Kopenhagen ist übrigens nicht unser Ziel, sondern bloß das Synonym für die grobe Zielrichtung.
Inzwischen ist es schon nach halbzwölf Uhr nachts und es herrscht wegen des wolkigen Himmels fast völlige Dunkelheit. Katrin legt sich schlafen. Ich werde sie erst wecken bevor mir die Augen zufallen. Diese Regelung hat sich bei uns bewährt und sorgt dafür, dass jeder ausreichend Schlaf am Stück bekommt.
Inzwischen ist es Freitag. Der neue Tag ist mir gewogen und bereits nach einer Viertelstunde brist es wieder ein wenig auf. Ich setze das volle Vorsegel und etwa ein Drittel des Groß obwohl sich der Wind bei 13 Knoten (4 Bft) einpegelt, aber es ist Nacht, ich bin allein und man weiß ja nie, nachdem was wir heute schon erlebt haben. So gleiten wir mit rund fünf Knoten Fahrt deutlich langsamer durch die Nacht als wir könnten, aber auch umso entspannter. Über mir lassen sich dann noch einige Sterne blicken und ich kann zumindest den Großen Wagen konkret ausmachen. Über dem Wasser glaube ich eine weißliche Eintrübung, sprich Seenebel, zu erkennen. Es ist jedoch zu dunkel, um das mit Gewissheit zu sagen.
Nördlich von Møns Klint kreuze
ich den Kurs mehrerer großer Fähren,
die hier ihren Weg aus den unterschiedlichen Destinationen Skandinaviens
nehmen, um Passagiere nach Deutschland, oft Warnemünde, Travemünde oder Kiel,
zu bringen. Zwei dieser Riesen kreuzen meinen Weg nur etwa 800 Meter entfernt. Das
ist in Zeiten des AIS kein Problem, da beide Schiffsführer sehen können, wie
groß der Abstand bei der dichtesten Annäherung von Boot und Schiff sein wird. Es ist ein
Anblick, als würde eine ganze Häuserzeile an dir vorbeifahren, wobei jedes
Fenster der Häuser voll beleuchtet scheint. Kein Wunder, diese Fähren sind alle
um die 190 bis 240 Meter lang und haben 10 bis 13 Etagen, die aus dem Wasser
ragen. Immer wieder beeindruckend, besonders bei Nachtfahrten, wenn ringsherum
alles dunkel ist. Leider läßt sich das aufgrund der eigenen Schiffsbewegung bei Nacht nicht fotografieren.
Der Westwind wird uns insgesamt acht Stunden erhalten bleiben. Ab etwa halbdrei entdecke ich einen ersten Lichtschimmer der Sonne am nördlichen Himmel. Man kann auf dieser Breite, 55° Nord, also den Tag auf der gegenüberliegenden Erdseite erahnen, genauso wie die Wasseroberfläche und den Seegang, den ich in den letzten dreieinhalb Stunden zwar fühlen, aber nicht sehen, konnte. Gegen drei Uhr morgens überfällt mich das erste Mal die Müdigkeit. Draußen sind jetzt nur noch 14 °C, die sich durch den Wind etwas kälter anfühlen. Die meiste Zeit stehe oder sitze ich hinter dem Steuer und schaue in die Nacht oder überprüfe auf dem Plotter mein Umfeld. Gelegentlich leuchte ich mit der Taschenlampe in die Segel um zu sehen, ob sie noch gut getrimmt sind. Immer öfter setze ich mich jetzt jedoch hinter die schützende Sprayhood, das Verdeck über dem Niedergang, dass das Cockpit vor überkommenden Wasser, aber auch dem Wind schützt. Nie mehr als geschätzte zehn Minuten, dann wird wieder der Seeraum kontrolliert. Alle zwei Stunden wird zur vollen Stunde Logbuch geführt.
Vor dem Sonnenaufgang entdecke ich am südlichen Himmel den Blutmond, welcher immer wieder von den Wolken verdeckt wird. Sonnenaufgang muss so gegen fünf Uhr gewesen sein. Um sechs Uhr morgens mache ich den letzten Logbucheintrag und wecke dann Katrin.
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| Das ist übrigens nicht det Blutmond, sondern die aufgehende Sonne. |
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| Ein Frachter im morgentlichen Seenebel |
Schnell ist der Wechsel erledigt. Katrin steht hinter dem Steuer und ich liege in der Koje.
Wir sind jetzt bereits wenige
Seemeilen vor der südlichen Einfahrt zum Øresund. Aus der südlichen Ostsee führen
drei Seewege nach Norden. Der Kleine Belt im Westen, der große Belt nördlich Fehmarn
und der Øresund im Osten, dort, wo sich Dänemark und Schweden bis auf rund 5
Kilometer nah kommen.
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| Das Leuchtfeuer Drogden kurz vor Kopenhagen |
Unser Tagesziel liegt am nördlichen Ausgang des Øresunds, dort wo sich die Städte Helsingør (DAN) und Helsingborg (SWE) gegenüber liegen.

Anfahrt auf Helsingør (Dänemark) 
Die Kronburg in Helsingør
Dort kommen wir gegen halbelf Uhr vormittags an uns stellen fest, dass der Stadthafen von Helsingør nur noch für Boote über 15 Meter Länge vorgesehen ist. Also geht es unter Motor in den Yachthafen. Der ist jedoch voll und wir entscheiden uns, in den Stadthafen zurück zu fahren und dort ganz frech einfach fest zu machen. Trotz des böigen Windes läuft das Anlegemanöver gut und wir liegen alleine am großen Schwimmsteg. Doch schnell wird uns klar, dass der Schwell, der hier durch den Wind und die Fähren erzeugt wird, permanent den Schwimmsteg in Bewegung bringt und damit die Festmacher knarren lässt. Da macht man in der Nacht kein Auge zu und Erinnerungen an das gotländische Lickershamn werden wach.
Kurz entschlossen legen wir wieder ab, wechseln die Gastlandsflagge von Dänisch auf Schwedisch und fahren zum gegenüberliegenden Hafen Helsingborg, der nur 5 Kilometer entfernt ist. Dort wartet ein langer, fast völlig freier Gästekai auf uns.
Hoch zufrieden über den neuen Liegeplatz, lassen wir den Tag dann schon früh ausklingen, hauen uns beide in die Koje und schlafen fast sofort ein.

Unser diesjähriges Segelgebiet
Der Øresund
































oh man, irgendwie wollte mein Handy kein Kommentar hinterlassen, aber jetzt -
AntwortenLöschenEs ist eine Freude eine Gute Nacht Lektüre, ein Blog zum Guten Morgen Kaffee zu lesen , es ist als wäre man selber ein wenig in Urlaub! Vielen vielen Dank dass ihr es so liebevoll mit Euren Lesern teilt! Ist immer wieder ein Vergnügen hier zu lesen und sich auf neue Posts zu freuen :) Schöne Tage, Wochen, Monat(e) in Schweden und Norwegen Euch - bin gespannt wie es weiter geht! Ira, Kenneth und Aaron :)