Samstag, 28. September 2019

24.09.2019_Die Bootshakenangel

Dienstag, 24. September


Der Morgen weckt uns mit Sonnenschein und 14°C Lufttemperatur, das Wasser hat 10°C. Da wir an diesem Ankerplatz im Cockpit windgeschützt sind, wird kurzentschlossen draußen gefrühstückt.



Wir haben Zeit, denn unsere vorletzte gemeinsame Etappe hat nur rund 10 Seemeilen. Da es keinen Wind zum Segeln gibt, wird kurz vor eins die Maschine angeworfen.

Bei strahlend blauem Himmel und gut 5 Knoten Fahrt werden wir in rund zwei Stunden am Ziel sein. Unterwegs sehen wir neben malerischen Schärenlandschaften dieses eigenwillige Bootshaus ...






... Kühe, die im Salzwasser stehen ...





... und dann sind wir auch schon da ...


Heute wollen mir mal ganz gewöhnlich ankern und für Gerd gibt es einen Anlegertee ...







Da uns die Angel ja durch den Killerhering abhanden gekommen war, muss heute der Bootshaken herhalten. Etliche Gummifische haben wir daran gebadet, doch angebissen hat keiner. Man kann nicht alles haben.





Ein Hauch von Melancholie zum Reiseende?



Morgen geht es nach Västervik.

Donnerstag, 26. September 2019

23.09.2019_Die Schäre der Woche.

Montag, 23. September


Um 11.50 startet unser Segeltag zunächst mit dem morgentlichen Reinigen des Ankergeschirrs. Fast immer in dieser Region, zahlt man die in der Regel guten Halt bietenden Tongründe, mit einem intensiven Reinigungsprocedere von Anker und Ankerkette. Da wir zwei davon haben und regelmäsig benutzen, sind sowohl Gerd am Bug, als auch ich am Heck, gleichermaßen beschäftigt.


Irgendwann ist alles wieder einsatzbereit und wir verlassen die Bucht. Es geht vorbei an Bootsgaragen ...


... und der aus der Hinfahrt bereits beschriebenen Kormoranschäre. Auf Wunsch eines Crewmitglieds nehme ich die an "Jurassic Park" erinnernde Kulisse noch einmal auf.





Heute weht uns der Wind mit einer leichten Brise von 2 Beaufort mehr oder weniger entgegen. Wir entschließen uns für eine kurze Etappe unter Motor. Die Schweden haben wie gewohnt die Ruhe weg, setzen Vollzeug und treiben fast bewegungslos über die See. Das ist uns selbst im Urlaub zu gemächlich.


Unser heutiges Ziel ist die Bucht Kolmosö, knapp 11 Seemeilen entfernt. Wieder gelingt uns ein schöner Anleger mit Heckanker und Bugfestmacher direkt an einer Schäre. Wir haben die Möglichkeit, uns auf einem Inselrundgang ein wenig die Beine zu vertreten.


Hier gefällt es uns richtig gut und so gibt es allerhand zu fotografieren ...




Ein Hundekopf aus Stein

Diese Holzbohle würde auch als Exponat hinter Glas passen. Leider gehen die Details auf dem Foto unter.

Granit mit ungewöhnlicher Zeichnung


Totholz



Gar nicht so selten finden wir Baumstämme und Äste, die sich mehrfach um ihre eigene Achse gedreht haben.



Kein Luftbild einer Jucca-Palmen-Plantage, sonder Sternmoos - ca. 1 cm groß.

Roter Täubling
Mit Hunger kommen wir  von unserer Erkundung zurück. Unterwegs haben wir bereits wieder etliche tote Baumstämme gefunden. Schnell ist der Entschluss gefasst: "Ein Lagerfeuer muss her!"
Weil es sich bewährt hat, stellt Gerd sich in die Küche, während ich Holz sammle und Feuer mache.


Wenig später ist alles fertig. Das Feuer lodert  und Gerd hat  Schweinemedaillons und Bratkartoffeln gebraten. Die füllt er in zwei heiße Steingutschalen - so bleibt alles warm. Gegessen wird am Lagerfeuer und ein Bier darf natürlich nicht fehlen. Diesmal ist tätsachlich alles noch ein bischen schöner als beim perfekten letzten Mal. Unglaublich!


Alle nachfolgenden Fotos sind in "Neutraleinstellung" fotografiert und nicht nachbearbeitet!


















22.09.2019_Einfach mal nur Segelspaß

Sonntag, 22. September


Gegen 8:oo kehrt Leben in den Salon ein. Während Gerd schon eine Kanne Kaffee zubereitet, wische ich mir noch den Schlaf aus den Augen. Ein freundliches "Guten Morgen" hallt mir entgegen. Unser morgentliches Zeremoniell beginnt. Wir sitzen, in noch nicht gerade ausgehtauglicher Bekleidung im Salon, die Tasse Kaffee in der Hand und fangen an zu erzählen. Gut zwei Stunden und zwei Pötte Kaffee später fällt uns dann ein, dass jetzt so langsam Zeit zum Frühstücken wäre. Dann noch kurz Abwasch, Wetterbericht, Törnplanung und Logbuch. Schon kann es zwischen 12:00 und 13:oo Uhr losgehen.

Heute erwartet uns Nordostwind mit 4 Beaufort, bei überwiegend wolkigem Himmel. Fast Idealbedingungen. Und weil dem nichts hinzuzufügen ist, gibt es heute nur ein paar Impressionen von uns ...












Wir lassen 21 Seemeilen in unserem Kielwasser, von denen wir 19 sm unter Segeln bei 6 kn bis 8 kn Fahrt zurücklegen können. Bester Laune steuern wir gegen 16:30 die Bucht von Bokö - Kuggholmen an. Ein super Segeltag!



Mittwoch, 25. September 2019

21.09.2019_Der Sommer ist zurück

Samstag, 21. September


Das Thermometer zeigt 17°C im Schatten, als wir um 11:2o den Motor starten, um die Bucht zu verlassen. Die Sonne scheint. Nur der Wind bleibt heute mit 6 bis 8 Knoten unter unseren Erwartungen.


Daher geht es zunächst auch unter Motor weiter und ich gönne mir eine noch knackige Birne aus Gerds Garten. Nur so mag ich sie.


Um 12:3o ist dann zwar der Wind nicht stärker, aber unser Kurs zum Wind günstiger. Wir entscheiden uns, die Segel zu setzen. Rund 6 sm der insgesamt 12 Seemeilen bringen wir so noch segelnd hinter uns. Dafür brauchen wir für diese Segelmeilen auch fast zweieinhalb Stunden und viel Geduld.  Ein herrlicher Ankerplatz , zumal wir wieder direkt über den Bug an Land können.









So liegen wir recht gut geschützt.

Nur die Fische wollen irgendwie nicht so wie wir ...



Dienstag, 24. September 2019

20. September 2019_Lagerfeuerromantik

Freitag, 20. September


Der Wind ist schwach und steht ungünstig. So entscheiden wir uns für eine kurze Etappe unter Motor gegenan. Wir haben erneut gutes Urlaubswetter. Die Sonne scheint bei inzwischen nur noch 13°C bis 15°C - es ist eben schon Ende September und wir befinden uns nördlich des 58. Breitengrades.

Mittendrin sehen wir diesen malerischen Leuchtturm samt Leuchtturmwärterhäuschen.


Nach rund 6 Seemeilen sind wir am heutigen Ziel, der Insel Klovöja. Wir haben uns vorgenommen, sofern möglich, direkt an der Schäre fest zu machen, so dass wir die Insel erkunden können.

Der Heckanker fällt etwa 45 Meter vor den Felsen und Ari treibt Bug voran mit dem Restschwung darauf zu. Gerd steht derweil am Bug und sucht den Untergrund nach Felsen ab, damit das Boot nicht auf Grund läuft.  Dabei muss der Steven (der vorderste, meist fast senkrechte Teil des Bootes) bis auf auf eine handbreit dicht an den Felsen heranmanövriert und aufgestoppt werden. Gerd springt mit einer Festmacherleine in der Hand über, um diese dann an einem Baum oder ähnlichem zu befestigen.


Doch wir haben Seitenwind und vertreiben langsam aber sicher, während der Heckanker auch noch anfängt zu rutschen. Nach 20 Minuten sind wir zwar irgendwie fest, aber uns auch einig, dass wir uns mit der Lage nicht ganz wohl fühlen. Also kommt Gerd wieder an Bord. Unter Rückwärtsgang holt er die Bugleine ein und ich parallel den Heckanker. Wir fahren in tieferes Wasser und klarieren die Ausrüstung für einen zweiten Anlauf. Dieser gelingt und wir liegen gut vertäut direkt am Felsufer. Unter dem Bug haben wir gerade noch eine Handbreit bis zu den Felsen unter Wasser. Unter dem Kiel in der Bootsmitte sind es bereits etwa 3 Meter.


Um nicht jedes Mal von Bord springen zu müssen, wird das Fenderbrett zum Laufsteg umfunktioniert. Eine tragfähige Lösung bis ca. 2,0 Promille.


Zunächst erkunden wir ein wenig die Schäre, denn die Zeit an Bord verlangt nach etwas Bewegung.







Auf dem "Gipfel" haben wir eine schöne Rundumsicht und Gerd entdeckt dieses interessante Stück einer abgestorbenen Flechte, die wir hier auf etlichen Felsen finden.






Es ist schon etwa 18.oo und Gerd bereitet unser Abendbrot vor, während ich mich um ein Lagerfeuer kümmere. Auf jeder Schäre finden sich eine Anzahl toter Bäume, deren trockene Äste schnell zusammengesammelt und auf Gebrauchsgröße durchgebrochen, sind.

Im beginnenden Sonnenuntergang gibt es dann Rigatoni mit Tomaten-, Zwiebel-, Knoblauchsauce und frischem Basilikum. Letzteres stammt übrigens aus eigenem Anbau auf der Ari. Zu all dem, knistert das Lagerfeuer, während sich die Sonne langsam dem Horizont nähert. Wir sind uns einig, es könnte schlimmer sein.












Bei einer Flasche Rotwein lassen wir am Feuer den Abend ausklingen, während am schwarzen Nachthimmel die Milchstraße gut zu erkennen über uns steht.





Die heutige Bucht .... Die roten Vierecke sind in der Regel unbewohnte Wochenendhäuser vermögender Schweden.



Morgen geht es weiter Richtung Süden.