Donnerstag, 3. Oktober 2019

01.10.2019_Waschtag

Dienstag, 2. Oktober


Ein Tag, eigentlich ganz nach meinem Geschmack. Das Segel schon am Hafenausgang setzen können, ganztags segelbarer Wind mit 5 - 6 Beaufort, relativ glatte See, da sich hier im Kalmarsund bei Südwestwind keine hohe Welle aufbauen kann.

Doch dann wurde es sportlich. Ich war mit ordentlich Krängung unterwegs und musste per Hand steuern, da sich der Autopilot etwas zickig anstellte. Mit etwas Sorge beobachtete ich das Kajak auf dem Vordeck. Dieses ist nur mit einer dünnen Leine am vorderen Tragegriff des Kajaks angelascht. Das war auch bisher nie ein Problem. Offensichtliche hatte ich den ganzen Urlaub über nie Starkwind von steuerbord gehabt, denn jetzt begann das Kajak über das Vordeck zu wandern. Das hatte es bisher nie getan. Natürlich wäre es sinnvoll gewesen es überhaupt mal festzuschnallen, dachte ih mir jetzt. Aber hätte, würde, sollte, hilft mir jetzt auch nicht weiter. Ich musste also einen Kurs finden, den der Autopilot steuern konnte, zum Beispiel mit Wind von achtern. Das tat ich dann auch und nutzte die Zeit, um mit einer zweiten Leine das Kajak zu sichern. Dieses Manöver hatte mir allerdings einige hundert Meter Höhe gekostet, weswegen es jetzt noch schwieriger geworden war, meinen Zielort ohne lästiges Aufkreuzen zu erreichen.


Mitten im Kalmarsund wurde ich dann von einem kleinen Schwarm etwa sperlingsgroßer Vögel in einem Abstand von nicht mehr als 10 Metern überholt. Diese kämpften genau wie ich gegen den Wind und waren auch nicht wesentlich schneller. Irgendwie ging mir durch den Kopf, was wohl Walt Disney aus dieser Szene gemacht haben würde und welche textlichen Inhalte er die Vögel hätte denken oder sprechen lassen.

Von Kalmar aus gesehen wird der Sund nach Süden hin deutlich breiter und die Wellen höher. Dadurch wurde der Bug von Ari vielfach überspült. Das war zunächst ein Heidenspaß, der dann sein Ende fand, als ich im Zielhafen die Bugkajüte betrat. Ein Riegel des Oberluks hatte sich ein wenig gelöst, so dass ein guter Teil des Meerwassers beim überrollen des Bugs ins Innere gelangte.

Damit die Matratze so nass wurde, wie unten zu sehen, musste das Wasser zuvor erst einmal durch zwei übereinander liegende Bettdecken sickern.


Meine Trockenaktion - Es war ein Waschtag für Boot und Bettwäsche


Mein heutiger Hafen, Grönhögen, befindet sich an der Südwestküste von Öland. Als ich bei ordentlich Dünung in den Hafen einlaufe mache ich mir Gedanken, ob die Tiefe der Einfahrt wohl ausreichen wird. Doch alles geht gut und der Hafenmeister steht bereits bereit um mich einzuweisen und mir die Leinen zu belegen. "My Name is Peter" begrüßt er mich mit Handschlag. Überhaupt kümmert er sich wie ein Vater um seinen einzigen Gast des Tages. Als er dann auch noch mitbekommt, dass mein Bettzeug nass ist, darf ich einige Sachen kostenlos in den Trockner stecken. Doch es ist schon spät und als ich die Decken nach einer Stunde aus dem Trockner hole sind sie nicht trocken, sondern nur deutlich weniger nass. Damit Peter nach Hause kann, sage ich nichts und trockne den Rest im Boot fertig. Schlafen muss ich heute so oder so in der Gästekajüte, denn die Matratzen passen schlecht in den Trockner.





Während der Trockner noch arbeitet, mache ich einen kurzen Rundgang durch den Hafen und auch zum Strand. Ich entdecke einen nicht mehr als Kniehohen Apfelstrauch voll mit Miniäpfeln.




Surfer gab es heute nicht zu sehen ...




... dafür aber einige Versteinerungen. Typisch Öland.



Leider habe ich morgen keine Zeit weiter zu suchen. Ich muss zurück in den Süden.

Bleibt mir gewogen und weiterhin neugierig.


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