Freitag, 7. Juli 2023

06.+07. Juli 2023, Helsinki (Finnland)

 Donnerstag, 06. Juli



Es ist Mittag und Katrin ist in Helsinki angekommen.  Auf dem Rückweg von Hauptbahnhof zur Marina kommen wir an einer Bäckerei vorbei. Hier besorgen wir uns erst mal eine Kleinigkeit zu Kaffee & Kuchen. Zwei leckere Puddingplunder mit Erdbeeren und zwei Pistanzienbullar (eine Art Pistazienschnecke mit Kardamom).


Nachdem wir an Bord alle Leckereien verspeist und uns ein wenig ausgeruht haben, machen wir bei wolkigem Himmel und zweitweisem Nieselregen noch einen Spaziergang. Unter anderem besuchen wir die örtliche Flotte von Eisbrechern, die wir an einer benachbarten Halbinsel liegend, jeden Tag von Bord aus sehen können.

Das Wetter beflügelt uns allerdings nicht zu einer ausufernden Wanderung und so sind wir dann nicht allzu spät wieder zurück an Bord, kochen uns was Leckeres und lassen den ersten Abend entspannt ausklingen.



Freitag, 07. Juli


Heute steht eine gemeinsame Stadtbesichtigung auf dem Plan. Helsinki hat nicht endlos viele Sehenswürdigkeiten und so bleibt unsere dennoch mehrstündige Runde überschaubar. Hier eine Auswahl an Eindrücken, die wir mitgenommen haben.


Typisch für Helsinki sind zum Beispiel seine Grün-Gelben Straßenbahnen und die noch große Anzahl an Straßen mit Kopfsteinpflaster.

Wenn auch keine offizielle Sehenswürdigkeit, so fällt die ebenfalls große Anzahl an Gebäuden auf, die so aus der Zeit vom Übergang des 19. Jhd's. ins 20. Jhd. stammen müssen.



Keine zehn Gehminuten von unserem Hafen entfernt, stehen wir bereits vor dem Dom zu Helsinki, bzw. auf dem davorliegenden und großzügigen Senatsplatz. Rings um diesen Platz findet man dann noch den Sitz der Landesregierung, die Finnische Nationalbank, das Stadtmuseum und vieles mehr. Alle Gebäude im ähnlichen Baustil und in einem Top Sanierungszustand.



Weiter auf dem Weg nach Süden, in Richtung des Hafen für die Sightseeing-Fähren, kommen wir noch an der Helsinki Brauerei vorbei. Gut, noch zu früh für ein Bier, wir gehen weiter.


Am Sightseeinghafen befindet sich auch der Kauppatori, der Zentralmarkt Helsinki's. Er besteht aus einigen Dutzend Imbiss-Zelten in denen mehr oder eher weniger kulinarische Genüsse für Touristen zu sündhaft teuren Preisen angeboten werden. Das überspringen wir hier mal mangels Relevanz.

Nebenan die Kauppahalli (Kaufhalle). Sie ist ein echter Delikatessenmarkt. Das Preisniveau ist entsprechend. Hier gibt es neben einem Beluga Kaviar Tasting (für 20,- € pro Teelöffel) auch Marktstände mit frischen Waren oder auch Konserven. Wer mal 10 verschiedene Sorten Räucherlachs im Vergleich probieren möchte, ist hier genauso richtig, wie der Interessent für Rentierfleisch.

Wir lassen einfach mal ein paar Bilder sprechen ...




Erinnert an "Dinner for one". "The same procedure as last Year, miss Sophie?" "The Same procedure as every year, James!" ...




Für uns geht es weiter zum benachbarten Esplanadi. Der Esplanadi ist ein schmaler, rund 500 m langer Park, der zwischen zwei Einkaufsstraßen liegt. Hier ansässig sind Nobelmarken, wie Louis Vuitton genauso wie Juweliere, Hotels bis hin zur kanadischen Botschaft.

Die Parkanlage ist ausgesprochen schön und hält auch für den "Normaltouristen" die eine oder andere Oase der Erholung oder Erfrischung, zum Beispiel in diesem Jugendstil-Pavillon, bereit.

 

Hier kommt die Poliisi (Polizei) passender Weise auch schon mal zu Pferde ...













Und noch ein Pistazienbullar ...


Hat man den Esplanadi von Osten nach Westen durchlaufen, steht man am Ende am Alexanderplats ...






Die Kapelle des Schweigens ganz skandinavisch modern in Holz.


Chrysler B-70, gebaut ab 1924




Temppeliaukio-Kirche (Temppeliaukion Kirkko)

Die Temppeliaukion Kirkko ist eine einzigartige Kirche und beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, mit Kupferkuppel sowie Fels- & Steinwänden. Sie wurde in den abgetragenen Fels einer Schäre gesetzt. Die Rückseite sieht so aus ...

Diese (nicht entweihte!) Kirche zeigt, außer der vor jedem Sitz liegenden Bibel, keine kirchlichen Symbole. Das Raumgefühl ist beeindruckend angenehm und erinnert mehr an eine Philharmonie. Außergewöhnlich!




Der Hauptbahnhof,  Helsinki Central Station



Nach weiter über zehn Kilometern Fußmarsch, gönnen wir uns heute mal einen Restaurantbesuch. Wir entscheiden uns für ein australisches Restaurant in der Nähe des Bahnhofs. Bezahlbar und sehr lecker.



Woolshed Helsinki

Das Interieur ist rustikal und möglicher Weise autentisch. Wir haben uns auf jeden Fall richtig wohl gefühlt!



Mit diesem Foto vom Kai der Traditionsschiffe endet unsere heutige Sightseeing-Tour. Einige Schiffe sind gerade auf Rundfahrt, weswegen der Kai relativ leer ist. Bis zur Marina sind es nur noch einige Schritte für uns. Dann geht es ans Blogschreiben und Füße hochlegen.

Für die nächsten Tage gibt es natürlich bereits Pläne, wobei Helsinki unser Standort bleibt. Wenigstens der von Ari. Mehr verraten wir noch nicht.

Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.

Harry & Katrin



06. Juli 2023, Anreise nach Helsinki

 Berlin, 05:56 Uhr - ich stehe reiselustig am völlig leeren Bahnsteig unserer U-Bahnstation und warte auf den nächsten Zug.  


Eine Stunde später habe ich U-Bahn und Bus hinter mir und das Gebäude des legendären BER (was lange währt wird ... irgendwann mal fertig) vor mir. Punkt sieben Uhr habe ich einen Termin beim Sicherheitscheck und freue mich über die Leere dort. Schnell durchgerauscht gehts durch den großen duty-free-Shop zur Anzeigetafel der heute anstehenden Flüge...

Ich fliege 08:55 Uhr - das Gate wird erst in drei Minuten bekanntgegeben. OK, ich warte.

 Als das Abflug-Gate für meinen Flug angezeigt wird, staune ich nicht schlecht. A36. Fand ich vor 5 Wochen den Weg zu Gate A22 schon lang, klang das ... noch länger. Der Weg dorthin war mit 13 Minuten angegeben. Ich wusste, wie viele Kaffeestände mit Kuchen und Sandwiches dazwischen lagen und stiefelte freudig los - Frühstück, ich komme.


Während ich mir am Gate sitzend mein Frühstück schmecken ließ, landete eine Finnair-Maschine und rollte tatsächlich hier ran. Aha, du wirst also meins.

Kaum waren Brot und Kaffee geschafft, blieb gerade noch Zeit, die Wasserflasche aufzufüllen, dann war auch schon fast "bording-time".

Das automatische Buchungssystem hatte mir beim online-check-in einen Fensterplatz verpasst. Na gut, dann muss man natürlich auch fotografieren. Hier wird gerade der benachbarte easyJet-Flieger versorgt. 


 Das gut gefüllte, aber zum Glück nicht rappelvolle Flugzeug rollte zum Start und erhob sich kurz darauf in die Lüfte. 

Eine steile Kurve über Brandenburger Land. Auf gehts, nach Norden.


 

Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer.



 

Unter uns die Ostsse-Küste bei Swinemünde

 

 Eine kleine Spielerei auf meiner Smartwatch erlaubte mir, die Fluggeschwindigkeit (893,5 km/h, max. 902,2 km/h) und den Kurs (NordOst 62°) im Auge zu behalten. So etwas ist, seit ich segle, eine komische Angewohnheit geworden. Beim Segeln hast du diese und weitere Daten immer im Blick - also brauche ich das beim Fliegen auch 😇

 

Ab Erreichen des Golfs von Finnland zog der Himmel zu und das Flugzeug ging fast gleichzeitig in den Sinkflug. Dementsprechend düster sah die Küste östlich von Helsinki aus, als wir die Wolkendecke durchbrachen.

 

Mit einem kräftigen Rrrumss gelandet und am Gate xxx (wieder gaaanz weit hinten) angekommen, stürmte schon ein Tankwagen ran. Als sich die ersten Passagiere erhoben, um dann noch fast 10 Minuten im Gang rumzustehen, waren diese Jungs hier schon emsig dabei, das Flugzeug wieder aufzutanken. Hatte ein bisschen was von einem Pitstop bei der Formel 1.

 

 Durch die zahlriechen Informationen, welche man im Internet über die Transfermöglichkeiten vom Flughafen in die Stadt erhält, hatte ich schon die richtige App für die Öffiś hier auf dem Handy und beim langen Weg durch die Gebäudeteile des Flughafens das Ticket bereits gekauft und auf dem Display. Besser gehts nicht. Die Bahnstation befindet sich tief unter dem Flughafengebäude und war dank bester Ausschildung schnell gefunden.

Die Bestätigung - ich sitze im richtigen Zug
 

 Bei launischem Regenwetter angekommen, fand ich nach einem kurzen Telefonat sogar meinen wartenden Mann ... der Bahnhof hat einfach  zu viel Gleise (ca. 20).

 

 


Noch 20 Minuten Fußweg und ich war wieder Teil der Ari-Crew. 

Nachdem ich mich ein wenig eingerichtet hatte, stiefelten wir noch ein wenig durch die verregnete Stadt, um uns die Beine zu vertreten. Anschließend kochte Harry lecker Abendessen und der Tag klang mit vielen Erzählungen langsam aus. 

Schön, wieder hier zu sein. Die dreieinhalb Wochen lange Urlaubsunterbrechung war nicht gerade meine beste Idee. 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 5. Juli 2023

03.-05. Juli 2023, Helsinki (Finnland)

 Montag, 3. Juli

 

Es muss so gegen 10:00 morgens gewesen sein, als ich in meiner Koje aufwache. Ich blicke auf die Uhr und stelle fest, dass ich rund 12 Stunden geschlafen habe. Ein Blick durch die Luke über mir in der Bugkajüte, die sich beim Schlafen direkt über meiner Koje befindet, bestätigt im groben den Wetterbericht, wie ich ihn noch von gestern in Erinnerung habe. Der Himmel wolkenverhangen und die Sturmböen pfeifen, wenn sie durch die Verstagungen der Segelyachten gedrückt werden. Ari schwankt leicht in der einen oder anderen Böe, aber insgesamt scheine ich gut zu liegen. Kein Rucken in den Festmachern, keine Knarr- oder Quitsch-Geräusche. 

Der See-Wetterbericht der WindyApp, weist für diese Uhrzeit in Helsinki einen Wind von 6 Bft und Böen von 8 Bft aus. Die Tageshöchstwerte sollen gegen 18:00 in Böen bei 9 Bft liegen. Über Nacht flaut der Wind dann auf 7 Bft ab. Die Höchstwerte, für morgen, Dienstag, liegen dann nur noch um 8 Bft., Mittwoch mit leicht fallender Tendenz.


Gut zu sehen ist, dass sturmstärke ausschließlich auf dem Meer erreicht wird, während die umgebenden Landmassen hier mit etwa 4 Bft davon kommen.

Bei Wetter Online, ganz lapidar ...  (Gewitter gab es übrigens keine) ...


Während ich mir einen Kaffee mache, kommt tatsächlich die Sonne und etwas blauer Himmel zum Vorschein. Eine halbe Stunde später schüttet es in Strömen. Starkregen, Sonne und Hagelschauer wechseln sich mehrfach im Verlauf des Tages ab. Das hat tatsächlich auch gute Effekte. Das salzverkrustete Bootsdeck wird endlich mal richtig abgespült und auch den Festmachern tut es gut, wenn der Regen das Salz herauswäscht, was das Knarren bei Belastung reduziert.

 

Ich entscheide für mich, dass ich hier unter Deck bestens aufgehoben bin. Das Boot werde ich den gesamten Tag nicht verlassen und dafür den ausführlichen Post zu den letzten beiden Tagen verfassen und bebildern.

Zwischendurch donnern dann doch immer mal wieder sehr heftige Böen in den Hafen. Ari neigt sich und der Bootsrumpf beginnt hier und da durch die leichten Verwindungen im Material zu knacken. Das ist aber kein Grund zur Besorgnis. Glasfaserverstärktes Epoxidharz, aus welchem der Rumpf besteht, ist zähelastisch und geradewegs ideal für solche Beanspruchungen.

In einer Regenpause entsteht dieses einzige Foto des Tages, dass ich aus dem Niedergang heraus aufgenommen habe.

 


Dienstag, 4. Juli

Am Dienstag, reicht es mir dann aber mit dem Rumsitzen an Bord und ich nutze die Regenpausen, um mal wieder die Laundry hier im Hafen zu bemühen und zwei Maschinen voll Wäsche zu waschen.

Danach belohne ich mich mit einem Rundgang durch die nähergelegene Umgebung. Hier ein paar erste Eindrücke ...


Oben: Die im Westen an den Yachthafen angrenzende Seite Helsinki's.

Unten: Etwas weiter südlich liegt ein Kai für Traditionsschiffe und im Hintergrund, die Uspenski-Kathedrale. Davor liegen ehemalige Lagerbebäude, die jetzt als Restaurants genutzt werden.

 


 

Ggf. nach rechts scrollen

Rechts im Bild ein ehemaliges Feuerschiff (im Sinne von Leuchtfeuer), dass als vor anker liegendes, schwimmendes Schifffahrtszeichen, der Navigation von Seeschiffen dort diente, wo kein Leuchtturm aufgestellt werden konnte.  Feuerschiffe dienen nicht der Brandbekämpfung.

 

Ebenfalls ganz in der Nähe, der Dom zu Helsinki.  


Mittwoch, 05. Juli

 

Ein wenig Bootsreinigung und auch dieser Blog beschäftigen mich heute Vormittag. Das Wetter hat sich etwas entspannt, ist aber nicht wesentlich anders als an den Vortagen. Gut, etwas weniger Regen. 

Viel habe ich hier heute nicht vor. Daher nur noch ein paar kurze Informationen.

Helsinki  hat etwa 660.000 Einwohner und verteilt sich auf mehrere Inseln/Schären. Die Hauptinsel mit einigen ergänzenden Daten findet Ihr in der nachfolgenden Karte. 

Karte: Open Streetmap - Bergfex   (ggf. nach rechts scrollen)

Katrin kommt morgen (Donnerstag, 06. Juli), um 11:45, am Flughafen Helsinki-Vantaa an, der nördlich der Stadt, rund 17 km vom Zentrum entfernt liegt. Mit der Bahn geht es dann zum Hauptbahnhof, wo ich sie um 13:00 abholen werden. So zumindest der Plan.

Die Stadt erkunden wir natürlich gemeinsam, weswegen es hier keine weiteren Fotos gibt. Ab morgen hört Ihr wieder von Katrin & mir. Bleibt gespannt ...

Euer Harry