Freitag, 10. September 2021

10.09.2021 KRISTIANOPEL

 Freitag, 10. September

 

 Heute morgen, 05:41 ...

Kristianopel

Kristianopel (früher Christianopel) ist ein kleiner schwedischer Ort mit 88 Einwohnern (2015) am südlichen Ende des Kalmarsund in der Gemeinde Karlskrona. Die Siedlung war im 17. Jahrhundert eine strategisch wichtige dänische Stadt im Grenzgebiet zu Schweden.

Objekte, die heute von dieser Bedeutung zeugen, sind die 3 Kilometer lange Stadtmauer mit Bastionen nach italienischem Vorbild, die zwischen 1603 und 1606 errichtet wurden.

Kristianopel wurde 1599 auf Order des dänischen Königs Christian IV. als Ersatz für die frühere Stadt Avaskär planmäßig angelegt. Im Laufe des Kalmarkrieges wurde die Stadt 1611 kurzzeitig durch den schwedischen Prinz Gustav Adolf eingenommen. Die Schweden plünderten den Ort und brannten ihn dann nieder.


Heute scheint Kristianopel im Wesentlichen eine Bedeutung für den Camping-Tourismus zu haben. Es gibt im  Kristianopel Resort  reichlich Stellflächen für Wohnmobile und -wagen, sowie ein Angebot an mietbaren Bungalows. Der Hafen bietet dem Bootseigner zwar alles, was man im täglichen Bedarf benötigt, jedoch nur insgesamt rund 30 Liegeplätze und längst nicht alle davon stehen als Gastplätze zur Verfügung. Insoweit ist dieser Hafen eher in der Vor- und Nachsaison für Bootsbesitzer interessant, deren Tiefgang nicht über 2,10 m liegen sollte.


Die ehemaligen Wehranlagen laden zu Spaziergängen ein und der eher verträumt anmutende Ort bietet einige typisch schwedische Häuser und Grundstücke, die sehr gepflegt sind.







 

Wir machen uns auf zu einem Spaziergang entlang der Stadtmauer.

 


 Urlaubsbedingter Übermut und die Umgebung laden zu mittelalterlichem Ausdruckstanz ein ...

 Im Hintergrund sieht man ein historisches "Leuchtfeuer"

 


 


 In der rückseitigen Lagune gibt es einen Badestrand für die Gäste und benachbart auch noch einen Hundestrand.


 

 


 

Auf den flachen Salzwiesen grasen Kühe und wo die nicht sind, haben etliche Vogelarten ihr Rückzugsgebiet. Selbst das Kajak hat teilweise zu großen Tiefgang, um die Inselbereiche trockenen Fußes erreichen zu können.

 

 



 Ausgedehnt Bereiche sind abgezäunt und der Natur vorbehalten.

 

 


Auf zur "Stadtbesichtigung"

 

 

 

Der ehemalige "Tante Emma Laden" LANTHANDEL, ist in das Gebäude unten umgezogen. Der Lanthandel selbst ist jetzt das NEUE CAFÉ.

 

 Das aktuelle Angebot an Zeitschriften ...


 

Kleiner Dorfplatz

 Katrin unternimmt noch einen Ausflug mit dem Kajak ...






 

 

 

 

Donnerstag, 9. September 2021

09.09.2021 Von KALMAR nach KRISTIANOPEL

 Donnerstag, 09. September


Die Sonne geht heute im Frühnebel auf. Um Halbacht sitzen wir mit dem ersten Kaffee im Cockpit. Auf allen Oberflächen glitzern noch kleine Tautropfen. Die Sonne durchdringt immer mehr den schwindenden Nebel.

DESSI, die ständig zwischen Öland und Kalmar pendelnde Personenfähre, kommt gerade in den Hafen gefahren.

12°C beträgt aktuell die offizielle Kalmar-Temperatur. Die Sonne wärmt noch mit Zurückhaltung und das Teakholz an Deck beginnt langsam zu trocknen. Wir beschließen heute draußen zu Frühstücken  -  Katrin ganz mutig in Shorts.


Uns tut alles weh.  Muskelkater und Verspannungen vom gestrigen Segeln.  Katrin war ja mit den Segel rein  -  Segel raus, Segel trimmen, Aktionen beschäftigt  und ich hatte weite Teile des Törns per Hand gesteuert, weil der Autopilot nicht die  Höhe am Wind  erzielen konnte, wie ich manuell. Auch wenn die gestrigen Fotos Entspannung vermitteln, so gilt das bestenfalls für den mentalen Teil der Reise. Es war dieses Mal recht sportlich.

Weil wir nicht genau wissen, wann wir wieder neue Vorräte bekommen werden, machen wir noch eine Einkaufsrunde, die wir mit einem Stadtbummel verbinden.  

 

Im Anschluss steht noch "Wanten spannen" auf dem Programm.  Wanten sind die Stahlseile, die den Mast stehend in seiner Position halten. Beim gestrigen Segeln fiel uns erneut auf, dass bei starker Krängung (Schräglage des Bootes), die Wanten in Lee (der jeweils nicht belasteten Seite), durchhängen.  Zeit haben wir für das Gesamtprogramm, weil der Wind erst gegen Mittag günstiger für uns weht. Außerdem ist unser Liegeplatz ja bis 11:59 bezahlt und der Hafen Kalmar sowieso fast leer.


Kurz vor elf starte ich den Motor und nach dem Lösen der Festmacher drücken uns seichte fünf Knoten Wind langsam weg von Steg, ohne das wir etwas tun müssen. Rückwärts um 180 Grad gewendet und schon geht es raus aus dem Hafen.  Aber nicht ohne "Abschiedsfoto" ...



Das Kalmar Slot liegt zu dieser Zeit immer noch im zarten Nebelschleier.

Gut anderhalb Seemeilen fahren wir zunächst unter Maschine, bis wir das enge Fahrwasser bei Kalmar passiert und noch einige Untiefen im Anschluss hinter uns gelassen haben.  Dann setzen wir volle Segel und kreuzen durch den  Kalmarsund  Richtung Süden.  Außer uns sind nur zwei weitere Segelyachten gut verteilt auf der riesigen Wasserfläche zu sehen.  Dennoch ist es möglich, dass uns eines der Beiden richtig in die Quere kommt.  Wir haben Glück und die "Vorfahrt".



Abgesehen von der suboptimalen Windrichtung (Wind von da, wo wir hinwollen), ist es ein wirklich toller Segeltag. Sonnenschein, 20° C, 4 Beaufort und nur etwa 30 cm Welle, lassen uns im AmWindKurs (schräg gegen den Wind) noch knappe 7 Knoten fahren  -  allerdings nur durch´s Wasser. Nach GPS sind es gut 0,5 Knoten weniger, weil wir Gegenstrom, unter anderem aufgrund des Südwindes, haben.


Es könnte schlimmer sein ... 😁




Um 15:30 haben wir den Leuchtturm  GARPEN  vor dem Hafen von Bergkvara querab an Steuerbord, während Katrin gerade die letzten Daten zum aktuellen Eintrag im Logbuch ergänzt.


Anmerkung: Während ich diesen Post schreibe, ist es gerade kurz nach 22:00. Auch wenn ich die Qualität skandinavischer Datennetze schon vielfach gelobt habe, muss ich heute mal rügen. Ein Datennetz, ist dann schlecht, wenn der "DOWNLOAD" der Akkukapazität deines Laptops schneller ist, als der UPLOAD von zwei Dutzend bereits kleingerechneter Urlaubsfotos. So hier in Kristianopel, dem schwedischen Mecklenburg Vorpommern, des Datennetzes.


Kaffee & Kuchen ist zeitlich überfällig und so wird schnell eine Kanne oder besser ein Kännchen, Mokka aufgesetzt und der heute gekaufte  Kardamomknut  ausgepackt (und natürlich auch gegessen).

Gut, dass so ein Schiffsherd kardanisch aufgehängt ist, sonst würde der Genuss bei Schräglage nicht im Gaumen, sondern auf dem Boden landen.

 

Während Katrin angestrengt auf den Plotter schaut, kommt im ansonsten leeren Kalmarsund noch ein "Störenfried" angeschippert.


... die nur gut 60 Meter lange  "Walter Hammann". Da sie hinter uns durch muss und dort wegen des Tiefgangs nicht großartig ausweichen kann, weichen wir ein wenig von unserem Kurs ab, werden schneller und kommen damit zum Schluss auf ein CPA von gut 0,4 nm (rund 750 m).


Nach knapp sieben Stunden Fahrt, haben wir 41 Seemeilen im Kielwasser gelassen. 39 sm davon sind wir gesegelt  -  und damit sehr zufrieden.

Blick im Hafen Kristianopel Richtung Osten.

 Einige haben es sich hier schon gemütlich gemacht ...


... wir machen uns jetzt erst mal auf die Schnelle eine Pizza und die essen wir draußen, während gerade die Sonne untergeht.









Morgen bleiben wir voraussichtlich noch hier. Es wird sich lohnen.

Wir beenden diesen Post mit unserem heutigen Track.


GUTE NACHT!




Mittwoch, 8. September 2021

08.09.2021 Von SANDVIK auf Öland nach KALMAR

 Mittwoch, 08. September


Wir haben genug von Millionen Jahre alten Versteinerungen und machen uns auf Richtung Süden. Unser Segeltag beginnt gegen viertelzehn Uhr morgens. Im Hafen pfeift der Wind schon seit Stunden ganz ordentlich, aber die See wird heute, trotz der 4 - 5 Windstärken, nicht mehr als einen halben Meter haben.

Aber der Wind ist heute anstrengend. Nicht nur, dass er in etwa von dort kommt, wo wir hin wollen  -  er ist auch recht böig, so dass es schwierig ist, die passende Segelfläche zu finden. Wir reffen ein  -  wir reffen aus und wieder von vorne.

 

 

Zunächst kreuzen wir von Sandvik nach Westen zu diesem alten Leuchtturm, zu welchem wir in der Seekarten keinen Namen finden können. Von weitem sieht der Umriß dieser Insel immer wie ein großes U-Boot aus. Tatsächlich hat die Form dieser künstlich erschaffenen Insel eher die Form eines @:

 


Vor dem Leuchtturm  DÄMMAN  machen wir eine Wende und kreuzen zurück zur Öländischen Küste. Kurz vor Beginn des Flachwassers machen wir die 2. Wende. Der neue Kurs bringt uns dann wieder westlich, Richtung Festland. Dort haben wir Glück, denn der Wind dreht am Mittag westlicher und so können wir unser Ziel zunächst "hoch am Wind" direkt anfahren. Die violetten Pfeile stellen die ungefähre Windrichtung dar.


Der Törn verläuft unspektakulär. Hier ein paar Eindrücke vom Tag ...








Kurz vor der Kalmarsundbrücke treibt der Wind dann so seine Spielchen mit uns. Die Segler unter den Lesern werden es am nachfolgenden Track erkennen können.


Direkt vor der Kalmarsundbrücke holen wir dann unsere Segel ein. Hier müssen wir durch ein schmales Fahrwasser unter der Brücke hindurch, wo uns der Wind dann genau entgegen kommt.


Und der hier, kommt uns kurz hinter der Brücke ebenfalls entgegen, so dass wir lieber kurz ins Flachwasser, vor der Einfahrt nach Kalmar, ausweichen.


Am heutigen Ziel ...


Wie es in den nächsten Tagen genau weiter geht, wissen wir selbst noch nicht. Der Wind ist unstet und bleibt in einigen Tagen komplett aus. Jetzt heißt es: Richtig taktieren, um lästige Motorstunden zu vermeiden. Aber uns bleiben ja noch 10 Tage Urlaub.