Dienstag, 7. September 2021

07.09.2021 SANDVIK auf Öland

 Dienstag, 07. September


Wir haben Schräglage. Der SüdSüdOst-Wind weht heute in Böen bis 18 Knoten (5 Bft) auf unsere Backbordseite. Daher haben wir im Hafen dauerhaft Schräglage nach steuerbord (rechts). Aber die Sonne scheint am fast wolkenlosen Himmel und das bei 15°C, später 17°C.

Wir machen heute noch einen Strandausflug Richtung Norden und schauen, was wir so alles finden.

Ein Blick zurück in den Hafen Sandvik.


Blick nach Westen, wo man 20 km entfernt das Festland erahnen kann. Auf dem Wasser ist, genauso wie gestern, nichts los. Wir sehen ein einziges Segelboot, das Richtung Norden fährt. 


Wir sind auf der Suche nach Fossilien.

Nicht immer lässt sich sagen, ob das was wir finden, rein geologischen Ursprungs ist oder vielleicht mal so etwas, wie eine Koralle eines ehemaligen tropischen Ozeans, war.




Das hier sind auf jeden Fall Ortoceren (oben: ca. 40 cm lang und mit einem Durchmesser von 4-5 cm).






Blasentang - hier verziert mit einigen Seepocken

Der Blasentang ist eine im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee weit verbreitete Braunalge. Er wird unter anderem als Heilmittel verwendet. Es gibt Blasentang-Tee. Man kann ihn aber auch Essen. Den Blasentang kurz blanchieren und ihn danach in kaltem Wasser abkühlen lassen. Er bekommt so angeblich eine schöne grüne Farbe.


Ein Trilobit

Die Körper der Ortoceren bestehen aus vielen Segmenten. Die meisten Segmente haben im Rahmen der Versteinerung eine weißkristalline Füllung erhalten  -  einige Segmente haben die selbe Färbung, wie der sie umgebende Stein (Urschlamm?).





Eher selten, finden wir hier diese Pyrite. Pyrit ist eine Eisen-Schwefel-Verbindung mit einer Mohshärte von 6,5 und gehört damit zu den Harten Mineralien (Diamant hat die Mohshärte 10). Der Name Pyrit stammt aus dem Altgriechischen für „Feuer“ bzw. für „Feuerstein“. Der Hintergrund dessen ist, dass sich mit einem harten Feuerstein Pyrit-Splitter abschlagen lassen, die sich an der Luft selbst entzünden und verbrennen. Diese Eigenschaft wurde bereits in der Steinzeit genutzt, um Feuer zu entfachen.


Gerne hätten wir mal einen Quadratmeter dieses dekorativen, ehemaligen Meeresbodens Zuhause an die Wand gehängt. Doch wer krant uns so ein Stück ins Boot?  Nein  -  es ist übrigens verboten, Fossilien zu sammeln und mitzunehmen. Verständlich.

 

So belassen wir es beim Ansehen, Fotografieren und Genießen ...


Auf dem Weg zurück queren wir noch eine Einfamilienhaussiedlung, die sich direkt neben dem Hafen befindet. Die Anwesen scheinen überwiegend nur als Ferienhäuser genutzt zu werden. Direkter Blick auf den Kalmarsund  -  so kann man es aushalten.

 Zurück im Hafen ...

... machen wir uns einen Mokka. Dazu gibt es die Pistazienknut (zu erkennen an ihrem natürlichen, pistazienfarbenen Zuckerguss).


Unser Urteil  -  der Pistazienknut ist eher auf den Gaumen von Kindern zugeschnitten  -  schön süß - keine Pistazie und daher keine Empfehlung!


Das ganze Gegenteil dazu sind die beiden pannierten Kabeljaufilets, mit Pommes Frites und Remoulade, die wir uns noch einmal im Fischrestaurant zum Abendbrot gönnen. Heiß, deftig und lecker!




Zum Abschluss des Tages: "Atomkraftwerk im Sonnenuntergang - umzingelt von Windrädern"

 

 


 

 

Morgen segeln wir weiter nach Süden. Die Windstärke passt mit 4 Beaufort genau  -  die Windrichtung mit südost weniger. Wir überraschen uns selbst, wie weit wir morgen Lust haben, den Kalmarsund runter zu segeln. Zeitdruck haben wir nicht.


Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig. Danke für´s Anschauen und Lesen.

Harald & Katrin



Montag, 6. September 2021

06.09.2021 Von FIGEHOLM nach SANDVIK auf Öland

 Montag, 06. September


Wir stehen heute um 6:30 auf, denn der Wind wird früh Feierabend machen. Wir verzichten auf ein Frühstück und starten bereits nach einem "Guten Morgen Kaffee".

Morgenstimmung in den Schären vor Figeholm

Um 7:30 verlassen wir den Hafen und fahren unter Motor 2,8 Seemeilen bis auf das etwas offenere Wasser. Hier haben wir 8 Knoten Wind (3 Bft) und bei unserem Kurs noch Halbwind dazu. Das reicht uns für 7 Knoten Fahrt.


Das Besondere heute  -  fast die ganze Fahrt haben wir wegen der Lichtstimmung das Gefühl, es sei dauerhaft kurz nach Sonnenaufgang. Weil der Wind heute noch bis 11:00 von west auf süd drehen soll, fahren wir unser Ziel nicht direkt an, sondern nehmen den jeweils südlichsten Kurs der gerade möglich ist. So können wir später mit dem Wind mitdrehen und behalten ihn dauerhaft auf unserer Seite, was uns schneller segeln lässt, als würde er von schräg vorne oder schräg hinten blasen.


Doch jetzt ist erst einmal Frühstückszeit, während der Autopilot die Arbeit macht. Da es fast keinen Schiffsverkehr gibt, können wir den Plotter und den Seeraum um uns herum auch mal guten Gewissens zehn Minuten unkontrolliert lassen.

Auch, wenn wir Sie schon ´zig mal fotografiert haben  -  aber bei dieser Lichtstimmung ist sie einfach zu schön  -  die  Blå Jungfru. Im Hintergrund sieht man übrigens schon Öland, das ja auf dieser Höhe keine 20 km von Festland entfernt ist.


Auf Google Maps sieht das dann so aus ...

 

 

Sechs Seemeilen vor dem Ziel scheint uns dann schon der Wind auszugehen.


Katrin kontrolliert nochmal die Segelstellung. Doch, Gott sein Dank, hat der Wind nur kurz Atem geholt, bevor er anfing südlicher zu drehen. Kurze Zeit später briest er sogar noch auf 10 Knoten auf und wir machen einen Endspurt Richtung Hafen, in den wir schon kurz nach elf Uhr einlaufen.


Sandvik  auf Öland

Wir haben ein vorbildliches Anlegemanöver, das wir trotz der frühen Zeit mit einem Bier begießen. Als wir dabei so den Hafen vom Boot aus mustern, fällt uns ein Fischverkauf auf und uns ein, dass wir jetzt eigentlich Appetit auf etwas Deftiges hätten. 

 


Wir machen uns auf den Weg und entdecken ein Restaurant, das an den Fischverkauf angeschlossen ist und so sitzen wir heute noch vor 12:00 mittags vor einem Teller mit Fritten und Fisch.


Zeit, den Ort zu erkunden. Ich war ja 2019 schon einmal auf meinem Rückweg nach Neuhof hier. Damals war es schon Anfang Oktober.

Hier gibt es einen ICA bei dem wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen. Kardamom Knut gibt es nicht  -  dafür aber welche mit Pistazien  -  die wandern in unseren Einkaufskorb.


Direkt gegenüber von ICA steht diese Mühle. Die achtgeschossige Holländerwindmühle Sandviks Kvarn gehört mit einer Höhe von 26 Metern und einer Flügelspannweite von 24 Metern zu den größten historischen Windmühlen der Welt und ist die größte Windmühle in Nordeuropa.

Sie wurde ursprünglich 1856 in Småland gebaut. Nach einem schweren Sturmschaden war sie längere Zeit nicht mehr in Betrieb und wurde 1885 verkauft. Der neue Eigentümer ließ die Mühle komplett zerlegen, nach Öland transportieren und auf einem eigens dafür gebauten zweigeschossigen Sockel wieder aufbauen.


Wir machen uns auf zum Südstrand. Dort möchten wir uns die Fossilien anschauen, die hier, vermutlich zu Millionen, am Strand liegen.


Doch zunächst finden wir mitten zwischen den Steinen mehrere Büschel  -  Petersilie.




Wenige Schritte hinter dem Hafen geht es bereits los. Im Wesentlichen findet man hier sogenannte Ortoceren (eine Art Oktopus mit einer festen Außenhülle) und Trilobiten (entfernte Verwandte unserer Flußkrebse und Spinnen). Sie hatten einen dreigeteilten Körper, gut entwickelte Augen und auf der Unterseite Schwimmfüsse.


     Eine ganze Tafel voller Ortoceren.

 
 
 
Ein Trilobit


 
 
Beide Fossilienarten in einem Stück ehemaligen Meeresbodens, das vermutlich rund 500 Millionen Jahre alt ist.
 
 
 

 
 

 Blick auf Sandvik von der gegenüberliegenden Seite der Bucht.
 
 

 
 Morgen bleiben wir noch einen weiteren Tag, um uns den nördlichen Strand anzuschauen.


Hier folgt noch unser heutiger Track auf der elektronischen Seekarte.
 

 
 
 
 

Sonntag, 5. September 2021

05.09.2021 FIGEHOLM

 Sonntag, 05. September


Um acht Uhr weckt uns die Sonne, die am wolkenfreien, blauen Himmel durch unser Luk der Bugkajüte scheint. Wir machen uns einen Kaffee, schnappen uns zwei Sitzkissen, und setzen uns ins sonnige Cockpit. Wir messen 8°C im Schatten und der Wind kommt direkt aus Westen, so dass wir hinter der Sprayhood im Windschatten sind. Hier kann man es tatsächlich ganz gut im T-Shirt aushalten. 

 


 

Laut Wetterbericht hatten wir hier heute Nacht eine Minimaltemperatur von 2°C. Das Meerwasser hat derzeit 15°C.


 

Während am Vormittag noch die letzen zwei Wäschen in der Laundry Purzelbäume schlagen, machen wir einen kleinen Spaziergang durch Figeholm. Weiter geht nicht, denn ich habe  Knieprobleme seit meinem letzten Lauf hier in Figeholm Ende Juli. Daher haben wir uns auch entschieden, gemeinsam nach Neuhof zurück zu segeln, wo wir spätestens am 18. September ankommen müssen, weil dann Katrins Urlaub endet. Zeitlich kein Problem, denn wir könnten bei gutem Wind von hier aus in rund 36 Stunden Fahrt "Zuhause" sein.


Doch noch haben wir zwei Wochen Urlaub vor uns und heute machen wir eine Kajaktour. Es geht wieder in das südlich von Figeholm gelegene Flachwassergebiet.



Nach weniger als zwei Kilometer Paddeln kommt man durch verschiedene Wasserarme in diverse kleine und größere Buchten. Dort ist man umgeben von Schilf und Granitfelsen. Nichts als die pure Natur.


Wir lassen uns im wahrsten Sinne des Wortes treiben ...








Eine kleine Stärkung zwischendurch darf natürlich nicht fehlen.









Nachdem dann auch noch der Elektrolyt-Haushalt mit alkoholfreiem Bier geregelt ist, geht es langsam wieder zurück in unseren Hafen.



Nach einem so harten Nachmittag muss einfach etwas Solides auf den Tisch. Wir entscheiden uns, zu grillen. Zwei große Grills stehen direkt vor unserem Boot. Selbst für Zubehör hat der Hafen gesorgt. Grillzange, Grillgabel, Grillwender, Drahtbürste zum Säubern und Grillroste für Fleisch und für Fisch. 

Kohle und Grillanzünder haben wir noch, genauso wie Flanksteak, Kartoffeln und Salat. Die Kartoffeln kocht Katrin kurz vor, während ich schon mal Feuer mache. Die Kartoffen kommen dann in Alufolie und direkt in die Glut der Holzhohle. Dort lassen wir sie garen, bis die Schale schwarz verkrustet. Erst dann entsteht innen das besondere Aroma einer echten Grillkartoffel. Dazu Butter bzw. Frischkäse und Salz. Ein Gedicht - genauso wie das Flanksteak, das wir uns aus Visby mitgebracht haben.









Wir sind hier!

... und morgen geht es voraussichtlich nach Sandvik auf Öland, wo wir uns die Fossilien am Strand anschauen werden ...