Montag, 12. September 2016

12.09.2016 Frühstück mit B.B. King

Heute habe ich Geburtstag.
Zum Frühstück gab es nochmal Geschenke ... dabei steht doch mein Geschenk schon zu Hause - ein Rennrad. Unter anderem gab es noch einen Speicherstick voll mit Bluesmusik - mein momentaner Spleen. Am liebsten B.B.King, von dem auch ein paar schöne Stücke das Frühstück begleiteten.

Nach dem Frühstück machten wir uns bei traumhaftem Sommerwetter auf, die Insel Hanö auf ihrem weitläufigsten Wanderweg, welcher einmal komplett um die Insel führt, zu erkunden. 
Dabei haben wir fast alle Landschaftsformen dieser Erde vorgefunden; von der Steinwüste über Gras- oder Strauchsteppen bis hin zum europäischen Urwald. Nach gut fünf Stunden kamen wir ziemlich erschossen aber mit vielen schönen Fotos und Filmen zur Ari zurück.
Hier eine kleine Auswahl unserer Erlebnisse:

Noch etwas bekifft im Anblick, aber ich wurde gerade aus der Koje geworfen...





Unsere heutige Route (die weiß-gepunktete Außenlinie). Jeden kleinen roten Abstecher Richtung Meer haben wir natürlich mitgenommen.









Wir nannten ihn "Jacques" ... Unterwasserbild einer Mini-Garnele.



Picknick (es gab mehr als das Bier) am Wasser





Folge den roten Punkten ... ein Abzweig unseres Wanderweges






Links: die Natur setzt sich immer wieder durch
Unten: und wieder ein Gratulant am Telefon :-)






Nach einem schönen Essen aus der Bordküche und leckeren Cocktails im Cockpit verkriechen wir uns in die Koje.
Morgen geht es wieder weiter - irgendwie so langsam Richtung Süden.



Sonntag, 11. September 2016

11.09.2016 Nochmal zurück ...

Der Wind hat uns mal wieder ziemlich im Griff. Denn eigentlich wollte Harry heute nach Karlskrona segeln - außerhalb der Schären, ein wenig Strecke machen, bei moderatem Wind.
Aber ...

So schön, wie es wieder auf Tjärö war, so voll wurde es zum Wochenende auch. Waren es am Freitag Nachmittag mit uns vielleicht fünf Boote, so waren es am Sonnabendabend locker 30. Durch das Umlegen auf Bug- oder Heckanker entstand genügend Platz für alle.



Zum Glück waren wir den halben Tag in der abgelegenen Wildnis der Insel unterwegs. Somit waren wir entspannt genug für den schwedischen Wochenendtrubel.









Die Schweden sind ein begnadetes Partyvolk. Schon am Sonnabendnachmittag wummerten bei einem der großen Motorboote die Boxen. Und das waren keine Jugendlichen, sondern eher so die wilden 30 - 40+ :-) Über den Steg hopsten viele Kinder, deren Mütter und Väter sich entweder um den Grill auf dem Steg kümmerten oder mit einer Dose/einem Glas in der Hand auf dem Steg flanierten.
... und niemand regte sich auf. Nicht über die laute (vielleicht weil gute) Musik, nicht über die spielenden Kinder, nicht über das laute Rufen irgendwelcher Späße quer über die Boote hinweg  ... Momente, in welchen mir dieses ständig vergnatzte Deutschland überhaupt nicht fehlt!
Und trotz allem Spaß war gegen 22 Uhr Ruhe im Hafen. Das klappt wiederum in Deutschland eher selten.

Zurück zum heutigen Tag.
Wir legten so elegant wie möglich aus dem ungewohnten Liegeplatz mit Steg und Anker ab und freuten uns auf einen schönen Segeltag. Vorausgesagt war Wind aus Südwest, auf West drehend in 3-4 Bft. Genau richtig, um mit schönem Tempo nach Karlskrona zu segeln. Noch in den Schären bekamen wir jedoch ein ganz anderes Wetterbild präsentiert. Wind aus Süd (das ginge ja noch) mit 2 Bft - in "Böen" 3 Bft. Also kaum Wind, dafür aber eine schöne alte Dünung aus Südsüdost, die unserem Boot das letzte Quentchen Schwung nahm. Ari stand in den Wellen und wir schauten uns entgeistert an. Wat nu? Unter Motor nach Karlskrona? Das fiel aus, da schon für Montag sehr wenig Wind angesagt war; da wollten wir zurück nach Hanö. Und zweimal unter Motor? Nö!!

Nach verärgertem Grübeln einigten wir uns darauf, bereits heute nach Hanö zu gehen. Ich war nicht sehr traurig darüber - mir war nicht so nach "Stadt".




Also neuen Kurs gesteckt und ab. Najaaa, ... und ab ging aber auch nicht.
Der Wind kam aus Süd, Hanö lag in Richtung Südsüdost - unsegelbar. Da wir viel Zeit hatten und der Wind etwas auffrischte, kreuzten wir in langen Schlägen und kreisten Hanö regelrecht ein.



Nach 26 sm und 5 Stunden Fahrt insgesamt kamen wir im völlig leeren Hafen an. Bis auf ein paar Einheimische lag niemand an den Stegen.
Schön, das habe ich gebraucht ...


Wir werden den morgigen Tag hierbleiben und uns den noch nicht erkundeten Teil der Insel erlaufen.
Kein Wind - kein Segeln. Basta!


Samstag, 10. September 2016

09./10.09.2016 Kleine Inselwelt

Der Abschied aus Hanö fiel mir tatsächlich etwas schwer. Zu viel gab es hier noch zu erkunden. Ein erneuter Anleger auf dieser Insel ist eigentlich unumgänglich.

Leider hatten wir mit der allgemeinen Windvoraussage etwas Pech. Er kam nicht aus Südost, sondern Ost. Das ist zwar generell sehr schön, ... aber nicht, wenn der Plan war, genau in dieser Richtung noch etwas vor dem Schärengarten zu segeln und dann senkecht nach Nord einzutauchen.
Na gut, stellen wir halt die Tagesroute um. Wir segelten gleich nördlich hoch Richtung Karlshamn und fuhren dann unter Motor die Route in den Innenschären.









Die Insel Tjärö liegt im westlichen Teil des Schärengartens. Wir legten am Steg in der Bucht mit dem Namen Maren an (siehe Karte):



Da es sehr leer war, legten wir wie alle anderen längsseits an - obwohl die Hinweisschilder an den Dalben darum baten, im rechten Winkel zum Steg - siehe kleines gelbes Motorboot - fesrtzumachen.


Nach dem Bezahlen der Liegegebühr (160 Kronen/ca. 16 € inkl. Strom, Wasser, Duschen und Toilette) gönnten wir uns noch ein Eis. Ich hatte ein Vanille-Eis mit Salmiaküberzug. Hmmm, ich liebe die Schweden für ihre Lakritzideen :)



Auf der Insel wird neben dem Hafen auch ein Hotel mit Ferienwohnungen und -häusern betrieben.

Glasklares Wasser - auch im Hafen ...



Die Oberfläche eines dieser Steinriesen. Rosenquarz und Flechte



Noch liegen alle längsseits ... 


Als es später immer voller wurde, bat das Hafenpersonal darum, nun doch per Heckanker festzumachen. Das heißt, man macht mit dem Bug am Steg fest und wirft für den Halt des Hecks einen Anker hinten aus. Das mag noch gut gehen, während man anlegt. Wenn man erstmal längsseits liegt, wird das nachträgliche Auslegen des Ankers komplizierter. Und natürlich stand gerade unsere Abendessen warm auf dem Tisch ... kein Problem, es eilt nicht. Gut. Wir aßen trotzdem etwas zügiger und besprachen dann das Manöver. Im Gegensatz zu den Schweden drehten wir unser Boot ohne Motorkraft. Wir belegten am Heck beide Leinen, setzten die Fender um, lösten die Vorleine am Bug und zogen uns mit dem Heck zum Steg. Ich zog an den Leinen, Harry schob mit dem großen Bootshaken den Bug vom Steg. Neun Tonnen auf dem Wasser zu bewegen kann so leicht sein, wenn kein Wind weht. Zusätzlich zu den beiden Heckleinen setzten wir noch Springs (längere Leinen) von der Bootsmitte zum Steg, um die Seitenbewegung des Bugs einzuschränken.
Das zusätzliche Ausbringen eines kleineren 7 kg-Ankers vorne am Bug per Handwurf  ging nicht so gut. Da boten uns die Mitarbeiter des Hafens an, auch unseren Anker (wie schon bei anderen Segelbooten auch) mit Hilfe ihres kleinen Versorgungsmotorbootes auszubringen. Gesagt, getan - und schon lagen wir sehr schwedisch ...


... und konnten den restlichen Abend bis zum Eintreffen der Mückenarmee im Cockpit genießen.


Wir flohen mit Einbruch der Dunkelheit unter Deck, sichteten die Fotos des Tages und besprachen anhand der Wetterdaten (freies Hafen-WLAN!) die kommenden Tage.
Wir werden noch einen Tag hierbleiben und die wilde Schönheit dieser Schäreninsel genießen.
Am Sonntag fahren wir noch weiter bis Karlskrona, aber nur des Segelns wegen. Danach wird es wohl wieder zurück in die Natur gehen.