Samstag, 1. Juni 2019

30.05.-01.06.19_Wieder gen Süden

Donnerstag, 30.05.19
Die Nachwehen des Vorabends lassen uns lange ausschlafen. Wir bekamen am Nachmittag noch einen schwedischen Nachbarn, auch Segler, einhand unterwegs und sehr kommunikativ - Ulle.
Nach ein wenig Geplänkel von Boot zu Boot saßen wir letzten Endes am Abend bei ihm im Cockpit, windgeschützt in der Kuchenbude und philosophierten über Gott und die Welt und die Motorboot-Fahrer. Da Ulle neben seiner Muttersprache auch gut Englisch und radebrechend Deutsch sprach, führten wir unsere Gespräche dreisprachig. Hauptsächlich in Englisch, teilweise aber auch in Deutsch und Schwedisch - so konnte jeder seinen Sprachwortschatz gut auffüllen. Leider sorgten neben unseren zwei Flaschen Wein auch seine Flasche Wodka dafür, dass wir am nächsten Morgen nicht mehr viele unserer neuen schwedischen Vokabeln im Kopf hatten ... dafür war irgendwie kein Platz mehr. Egal - aber noch ein Grund mehr, einen weiteren Tag auf Tjärö zu verbringen.

Erstaunlich, dass ich an diesem Abend noch solch ein Handyfoto hinbekommen hatte :-)

Als wir dafür fit genug waren, erkundeten wir den Südosten der Insel, der Landzipfel genau gegenüber unserer kleinen Ankerbucht. Von hier aus war gut zu sehen, wie sich die Plätze am Steg so nach und nach füllten - ein langes Feiertagswochenende stand bevor (Himmelfahrt) und die Schweden feiern hier wohl gerne. Leider machte ihnen ungemütliches Wetter einen Strich durch die Rechnung.



 Auf dem Rückweg zahlten wir an der Rezeption im Hafen eine weitere Nacht und gönnten uns ein leckeres Essen im Hafenrestaurant. Mir gefiel es hier auf Anhieb sehr gut. Keine Schnörkel, kein Pompom - nordisch-karg und praktisch, ein paar maritime Accessoires und gut. Eigentlich ein bisschen wie in einem großen Esszimmer bei IKEA ... hier ein Blick durch die großen Fenster über die Terrasse in den Hafen:





Diesen Abend wurden wir nicht alt. Noch ein Filmchen aus der Netflix-Konserve und artig in die Koje gekrochen.

Freitag, 31.05.19
Harry hat Geburtstag. Allerdings ist das ein sehr ungewöhnlicher Geburtstag. Bis auf eine Kerze gibt es keine besondere Deko auf dem Frühstückstisch, ein Geschenk ist auch nicht zu sehen - ???
!!!
Ursprünglich war ja geplant, dass wir nach unserer ersten Woche nochmals nach Berlin fahren, um ein paar Dinge zu klären. Da dies nicht mehr nötig war, kauften wir ein paar (sowieso benötigte) Basics an Kleidung vor unserer Abfahrt in Stralsund ein und düsten los. Deshalb ist alles, was für den Geburtstag vorbereitet war, noch in Berlin ...
Nach einem langen und gemütlichen Frühstück  legten wir - den Regen abwartend - kurz nach 11 Uhr ab und verließen Tjärö. Unter Motor fuhren wir gemächlich die knapp 9 sm nach Karlshamn. Wir wollten dort in den Stadthafen, da uns so langsam die frischen Lebensmittel ausgingen. Unterwegs kamen uns mehrere Gruppen von Paddlern in ihren Seekajaks entgegen. Mal Senioren, mal junge Leute, mal sehr gemischt.

An seinem Geburtstag hat man selbst unter Motor ausgelassen seinen Spaß
Kurz vor Kalrshamn kam endgültig die Sonne raus und brachte auch sofort die Wärme mit. Nach und nach puhlten wir uns aus unseren Sachen und genossen T-Shirt-Segeln in kurzen Hosen.
Die Ausleger der Steganlage des Gästehafens waren etwas kurz für unsere Bootslänge, gut ein Drittel von Ari schaute hinten raus. Das sah irgendwie sehr komisch aus, reichte aber ansonsten. Auch die andere Uferseite lud eigentlich nicht zum Verweilen ein. Eine große Industrieanlage mit all ihrem geschäftigen Treiben und eigenen Gerüchen bot zwar Abwechslung fürs Auge, war aber dennoch ein zu großer Kulturschock für unsere Inselherzen.



Kurz entschlossen legten wir nach erledigtem Einkauf wieder ab und verholten uns 9 sm südlicher .... in den Hafen der Insel Hanö. Back again!
Und wir strahlten - wir hatten auf der kurzen Strecke schönstes Segelwetter. 3-4 Bft Wind von querab (Halbwind), Sonne satt und kaum Welle. Ari pflügte mit 7-8 ktn durchs Wasser.  Das Boot wollte wohl genauso schnell weg aus der Stadt wie wir. So hatte ich doch noch ein Geschenk für den Herrn Skipper - der Gedanke auf den Abflug nach Hanö war meiner Rübe entsprungen *stolz*
Ich kochte uns noch ein lecker Abendbrot; Penne mit grünem Spargel in Weißwein-Sahnesauce. Danach lecker Gin-Tonic im Cockpit und später die letzten vier Folgen vom "Tatort-Reiniger" (mit Bjarne Mädel).
Der Tag war einfach perfekt, kannste nicht meckern.

Samstag, 01.06.19
Hanö - so oft waren wir schon hier, aber es wird nicht langweilig, die Insel zu erkunden.
Vorher erlaubte uns das Wetter zum ersten Mal Frühstück im Cockpit:



Auf dem Weg:





















Ich wollte unbedingt zu meinem Liebingsplatz: Vindhalla.





Vom Hafen aus einmal direkt über die Insel und schon bist du am schönsten Steinstrand der Ostsee. Hier kann man sich herrlich austoben - mit Fotografieren, von-Stein-zu-Stein-hüpfen, Wellen beobachten, kleinen Wassertieren zusehen ...









...  und leider auch Plastikmüll als Strandgut einsammeln. Es ist erstaunlich, was auch hier so angespült wird. Druckerpatronen!







Retour gingen wir dann "außen herum", an der Nordseite der Insel bis zum Hafen.



Viele scheinen sich am Sammeln von angespültem Müll zu beteiligen. Schon der zweite "Sammelpunkt".



Der Wanderweg ging wieder mitten durch eine Möwenkolonie bzw. lag die Möwenkolonie wieder direkt am Wanderweg. Von großem Gekreische und hektischen Herumgefliege begleitet achteten wir artig darauf, nicht aus Versehen auf eines der am Boden liegenden Nester zu treten.




Je nach Wetterlage werden wir hier noch mindestens bis Montag bleiben. Wir warten auf ein kleines Wetterfenster für den Sprung nach Simrishamn und/oder Ystad und dann ein schönes großes Wetterfenster für den langen Hops nach Rügen oder sogar in den Heimathafen.





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