Momentan stehen die Wettervorhersagen und ich auf Kriegsfuß. Egal, was prognostiziert wird - bei mir geschieht es so nicht. Nehmen wir mal den gestrigen Samstag: angesagt war Wind aus West bis Südwest, mit 4 Beaufort (Bft), in den Böen bis Ende 5 Bft. Wir verließen den Hafen also mit der Aussicht, die vor uns liegenden 32 Seemeilen bis zur Insel Hanö mit schönstem Segeln absolvieren zu können. Ha - ... nein!
Wir dümpelten in schwachen 8-10 Knoten Wind (3 Bft) aber einer ordentlichen Welle und kamen so nur mühsam, aber ordentlich duchgeschaukelt, vorwärts. Aus den errechneten rund 5 Stunden Fahrt wurden - bei nur 4 ktn (Seemeilen pro Stunde) Geschwindigkeit - schnell bis zu 7 Stunden. Jegliche Trimmversuche an den Segeln brachten auch nur minimale Verbesserungen.
Pfffe .... wenigsten schien die Sonne!
Nach gut drei Stunden - Harry hatte sich müde unter Deck eingemummelt - wurde ich doch noch erlöst. Meine bösen Blicke gen Himmel waren wohl an der richtigen Adresse angekommen.
Der Wind frischte immer mehr auf, wir erreichten binnen einer halben Stunde locker eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 6,5 - 7 ktn. Na, geht doch. Allerdings hörte der Wind mit dem "Auffrischen" gar nicht mehr auf. Mittlerweile zeigte der Windmesser bis zu 24 ktn (Windstärke 6) an. So böse hab ich nun auch wieder nicht geguckt ...
Nach sechs Stunden und knapp 34 sm erreichten wir dann doch ganz segel-glücklich die Insel Hanö.

Nachdem wir die Segel mit etwas Mühe eingeholt hatten, schossen wir in den Hafen rein. Da wir oft genug hier waren, wussten wir, dass uns ein sehr geschützter Hafen erwartete. Trotz des Windes draußen sollte es keine Schwierigkeiten beim Anlegen geben - die Hafenmauer ist ordentlich hoch. Dazu war der Hafen auch noch sehr leer, der gesamte Kai an der Seeseite war noch frei. Traumhaft.
Nach dem Anlegen und Boot klarmachen puhlten wir uns aus unserer Segelkleidung und genossen bei schönstem Sonnenschein das Anlegerbier im Cockpit. Also - wir hatten es vor.
Nach und nach kamen aber weitere Segler in den Hafen, zwei davon kamen vom selben Steg in Simrishamn wie wir - man kannte sich.
Entsprechend guter Seemannschaft halfen wir beim Anlegen. Da der Wind immer mehr zunahm, fand die eine oder andere Böe mittlerweile auch einen Weg über die Hafenmauer. Deshalb nahm man unsere angebotene Hilfe gern an und reichte uns die Leinen vom Boot. Letzten Ende sind hier wir eine kleine deutsche Steg-Gemeinde aus drei Booten und einem englischen "Gast".
Den Abend verbrachten wir mit Fotografieren um den Hafen herum - inklusive Drohnenflug (ohne andere zu stören, das geht auch), Fotos und Filmaufnahmen sichten, das ganze Spielzeug wieder laden und, und, und ...
Dementsprechend sah es am Abend auf dem Navigationstisch aus -> wie das Spielzimmer von großen Kindern :-)
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| Aufnahme der Drohne - Anflug auf den Hafen |
Zum Abschluss noch ein Foto vom gestrigen Sonnenuntergang:





Ich freue mich schon sooo auf die Drohnenbilder! Allein das Foto sieht schon Klasse aus!
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