Sonntag, 13. August 2017

13.08.2017 Zweiter Saisonstart mit Verstärkung

Nach fünf Wochen Segel-Abstinenz und insgesamt 10 Wochen nach meinem Unfall waren wir nun endlich wieder an Bord. Der Skipper war schon unter der Woche zum Boot gefahren, um die neue Batterie einzubauen. Um die Kosten gering zu halten und nicht mit zwei Autos zurückfahren zu müssen, kam ich mit dem Flixbus nach Stralsund, um mich dort von ihm abholen zu lassen.
Aber ich kam nicht allein. Mit mir waren meine Schwiegermutter Lilo und Harrys Junior, Dennis, an Bord.



Beide werden das Boot zum erste Mal sehen. Irgendwie hat es bisher nicht geklappt bzw. war der Respekt vorm Segeln auf der Ostsee zu groß. Jetzt war die Vorfreude groß.

Nach der ersten Nacht in der Koje und einem schönen Frühstück steckten wir die beiden in Segelkleidung, passten ihnen die Rettungswesten an und wiesen sie in die grundlegenden Sachen an Bord ein. Ein erstes "Mannschaftsfoto":


Ja, das Wetter war eher bescheiden. Bedeckt und grau, zeitweise Nieselregen, aber sehr schöne 4 bis 5 Bft aus Südwest. Unser Ziel war Lauterbach im Rügenschen Bodden. Auf diesem Kurs heißt das raumer Wind (von schräg hinten und später Halbwind).

Kaum auf dem Bodden und die ersten Stunden Seeluft an Bord geschnuppert, schon stand unser Junior Dennis am Ruder. Gar nicht so leicht bei den 5er Böen ...


... aber schon nach kurzer Zeit hatte er alles so im Griff, dass sich der Vater entspannt zur Seite setzen konnte ...


Bei den heftigsten Schauern war Lilo (78!) so schlau, sich einfach in den Niedergang zu stellen und von dort, trocken und bester Laune, die ganze Sache zu dokumentieren:


So konnte sie, bereits eingewiesen ins kommende Anlegemanöver, gelassen die Einfahrt in den Hafen vom Vorschiff aus beobachten. Dieses Foto hat doch was, irgendwie zwischen cool und elegant ....


Im Hafen Lauterbach nach gut dreistündiger Fahrt und 19 sm Törnstrecke angekommen, gab es eine kurze Knotenlehrstunde zum Befestigen der Fender:



Wir lobten unsere beiden Novizen für das gute Anlegemanöver - trotz des Seitenwindes haben wir einen sauberen und vor allem ruhigen Anleger hingelegt.
Danach gönnten wir uns ein leckeres Fischbrötchen und ein zünftiges Anlegerbier.


Wat hatten wir einen Hunger! Die Stimmung war richtig gut. Jeder war mit dem Törn hierher zufrieden. Keiner war seekrank geworden, alle hatten Spaß am Wind, der erst kurz vor der vorgelagerten Insel Vilm auf 3-4 Bft runterkam.

Am Abend gab es selbstgemachte Pizza und Rotwein, die Fotos des Tages wurden durchgesehen und noch ein wenig gequatscht, bis alle selig müde in die Koje fielen.

Am nächsten Morgen holte der Wind noch etwas Schwung, was uns einen lauen Morgen unter dem Hochnebel bescherte. In der Nacht hatte es geregnet und Rügen dampfte ordentlich ab. Mit dem aufkommenden Wind ab ca. 9 Uhr verflog der Nebel und die Sonne gewann immer öfter gegen die graue Masse am Himmel. Die angesagten 4- 5 Bft aus Nordwest erwarteten uns bereits, als wir den Hafen verließen. Da unsere Neulinge am Vortag schon bewiesen, dass sie etwas Schräglage vertragen, ließen wir es heute mal richtig angehen:

Dennis und ich auf der hohen Kante, die Füße am Cockpit-Tisch abgestützt
Auch wenn es auf Lilos Gesicht hier nicht so aussieht - die Stimmung an Bord war heiter und sehr entspannt. Die dicken 5er Böen wurden mit Grinsen weggesteckt. Ari lief trotz der Schräglage, hoch am Wind, mit 8 ktn sauber durch die noch recht flache Welle.


Auch der Anleger im Heimathafen Neuhof lief bei stehenden 5 Bft im Hafen ab, als hätten wir das ganze Wochenende nichts anderes gemacht. Super - darauf ein klitzkleines Anlegerbier im Cockpit und dann aber hungrig hoch zum Hafenimbiss am Angelladen, leckeren Fisch futtern. Dazu gönnten wir uns ein kühles "Störtbeker Schwarzbier".


Wir haben uns wirklich gefreut, dass sich nach unseren beiden "großen Kindern", Denise und Keno, auch Lilo und Dennis als ordentlich seefest und als angenehme Mitreisende erwiesen. Ihr vier seit weiterhin jederzeit gern an Bord gesehen!

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