Freitag, 2. Juni 2023

02. Juni 2023, Von Valdemarsvik nach Torrö

 Freitag, 02. Juni


Gegen 10:oo Uhr verlassen wir Valdemarsvik. Schön war es hier und wir kommen gerne einmal wieder. Doch heute lockt schon wieder ein neues Ziel.


Der Wind ist heute wieder gnädig und so können wir tatsächlich kurz hinter der Hafenausfahrt zunächst das Großsegel setzen. Wir fahren Vorwindkurs, d. h. der Wind kommt +/- 10°, direkt von hinten. Der Nichtsegler mag jetzt denken: "Das ist ja optimal!" - nein ist es nicht!

Einerseits ist das Boot am langsamsten, wenn der Wind von hinten kommt. Andererseits besteht jederzeit die "Gefahr" einer ungewollten Halse, d. h. der Wind wandert sozusagen hinter das Großsegel und bläst es von backbord nach steuerbord um, oder umgekehrt. Das kann schon mal zu einem größeren Schaden am Boot führen. Wir müssen also immer auf der Hut sein und das Segel permanent beobachten. Wenigstens einer von uns.


Die Laune ist dennoch gut bis ausgelassen, denn wir sind immer froh, wenn wir den Diesel nicht starten müssen. Zudem ist das Wetter weiterhin stabil. Wir haben nur leicht bewölkten Himmel und wieder mal 14°C, ganztags. Der Wind bläst heute, wie auch in den letzten Tagen nicht stabil. Wir haben Böen bis 15 Knoten (4 Beaufort), während der Grundwind so zwischen 4 - 6 Knoten (2 Beaufort) haucht, was uns im Durchschnitt nur etwa 3 Knoten "schnell" sein lässt. Wir waren heute aber auch zeitweise mit nur etwa 3 km/h unterwegs. Gut, wenn man es dann nicht so weit hat. Unser Tagesziel ist nur 15 sm entfernt. Viereinhalb Stunden werden wir für diese Distanz benötigen.



Theoretisch könnten wir bei achterlichem Wind auch noch das Vorsegel dazu setzen und zwar gegenüber dem Großsegel auf der Backbordseite. Das nennt sich dann "Schmetterling" wodurch die Segelfläche sich in etwa verdoppelt und die Geschwindigkeit steigt.

Das geht heute aber nicht, da der Wind dauerhaft um etwa 90° im hin und her dreht. Das verträgt der "Schmetterling" nicht und so segeln wir einfach in aller Ruhe.

Weil unser Kurs aus dem sundähnlichen Seitenarm der Ostsee nach Südosten führt, stehen wir am Vormittag oft im Schatten unseres Großsegels. Stück für Stück ziehen wir uns auf der Fahrt daher immer dicker an. Bei mir folgen in Kürze noch ein wärmender Kragen und eine Wollmütze. Willkommen im Ostsee-Sommer!

Wenn wir hier im Blog zwischendurch immer wieder die Fotos von Häusern und Hütten zeigen, heißt das nicht, dass hier alles bebaut ist. Auf den relativ kleinen Fotos hier im Blog sieht nur die Landschaft, so schön sie auch ist, oft langweilig aus. Daher lassen wir viele schöne Fotos im Blog weg, weil sie hier einfach nicht wirken.

Irgendwann passt dann der Wind und wir können volle Segel setzen. Wenig später kommt er uns sogar entgegen, so dass wir aufkreuzen müssen.


Wir haben die Segel an Steuerbord - 90° Wende - wir haben die Segel an Backbord - 90° Wende - so lange bis man dort ist, wo man hin möchte. Das ist Segeln.

Irgendwann sind wir dann aus dem oft nur 100 m bis 200 m breiten Seitenarm heraus und können unser Tagesziel direkt ansteuern.


Im Bereich der Außenschären kommen wir dann an einer Kormoran-Kolonie vorbei. Ein Naturschutzgebiet, im welchem auch viele Graureiher nisten. Die Kormorane allerdings haben die Insel so stark mit ihren ätzenden Ausscheidungen übersäht, dass inzwischen alle Bäume eingegangen sind. Das kennen wir auch von anderen Kormoran-Kolonien.


Nur einige Büsche und Gräser schaffen es hier zu überleben. Die Graureiher stört das wenig.


Die Kormorane brüten in den kahlen Baumwipfeln. Die Graureiher bevorzugen, zumindest auf dieser Insel, die wenigen grünen Büsche.


Hier liegen wir bereits in einer der Buchten der Insel Torrö, unserem Tagesziel, vor Anker.

Es ist Kaffeezeit und wir haben Hunger. Es gibt schwedische Punschrollen.


Das geschulte Seglerauge erkennt an unserem Track (oben, gelb) den Kreuzkurs und alle Winddreher.

Und das ist unsere heutige Ankerbucht auf der Seekarte ...

Da man vor Anker immer im Windschatten der Sprayhood liegt, gibt es dann mal Abendbrot im Cockpit. Katrin hatte heute Nachmittag bereits einen Pizzateig vorbereitet. Also gibt es Pizza und Rotwein ...



Je später der Abend ...


 

Morgen werden wir noch einen Tag hier bleiben, um uns die Insel genauer anzuschauen. Da es ein Naturschutzgebiet gibt, ist das Betreten nicht überall erlaubt. Wir lassen uns überraschen.

Bleibt uns gewogen und weiterhin neugierig.

Harry & Katrin





Donnerstag, 1. Juni 2023

01. Juni 2023, Valdemarsvik

 Donnerstag, 01. Juni


Wir bleiben noch einen Tag in Valdemarsvik, was soviel wie "Waldemars Bucht" bedeutet. Der Name nimmt Bezug auf den dänischen König Waldemar II., der diese Gegend um etwa 1200 n. Chr. erforschen lies, vermutlich, um sie später zu besetzen, denn in den darauffolgenden Jahrhunderten standen große Teile des heutigen Südschwedens unter dänischer Herrschaft.

Der Ort Valdemarsvik hat rund 2.700 Einwohner. Mit diesen Hinweisen erschöpfen sich dann auch schon die Informationen im www.

Wir "erklimmen" heute einen oberhalb des Ortes gelegenen Aussichtspunkt und werden mit diesem Panorama belohnt (oben).


Nach soviel Anstrengung, bei Tageshöchstwerten um die 17°C, gönnen wir uns jeder noch ein Eis. Die Verkäuferin am Eisstand meint es gut mit uns und dementsprechend groß sind dann unsere Kugeln. Und lecker!




Nebenan liegt der Busbahnhof. Schön bunt sind die Busse der hiesigen Verkehrsbetriebe.



Wenige Meter entfernt entdecken wir dann zufällig dieses sogenannte "Rosarium". Dieser üppige Rosengarten benötigt jedoch noch etwas Zeit, bis seine Blütenpracht, vermutlich in wenigen Wochen, zu Tage tritt.

Im Augenblick müssen wir uns hier noch mit diesen Alpenrosenblüten begnügen.



Im Vorgarten eines Einfamilienhauses entdecken wir dann noch dieses ...

Geisblatt

... und die Blüten einer Lauchzwiebel ...


Damit endet unser botanischer Ausflug. Morgen geht es weiter in die nächste Ankerbucht. Welche es wird, haben wir noch nicht entschieden.

Bleibt gespannt, wir sind es auch.

Harry & Katrin




31. Mai 2023, Von Stora Ålö nach Valdemarsvik

Mittwoch, 31. Mai

 

Heute habe ich Geburtstag. Als ich wach werde, rumpelt und raschelt es bereits im Salon. Katrin bereitet meinen Geburtstagstisch vor. Ich habe "Anweisung", mich nicht aus dem Bett zu bewegen. Na, das bekomme ich doch hin.

 


 Irgendwann ist es dann soweit und ich starte in "meinen Tag" ...


Die wesentlichen Geschenke des Tages kommen natürlich nicht auf diesen Tisch bzw. dieses Foto. 😜

Nach dem Frühstück geht es dann los. Wir wollen unsere Bucht heute verlassen, um die rund 11 sm (20 km) entfernte Ortschaft Valdemarsvik anzulaufen.

 

 

Der Wind meint es heute gut mit uns und so können wir bereits nach dem Verlassen der Bucht zumindest das Großsegel setzen. Bei zwei bis 3 Bft. machen wir so zweieinhalb bis fünf Knoten Fahrt. Das sorgt für volle Entspannung und gute Laune ...


 


Ich nehme den einen oder anderen Glückwunsch-Anruf entgegen, während wir in aller Gemächlichkeit unserem Tagesziel entgegensegeln ...

 

 ... und dabei die schwedische Landschaft und Architektur  auf uns wirken lassen.

 


 

Einfach mal nur gucken ...

 

Eine Fähre im Schwedenstil

 

 

 


Spätestens an den schwedischen Rettungsringen sieht man immer, wo man sich gerade befindet. Das ist unser heutiger Liegeplatz und der ist heute kostenlos. Warum genau, konnten wir über die Webseite des Hafens nicht in Erfahrung bringen.

 

 An den vielen leeren Stegen im Gästehafen erkennt man sofort, dass die Saison hier noch nicht begonnen hat. Von dem großen Schärenfahrweg, der ja an der Küste in Nord-Süd-Richtung verläuft, ist dieser Hafen, der rund 20 km im Landesinneren liegt, recht abgelegen und damit für viele Segler, die nicht so viel Zeit haben wie wir, uninteressant. Schade und gleichzeitig gut für uns.


Wie meist in den kleineren Hafen, ist hier alles pico bello. Man findet Informationsbroschüren in mehreren Sprachen. Wir fühlen uns auf anhieb wohl.

 

 Oben: Ein Traditionsschiff unter Flagge der Åland-Inseln. Dort soll es diesen Urlaub auch noch hingehen.

 

 Valdemarsvik verfügt auch über einen ganzen Hafen voll mit traditionellen Holzbooten in verschiedenen Größen und Ausführungen. Den hier im Hafen ausgehängten Fotos kann man entnehmen, dass hier wohl regelmäßig Regatten für groß und klein stattfinden, bis hin zum Wettrudern.

Wieder einmal bewahrheitet sich eine von uns aufgestellte Regel. In den großen Häfen erledigen die, oft mit respekteinflößenden Titeln, wie Habourcaptain, ausgestatteten Angestellten eben ihren Job, meistens. In den kleinen Häfen lebt der meist einzige Hafenmeister seinen Job. Gelegentlich sind es tatsächlich auch Hafenmeisterinnen.

Hier, ein vermutlich ehemaliges Lagergebäude mit eher morbidem Chic, was der Gesamtbetrachtung aber keinen Abbruch tut.

Nur eine kurze Gratulation ...
 

 Für die Wohnmobilisten hat man hier tatsächlich Kunstrasen so ausgelegt, dass jedes Fahrzeug seine eigene Grünfläche hat. Und tatsächlich sehen wir eine ältere Dame, die sich am Kunstrasen, auf dem Bauch liegend bräunt. Irgendwie grotesk und nachvollziehbar zugleich.

 

 Inzwischen ist es Abend und uns knurrt der Magen. Wir schauen uns in verschiedenen Restaurants des Ortes um und entscheiden uns dann für diesen Italiener, der auf der Tageskarte gerade einen "Riesenhamburger" anbietet. 

 

Dazu gibt es das lokale Bier, das uns beiden mit Abstand am besten schmeckt: Ein Mariestad Export mit 5,3% Alkohol, gebraut von der Spendrups Bryggeri AB,  Malmö. 

Satt und zufrieden machen wir uns auf den Weg zurück in unser schwimmendes Quartier.


 

 

 Voraussichtlich bleiben wir morgen noch einen Tag hier.

Bleibt gespannt, wir sind es auch.

 

Harry & Katrin