Montag, 24. August 2015

22.-23.08.2015 Schwieriger Start

22.08.2015 - Sonnabend

Unser Plan war eigentlich ganz gut.
Gestern hatten wir das Boot nach Ruder- und Motorreparatur wieder an seinem Liegeplatz vorgefunden. Nachdem alle Sachen an Bord waren und die Kühlbox lief, düsten wir nochmal los, um in Stralsund die restlichen (frischen) Lebensmittel zu bunkern.
Heute noch ein wenig Decksputz, Austausch von Leinen und Wasser nachbunkern. Gegen Mittag ein kurzer Testlauf von Ruder und Motor auf dem Strelasund und zur Öffnungszeit um 15:20 Uhr durch die Brücke in Stralsund. Soweit der Plan. Bis zum Testlauf konnten wir diesen auch umsetzen. Beim Starten des Motors entstanden jedoch sofort wieder laute Geräusche, ein heftiges Klopfen, das sich auf das gesamter Achterdeck übertrug. Zum Glück hatte unser "Motormensch" Danny sein Handy an. Kurz nach dem Anruf kam er schon angebraust - wohnt anscheinend nicht weit weg. Kurzer Check - der Motor ackerte in seiner Halterung; der Spielraum für die Aufnahmen ist wohl nicht sehr groß. Nach etwas Wartezeit und Schrauberei ein erneuter Versuch und wir strahlten alle drei um die Wette: es war nur noch das beruhigende Tuckern des Dieselmotors zu hören. Die Öffnung der Brücke um 15:20 Uhr war noch zu schaffen.

Der Autopilot macht den Snack unterwegs viel entspannter :-)

Brückenöffnung 

Was für ein Andrang von der (Stralsunder) Gegenseite


Unsere Seite war wesentlich überschaubarer
Es wurde nur eine kurze Tour bis zum ersten Ziel des Urlaubs; 14sm in 2:30 h (mit Wartezeit an der Brücke) erledigt. Wir lagen in Barhöft, unserem Startpunkt für den ersten Sprung hoch in den Norden.

Barhöft, südl. von Hiddensee. Ein kleiner ehemaliger Fischereihafen.

Erinnert mich irgendwie an einen meiner Kollegen am Montagmorgen :-)


23.08.2015 - Sonntag

Um 5 Uhr jagte uns der Wecker aus der Koje. 6:20 Uhr verließen wir den Hafen, mitten im schönsten Sonnenaufgang.

So angelehnt an die Sonne steht es sich gleich viel besser :-)

Tschüss Barhöft 

Hach ... 

.... hach ja ... wenn ich doch immer so für frühes Aufstehen belohnt werden würde.

Während Harry langsam wach wird, kommt unser Verfolger immer näher.

Ah, die Jungs vom Windkraftwerks-Service. Die hatten es etwas eilig ... 

Soviel zu: Sog und Wellenschlag vermeiden. Aber es waren noch Wellen im Spaßbereich.
 Kaum aus dem Windschatten von Hiddensee heraus erwartete uns bestes Segelwetter. Bei 4 Bft Ostwind und einer noch gemäßigten Welle von knapp 50 cm ging es mit 7-8 ktn und richtig viel Spaß Richtung Norden.




 



Unterwegs frischte es, wie vorhergesagt, ordentlich auf. Die Wellen kamen nun auf gut 1,5m und hopsten mit Hilfe der aufkommenden 5er Böen gerne literweise ins Boot. Meistens immer dann, wenn man von der vorherigen Welle gerade wieder trocken war.
Folgende Bilder in der Reihenfolge nass, trocken, nass ... :)
 


Wir wechselten uns im Stundentakt ab. Wind und Welle kamen direkt von der Seite. Schön zum Segeln, aber diese Welle wollte abgesegelt werden - das ging ordentlich in die Knochen. Wer nicht am Ruder stand, machte es sich schlafend im Cockpit bequem.

Irgendwann nach 17 Uhr kamen wir in Kopenhagen an.
Je näher man der Stadt kam, desto dichter das Getümmel auf dem Wasser. Schon an der Øresundbrücke schoben sich die dicken Pötte von allen Seiten heran.








Bei ihm hier fragten wir uns ernsthaft, ob er seinen Hafen noch erreichen wird. So eine Rostkarre :-)




Kopenhagen Kastrup - hier startet und landet es gefühlt im Minutentakt
Ein Liegeplatz war nicht leicht zu finden. Erst im dritten Hafen, ziemlich im Norden der Stadt, kamen wir kurz nach halb acht unter. Sofort wurden ein paar Nudeln gekocht - der Magen knurrte schon eine ganze Weile.
Während Harry kochte (!), machte ich mich auf die Suche nach dem Hafenmeister. Dieser hatten seinen Sitz im piekfeinen "Ocean Club" des Hafens und  war nur eine Stunde am Tag anwesend, 16- 17 Uhr. Ich habe meine Berufung gefunden!!! :-) DAS kann ich auch - ganz sicher. Da auch der Hafen-Automat keine meiner Kredit- und ec-Karten akzeptierte ... ?! ... bekam der Meister ein paar Euro geschätztes Liegeplatzgeld per selbstgebasteltem Umschlag in den Briefkasten. Zeche prellen kann ich nicht leiden.

Kalkbrennerihavn - ein Hafen mitten in einem Bürokomplex in der Stadt. Trotzdem irgendwie gemütlich.

Das waren heute 93 sm in knapp 15 Stunden, ein Tagesrekord für uns. Noch sind wir die Reichweiten der kleinen Mariner 24 gewohnt - aber das wird sich wohl sehr schnell ändern. An diese Schlagdistanzen können wir uns gewöhnen.

Samstag, 15. August 2015

15.08.2015 In den Startlöchern






Terminlich ist alles geklärt - passt.
Das Boot wird wohl Anfang der Woche fertig - passt.
Wir sind urlaubsreif - passt immer.

Also los ...
Noch eine Arbeitswoche und dann geht es endlich wieder richtig auf Tour. 

Die erste Kiste steht schon bereit und wird mit den wichtigen "darf ich bloß nicht vergessen"-Sachen befüllt. 

Der Gennaker kam heute per Post, repariert vom Lieblings-Segelmacher Diekow aus Hamburg, ebenso das neue Fall dafür. 

Diese letzte Woche wird gefühlt viel zu lang, aber sicher nicht langweilig - dafür sorgen schon der Job und unsere to-do-Liste. 

Wer uns wieder lesend begleiten will, muss hier nur ab und zu reinschauen.
Bis demnächst.



Freitag, 14. August 2015

12.07. - 14.08.2015 Landleben mit Kurzausflügen

Kein Wind, kein Segelspaß. Zuviel Wind, nicht wirklich Segelspaß. Noch hat unsere Ruderanlage ein kleines Lagerproblem, dass wollen wir nicht bis zum Ende ausreizen.
Da es am Boot genug zu erledigen gab und uns die Stadtflucht ganz gut tat, fuhren wir trotzdem jedes Wochenende nach Neuhof.

Um es kurz zu machen, folgend einfach nur ein paar Fotos aus den letzten Tagen:

Zeit für einen Spaziergang. Unser Hafen von der anderen Seite der Bucht.

Ari noch am alten Liegeplatz neben dem großen Bruder "Sir Rudolf"


Hin und wieder gab es günstige Wetterfenster für einen kleinen Hops zum Bodden. Hier die Einfahrt nach Gager.

Da hat Herr Skipper gleich wieder bessere Laune :)
Bei soviel Zeit an Bord tobe ich mich gerne in der Kombüse aus.
Moin Nr. 1 - vom Fahrwasser in der Anfahrt zur Marina Gager.


Fast ein Sommerabend. Doch im Hafen gelandet. Zum Ankern war einfach zuviel Seegras in der Bucht vor dem Hafen.

Rückfahrt mit immer wieder Regenschauern. Man beachte meine Kleidungsschichten - wir haben JULI!

Sturmwochenende!  Wir wollten mal schauen, wie sich Ari so bei 8 Beaufort im Hafen macht.


Ein Regengebiet zog das nächste hinter sich her. Hier tobt sich gerade eins über Rügen aus. Die Böen vorab waren heftig.

Jede Wind/Regenpause wurde meiner neuen Macke geopfert - Teak schrubben.
Eine ziemliche Plackerei mit schönem Ergebnis.

Ein Wochenende später.
Harry erhält sein nachträgliches Geburtstagsgeschenk - ein Dinghi.
Erstmal Probesitzen  - ja, er wurde zu diesem Foto genötigt ;) 
Danach Probeschlag -  auf dem spiegelglatten Strelasund.

Tyrannus schwalbus. Mega laut, kackenfrech ... und leider sehr kackfreudig :)))

Unsere neue Errungenschaft: ein aktives AIS. Wenn wir es installiert haben, kann man uns auch endlich auf den Plottern der anderen Boote und Schiffe sehen. ... und im Internet. Dazu später mehr.






Lauterbach - immer wieder schön. Ein traumhafter Segeltag - leider immer noch mit knarzender Ruderanlage. Das hat bald ein Ende. Die Ersatzteile sind auf dem Weg.





Diesen Tag mussten wir festhalten - was für ein Wetter! 







Metallspäne im Motorraum.
Öhm ... unschön; unnötig, unpassend, einfach sehr "un".

Jetzt geht es all den kleinen Macken an den Kragen. 

Da sich beim Anlegen in unserem Hafen auch noch der Motor/das Getriebe/was-auch-immer mit lautem Klopfen meldete, brauchten wir neben dem Spezialisten für Bavaria-Ruderanlagen nun auch noch dringend den im Hafen ansässigigen Motorservice.  
Wir nutzen die Chance des "Eingriffs" und lassen den Motor gleich komplett warten.
Das Lager für unsere Ruderanlage ist auch da und wird spätestens kommenden Montag ausgewechselt.
Bis zum Urlaub sollte wohl alles erledigt sein. 
Die Treppe am Niedergang ausgebaut, Motor an den Haken und ....

.... schwupps, stehen 55 PS Dieselkraft an Land. Was für ein Brocken.

Danach kam Ari an den Kran:








Touchdown vor der Winterhalle.



Kommende Woche, am 22.08.2015, soll es wieder richtig losgehen. 3 Wochen Zeit, für Schweden? Dänemark?  Mal sehen, wo der Wind uns diesmal hintreibt.


Sonntag, 12. Juli 2015

03.-05.07.2015 Bootstaufe

Eigentlich wollten wir den neuen Namen des Bootes (Ari) nur "einfach so" aufkleben und gut.
Aber das wird nichts, wenn Kenneth und Ira dabei sind :)

Bewaffnet mit Champagner (in großer und kleiner Ausgabe) sowie ein schönen Glückwunschkarte (inkl. Koordinaten-Rätsel) kamen sie Freitagabend an Bord.


Also doch Party. Gruppenfoto der "neuen Famlie", eine kleine Ansprache der Co-Skipperin und hoch die Tassen ...



Auf dem Vordeck genossen wir Champagner und Sonnenuntergang. Die Stimmung stieg mit jedem Schluck, die Sonne sank mit jeder Minute - wir hatten Spaß.





Ohne Kater (also für drei Personen an Bord traf das zu) probierten wir am Samstagmorgen erstmal das große bunte Tuch aus, welches wir in einer der Kajüten liegend und damit ungesehen mitgekauft hatten.
Oha - ein schöner bunter Blister in den niederländischen Farben. Der muss dringend ausprobiert werden.

Nach dem Probeflug im Hafen blieb er gleich an Deck, bereit für den sofortigen Einsatz.

Auf dem Weg nach Lauterbach gab es schon beste Sommerlaune. Einer fuhr, eine duschte, zwei amüsierten sich...


Bei Nichtgebrauch erweist sich der Blister als wunderbarer Sitzsack zum Lümmeln im raren Schatten an Deck.


Frauen am Steuer - Abenteuer :) Nein! Ruhestunde für die müden Männer.



In Lauterbach wurde noch ein bisschen gefachsimpelt, beim gut ausgebauten Nachbarboot ein paar Ideen abgeschaut, mit dem Nachbarn geschnackt, gekocht und gegessen und mal wieder der Sonnenuntergang gefeiert.
Danke für das Eis am Nachmittag - das war die Rettung. Es war sooo heiß.
Während Berlin unter fast 40°C dahinschmolz, waren wir mit 26°C noch ganz gut dran.






Auf dem Rückweg am Sonntag hatte ich die Gunst des Augenblicks genossen und es mir auf dem Blister gemütlich gemacht. Herrlich. Schatten und ein wenig Wind, unter dir das warme Teakdeck ... wo bleiben die Getränke?

Leider für mich/zum Glück für alle stimmten etwas später Wind und Richtung und der Blister konnte endlich ausprobiert werden - endlich mal als Segel.
Ergebnis: er ist nicht zu riesig und steht ganz gut, selbst bei teilweise fast Null-Wind. Leider ist er auch etwas löchrig, da muss wohl Segelmacher Diekow aus Hamburg dringend ran.


Irgendwann ging uns der Wind komplett aus. Da hieß es: Segel komplett runter und Motor an, bevor wir hier mitten auf dem Wasser verglühen. Uuund schwupps, wurde aus dem Blister wieder eine Kuschelecke ...