22.08.2015 - Sonnabend
Unser Plan war eigentlich ganz gut.
Gestern hatten wir das Boot nach Ruder- und Motorreparatur wieder an seinem Liegeplatz vorgefunden. Nachdem alle Sachen an Bord waren und die Kühlbox lief, düsten wir nochmal los, um in Stralsund die restlichen (frischen) Lebensmittel zu bunkern.
Heute noch ein wenig Decksputz, Austausch von Leinen und Wasser nachbunkern. Gegen Mittag ein kurzer Testlauf von Ruder und Motor auf dem Strelasund und zur Öffnungszeit um 15:20 Uhr durch die Brücke in Stralsund. Soweit der Plan. Bis zum Testlauf konnten wir diesen auch umsetzen. Beim Starten des Motors entstanden jedoch sofort wieder laute Geräusche, ein heftiges Klopfen, das sich auf das gesamter Achterdeck übertrug. Zum Glück hatte unser "Motormensch" Danny sein Handy an. Kurz nach dem Anruf kam er schon angebraust - wohnt anscheinend nicht weit weg. Kurzer Check - der Motor ackerte in seiner Halterung; der Spielraum für die Aufnahmen ist wohl nicht sehr groß. Nach etwas Wartezeit und Schrauberei ein erneuter Versuch und wir strahlten alle drei um die Wette: es war nur noch das beruhigende Tuckern des Dieselmotors zu hören. Die Öffnung der Brücke um 15:20 Uhr war noch zu schaffen.
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| Der Autopilot macht den Snack unterwegs viel entspannter :-) |
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| Brückenöffnung |
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| Was für ein Andrang von der (Stralsunder) Gegenseite |
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| Unsere Seite war wesentlich überschaubarer |
Es wurde nur eine kurze Tour bis zum ersten Ziel des Urlaubs; 14sm in 2:30 h (mit Wartezeit an der Brücke) erledigt. Wir lagen in Barhöft, unserem Startpunkt für den ersten Sprung hoch in den Norden.
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| Barhöft, südl. von Hiddensee. Ein kleiner ehemaliger Fischereihafen. |
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| Erinnert mich irgendwie an einen meiner Kollegen am Montagmorgen :-) |
23.08.2015 - Sonntag
Um 5 Uhr jagte uns der Wecker aus der Koje. 6:20 Uhr verließen wir den Hafen, mitten im schönsten Sonnenaufgang.
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| So angelehnt an die Sonne steht es sich gleich viel besser :-) |
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| Tschüss Barhöft |
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| Hach ... |
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| .... hach ja ... wenn ich doch immer so für frühes Aufstehen belohnt werden würde. |
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| Während Harry langsam wach wird, kommt unser Verfolger immer näher. |
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| Ah, die Jungs vom Windkraftwerks-Service. Die hatten es etwas eilig ... |
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| Soviel zu: Sog und Wellenschlag vermeiden. Aber es waren noch Wellen im Spaßbereich. |
Kaum aus dem Windschatten von Hiddensee heraus erwartete uns bestes Segelwetter. Bei 4 Bft Ostwind und einer noch gemäßigten Welle von knapp 50 cm ging es mit 7-8 ktn und richtig viel Spaß Richtung Norden.
Unterwegs frischte es, wie vorhergesagt, ordentlich auf. Die Wellen kamen nun auf gut 1,5m und hopsten mit Hilfe der aufkommenden 5er Böen gerne literweise ins Boot. Meistens immer dann, wenn man von der vorherigen Welle gerade wieder trocken war.
Folgende Bilder in der Reihenfolge nass, trocken, nass ... :)
Wir wechselten uns im Stundentakt ab. Wind und Welle kamen direkt von der Seite. Schön zum Segeln, aber diese Welle wollte abgesegelt werden - das ging ordentlich in die Knochen. Wer nicht am Ruder stand, machte es sich schlafend im Cockpit bequem.
Irgendwann nach 17 Uhr kamen wir in Kopenhagen an.
Je näher man der Stadt kam, desto dichter das Getümmel auf dem Wasser. Schon an der Øresundbrücke schoben sich die dicken Pötte von allen Seiten heran.
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| Bei ihm hier fragten wir uns ernsthaft, ob er seinen Hafen noch erreichen wird. So eine Rostkarre :-) |
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| Kopenhagen Kastrup - hier startet und landet es gefühlt im Minutentakt |
Ein Liegeplatz war nicht leicht zu finden. Erst im dritten Hafen, ziemlich im Norden der Stadt, kamen wir kurz nach halb acht unter. Sofort wurden ein paar Nudeln gekocht - der Magen knurrte schon eine ganze Weile.
Während Harry kochte (!), machte ich mich auf die Suche nach dem Hafenmeister. Dieser hatten seinen Sitz im piekfeinen "Ocean Club" des Hafens und war nur eine Stunde am Tag anwesend, 16- 17 Uhr. Ich habe meine Berufung gefunden!!! :-) DAS kann ich auch - ganz sicher. Da auch der Hafen-Automat keine meiner Kredit- und ec-Karten akzeptierte ... ?! ... bekam der Meister ein paar Euro geschätztes Liegeplatzgeld per selbstgebasteltem Umschlag in den Briefkasten. Zeche prellen kann ich nicht leiden.
Kalkbrennerihavn - ein Hafen mitten in einem Bürokomplex in der Stadt. Trotzdem irgendwie gemütlich.
Das waren heute 93 sm in knapp 15 Stunden, ein Tagesrekord für uns. Noch sind wir die Reichweiten der kleinen Mariner 24 gewohnt - aber das wird sich wohl sehr schnell ändern. An diese Schlagdistanzen können wir uns gewöhnen.
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